Im Rahmen des Infrastrukturprojekts i2030 prüfen Berlin, Brandenburg und die Deutsche Bahn einen Ausbau des Regionalverkehrs im Süden der Hauptstadt. Dabei steht auch ein möglicher Regionalbahnhalt im Bereich Neukölln zur Diskussion. Noch läuft die Vorplanung, deshalb bleibt offen, ob die Station tatsächlich entsteht.

Ein möglicher neuer Regionalbahnhalt am Bahnhof Neukölln könnte künftig die Anbindung des südlichen Berliner Innenrings verbessern und das Pendeln zwischen Berlin und Brandenburg erleichtern. / © Foto: Wikimedia Commons, Rainer Halama, CC BY-SA 4.0

© Titelbild: Wikimedia Commons, Sebastian Rittau, CC BY 4.0  

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Berlin und Brandenburg wachsen seit Jahren enger zusammen. Immer mehr Menschen pendeln zwischen beiden Bundesländern. Viele nutzen dafür bereits heute den öffentlichen Verkehr, insbesondere die Bahn. Deshalb planen die Länder gemeinsam mit der Deutschen Bahn und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg im Projekt „i2030“ einen umfangreichen Ausbau der Schieneninfrastruktur.

Das Projekt verfolgt mehrere Ziele. Einerseits soll das Bahnnetz leistungsfähiger werden. Andererseits wollen die Partner zusätzliche Verbindungen schaffen. Fahrgäste sollen künftig häufiger fahren können, pünktlichere Züge nutzen und insgesamt mehr Platz im Bahnverkehr erhalten. Gleichzeitig soll der Verkehr stärker auf die Schiene verlagert werden.

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Ausbau des südlichen Berliner Innenrings zwischen Schöneberg und Ostkreuz: Neue Regionalverbindungen werden untersucht

Ein wichtiger Teil des Projekts betrifft den sogenannten „i2030-Korridor Süd-West“. In diesem Zusammenhang bereiten Berlin, Brandenburg und die Deutsche Bahn auch die Reaktivierung der „Potsdamer Stammbahn“ für den Regionalverkehr vor. Anfang 2023 unterzeichneten die Partner dafür eine Planungsvereinbarung.

Darüber hinaus prüfen die Projektpartner den Ausbau des südlichen Berliner Innenrings zwischen Schöneberg und Ostkreuz. Dadurch könnten Züge der Potsdamer Stammbahn künftig nicht nur durch den Nord-Süd-Fernbahntunnel fahren. Sie könnten zusätzlich über den Innenring zum Umsteigeknoten Ostkreuz gelangen. Das ist besonders wichtig, da der Fernbahntunnel bereits heute als stark ausgelastet gilt .

Regionalbahnhalt am Berliner Südring im Bereich Neukölln: Zwei mögliche Standorte stehen zur Prüfung

Im Zuge dieser Planungen untersuchen die Projektpartner auch zusätzliche Regionalbahnhalte entlang des Innenrings. Regionalzüge sollen in diesem Abschnitt künftig am Bahnhof Südkreuz halten. Zusätzlich prüfen die Planer einen weiteren Halt im Süden der Stadt.

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Dabei stehen zwei Standorte im Fokus. Einerseits kommt ein Regionalbahnhalt am Bahnhof Neukölln in Betracht. Andererseits prüfen die Planer auch einen möglichen Halt an der Station Hermannstraße. Beide Varianten gelten jedoch als technisch anspruchsvoll, weil der verfügbare Raum entlang der bestehenden Bahntrassen begrenzt ist.

Vorplanung für möglichen Regionalhalt in Neukölln läuft bis 2027: Entscheidung über Standort bleibt offen

Die Deutsche Bahn führt derzeit die Vorplanung für dieses Teilprojekt durch. Diese Planungsphase entspricht der zweiten Leistungsphase nach HOIA. Die Länder Berlin und Brandenburg finanzieren diese Untersuchungen gemeinsam.

Die Untersuchungen begannen bereits im Sommer 2024 und sollen voraussichtlich bis 2027 laufen. Erst danach können die Projektpartner entscheiden, welcher Standort geeignet ist. Da Neukölln und Hermannstraße sehr nah beieinander liegen und der Regionalverkehr schnelle Verbindungen bieten soll, planen die Verantwortlichen nur eine der beiden Stationen. Einen konkreten Zeitpunkt für eine spätere Umsetzung nennen die Beteiligten derzeit noch nicht.

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S Hermannstraße
S Neukölln

Quellen: Land Berlin, Landesregierung Brandenburg, Deutsche Bahn, i2030, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

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One Comment

  1. Max 13. März 2026 at 14:46 - Reply

    Das ist etwas, was ich mich schon lange gefragt habe. Warum wird der Ausbau der A100 vorangetrieben, wenn der südliche Berliner Innenring noch nicht einmal für den Regionalbahnverkehr ausgebaut wurde. Für die A100 müssen Häuser abgerissen werden, Tunnel gebohrt werden, Milliarden versenkt werden… während die Bahntrasse am südlichen Innenring seit der Vorkriegszeit schon eingeplant und teilweise gebaut ist.

    Es ist eigentlich ein Paradebeispiel dafür, was in Deutschland in der Verkehrspolitik nach wie vor falsch läuft. Seit Jahrzehnten erzählt man, man wolle ja in den Bahnverkehr investieren. Aber wenn es wirklich darauf ankommt, wird das Auto immer vorgezogen. Länder wie die Schweiz, Österreich oder die Niederlande machen das schon lange nicht mehr.

    Wir wundern uns, warum unsere Straßen verstopft sind, bauen aber zu wenig Alternativen, die die Straßen entlasten und den Verkehr auf verschiedene Verkehrsmittel verteilen, die parallel, miteinander vernetzt und möglichst konfliktfrei zueinander Menschen von A nach B transportieren. Wir scheitern daran immer wieder, weil wir uns in Grabenkämpfe verwickeln. Währenddessen planen andere Länder fortschrittliche Systeme, wo der Umweltverbund klar priorisiert wird, weil er in urbanen Räumen aus verkehrswissenschaftlicher Perspektive die effizienteste Methode ist, Verkehr abzuwickeln.

    Fahrrad-, Bahn-, Fußinfrastruktur, alles ist zu schwach ausgebaut in Berlin für die steigenden Verkehrsströme. Berlin wächst nach Brandenburg hinein. Der Ausbau der A100 löst keine Probleme, sondern verstärkt sie langfristig. Berlin braucht neue, schnellere Bahnverkehrsachsen aus den Vorstädten in Richtung Innenstadt. Regionalbahn, S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn… ALLES muss ausgebaut werden. Zügig, strategisch und nach pragmatischen Ansätzen. Auf den Bahntrassen schlummert das große Potential, nicht auf Autobahnen und Schnellstraßen, deren Verkehrsleistung niedriger ist bei deutlich größerem Flächenverbrauch, immerhin muss auch der Parkraum inkludiert werden.

    Berlin und natürlich auch der Bund müssen endlich aufwachen. Das Credo „Deutschland einig Autoland“ hat in den Großstädten noch nie funktioniert und ist längst ein Fall für den immateriellen Friedhof.

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