Der Berliner Senat hat den Weg für die Umbenennung eines Abschnitts der Dorotheenstraße in Mitte freigemacht. Künftig soll dort ein Bezug zur israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sichtbar werden. Die Entscheidung ist Teil einer langfristig angelegten Erinnerungspolitik im Regierungsviertel.

Zu sehen ist eine Gedenkstätte im Yad-Vashem-Museum auf dem Berg der Erinnerung in Jerusalem.

Yad Vashem ist die offizielle israelische Gedenkstätte in Jerusalem zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust und zur Erforschung der Shoah. Nun soll eine Straße im Berliner Regierungsviertel daran erinnern. / © Foto: Wikimedia Commons, zeev stein Pikiwiki Israel, CC BY 2.5

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT / KI

ANZEIGE

 

Der Berliner Senat hat die Umbenennung eines Abschnitts der Dorotheenstraße in Berlin-Mitte auf den Weg gebracht. Grundlage ist eine Vorlage von Regierendem Bürgermeister Kai Wegner und Verkehrssenatorin Ute Bonde. Vorgesehen ist, dass der Bereich zwischen Wilhelmstraße und Friedrich-Ebert-Platz künftig einen Bezug zur Gedenkstätte Yad Vashem erhält.

Die Entscheidung schafft die Voraussetzung, dass das Bezirksamt Mitte die Umbenennung der betroffenen Straßenabschnitte umsetzt. Ziel ist es, im Regierungsviertel einen sichtbaren Erinnerungsort zu etablieren. Die Maßnahme folgt einer politischen Abstimmung im Senat und betrifft einen zentralen Abschnitt zwischen Regierungsgebäuden im Bezirk Mitte.

ANZEIGE

Dorotheenstraße vor Umbenennung: Erinnerungskultur im Regierungsviertel

Die Umbenennung wird politisch als Beitrag zur Erinnerungskultur im Zentrum der Hauptstadt eingeordnet. Berlin will damit ein Zeichen im Regierungsviertel setzen, das die historische Verantwortung im Umgang mit der NS-Vergangenheit betont. Auch der Ältestenrat des Deutscher Bundestag hatte dem Vorhaben zuvor zugestimmt.

Vertreter der Landesregierung verweisen darauf, dass die Verbindung zu Yad Vashem den dauerhaften Auftrag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust unterstreicht.

Neuer Straßenname im Regierungsviertel ab Januar 2027

Als zeitlicher Rahmen ist der 20. Januar 2027 vorgesehen, der 85. Jahrestag der Wannseekonferenz. Die Benennung soll damit bewusst an ein historisches Datum im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik erinnern. Der Abschnitt der Dorotheenstraße im Regierungsviertel wird damit zu einem Ort, der Geschichte und Gegenwart miteinander verknüpft.

ANZEIGE

Die Initiative zur Umbenennung ging ursprünglich vom deutschen Freundeskreis Yad Vashem aus. Die räumliche Nähe zu zentralen Bundesinstitutionen verstärkt die symbolische Bedeutung der künftigen Benennung zusätzlich.

Dorotheenstraße, künftig Yad-Vashem-Straße

Quellen: Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, rbb

ANZEIGE

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

2 Kommentare

  1. Mike K 4. Juni 2026 at 07:53 - Reply

    Soll die Straße nun umgewidmet (in was?) oder nur umbenannt werden? Widmung und Benennung sind zwei unterschiedliche Vorgänge.

  2. Stefan 4. Juni 2026 at 10:35 - Reply

    Ich frage mich, ob es nicht geeignetere Straßenzüge gegeben hätte.

    Beispielsweise die Behrenstraße auf dem Abschnitt zwischen Ebertstraße und Wilhelmstraße – damit wäre ein unmittelbarer räumlicher Bezug zum Holocaust-Mahnmal gegeben.

    Oder die Niederkirchnerstraße – damit wäre ein Bezug zur Topographie des Terrors gegeben. Und ganz nebenbei würde damit auch das Berliner Abgeordnetenhaus eine symbolträchtige Adresse erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.