Die Reinhold-Burger-Schule in Berlin-Pankow wartet seit Jahren auf ihre neue Doppelsporthalle. Was einst als modernes Sportzentrum für mehrere Schulen geplant war, entwickelte sich zur Dauerbaustelle. Trotz fortgeschrittener Rohbauarbeiten ist die Fertigstellung weiter offen.

Die neue Doppelsporthalle der Reinhold-Burger-Schule im eingerüsteten Zustand. Die Fassade ist weitgehend geschlossen, erste Fassadenelemente sind bereits montiert. Auch die Fensterfronten im oberen Bereich sind eingesetzt, was auf einen fortgeschrittenen Bauzustand hinweist. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Bereits 2009 wurde der Bau einer modernen Doppelsporthalle an der Reinhold-Burger-Schule beschlossen. Der Entwurf stammt vom Leipziger Büro Schulz & Schulz Architekten und sieht zwei übereinander angeordnete Zweifachhallen vor. Die Halle soll nicht nur von der Reinhold-Burger-Schule genutzt werden, sondern auch vom benachbarten Carl-von-Ossietzky-Gymnasium und der Arnold-Zweig-Grundschule.
Doch der ambitionierte Plan wurde von zahlreichen Rückschlägen begleitet. Erst dauerte die Planungs- und Genehmigungsphase fast sechs Jahre. Dann wurde beim Aushub eine nicht verzeichnete Gasleitung entdeckt, der erste von vielen Gründen für weitere Verzögerungen.
Technische Normen, veraltete Pläne: Warum der Bau der Doppelsporthalle an der Reinhold-Burger-Schule erneut unterbrochen wurde
Nachdem erste Teile des Rohbaus errichtet worden waren, geriet das Bauvorhaben erneut ins Stocken. Ein Streit mit dem beauftragten Bauunternehmen, verbunden mit überhöhten Nachforderungen, führte zur Kündigung des Vertrags. Ab März 2018 ruhte die Baustelle. Erst im Oktober 2019 konnte ein neuer Bauvertrag abgeschlossen werden, allerdings verlief auch der Neustart nicht reibungslos, wie die Berliner Morgenpost berichtet.
Inzwischen waren die ursprünglichen Ausführungspläne teilweise veraltet, da sich technische Normen und baurechtliche Vorgaben verändert hatten. Erneute Verzögerungen waren die Folge. Die Baustelle verwilderte zunehmend, Sträucher und Unkraut überwucherten die unvollendeten Fundamente. In der Öffentlichkeit wurde der Rohbau bald zum Symbol für behördlichen Stillstand. Der reguläre Sportunterricht der Reinhold-Burger-Schule musste unterdessen im Altbau oder an verschiedenen externen Standorten im Kiez stattfinden.
Seit 2023 wieder im Bau: Moderne Sporthalle in Pankow soll Schulsport und Vereinsbetrieb verbinden
Erst 2023 konnten die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden. Laut Bezirksamt entsteht nun ein zweigeschossiger Bau mit vier Hallenteilen, ergänzt durch Außenanlagen. Die Halle erhält eine Hallenzwischendecke mit spezieller Schwingungsdämpfung und ist teilweise im Erdreich eingegraben.
Ein genauer Fertigstellungstermin steht noch aus. Die Halle soll langfristig nicht nur dem Schulsport dienen, sondern auch Vereinen und Freizeitsportlerinnen und Freizeitsportlern an Wochenenden offenstehen.
Deckenmalerei und Kugeln am Eingang: Kunstprojekt verleiht neuer Sporthalle Identität
Begleitend zum Bau der neuen Doppelsporthalle lobte das Bezirksamt Pankow einen Kunstwettbewerb aus, der gezielt den Eingangsbereich des Neubaus gestalten sollte. Ziel war es, dem Ort eine besondere visuelle Identität zu verleihen und den Zugang künstlerisch wie funktional zu akzentuieren. Die Künstlerin Angela Lubič überzeugte das Preisgericht mit dem Entwurf „Ballwechsel“. Vorgesehen ist eine 15 mal 6 Meter große Deckenmalerei im Eingangsbereich der Sporthalle, die abstrahierte Linien eines Spielfelds in Grautönen aufgreift und den Hallenboden visuell an die Decke spiegelt.
Laut Bezirksamt greift der Entwurf sowohl das Thema Bewegung als auch die Idee des Ankommens auf. Der Vorplatz soll dadurch zu einem einladenden, lebendigen Ort werden, der sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Besuchende anspricht. Die Umsetzung der künstlerischen Arbeiten ist für das laufende Jahr 2025 vorgesehen. Finanziert wird das Projekt aus dem Budget „Kunst am Bau“, das im Rahmen öffentlicher Baumaßnahmen regelmäßig ausgeschrieben wird.
Quellen: Pichler Ingenieure GmbH, MTN Hochbau, Berliner Morgenpost, Bezirksamt Pankow
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Länger als der BER muss man auch erstmal schaffen.