Zwischen dem rekonstruierten Turm der Garnisonkirche und dem DDR-Bau des Rechenzentrums in Potsdams Mitte zeichnet sich eine vorläufige Lösung ab. Das Kunst- und Kreativhaus könnte bis 2033 bleiben; doch endgültig entschieden ist noch nichts.

In Potsdams Mitte stehen die Garnisonkirche und das Rechenzentrum in unmittelbarer Nachbarschaft und prägen gemeinsam das Stadtbild. / © Foto: IMAGO / Martin Müller
© Titelbild: Landeshauptstadt Potsdam/Robert Schnabel
In der Potsdamer Mitte zeichnet sich für das Rechenzentrum eine vorläufige Perspektive ab. Nach intensiven Verhandlungen haben sich die Landeshauptstadt Potsdam, die Stiftung Garnisonkirche und die Stiftung SPI auf eine befristete Weiternutzung des Gebäudes als Kunst- und Kreativhaus bis zum 31. Juli 2033 verständigt. Die Vereinbarung steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Stadtverordnetenversammlung. Ohne deren Zustimmung würde die rechtliche Grundlage für die Nutzung bereits im Sommer 2026 entfallen.
Die Grundlage der Einigung ist eine Änderung des Bebauungsplans Nr. 1 „Neuer Markt/Plantage“. Sie ermöglicht eine befristete Erhaltung des Gebäudes und zugleich die spätere Umsetzung der Sanierungsziele für die Potsdamer Mitte. Trotz der Verlängerung bleibt der langfristige Rückbau vorgesehen. Parallel soll eine Baugenehmigung erarbeitet werden, die die Nutzung rechtlich absichert und die städtischen Verfahren begleitet.
Rechenzentrum Potsdam: Zwischen Sanierungsziel und kultureller Nutzung
Das Nebeneinander von kreativem Standort und kirchlichem Wiederaufbau bleibt dabei ein sensibler Balanceakt. Der rekonstruierte Turm der Garnisonkirche und das DDR-Bauwerk Rechenzentrum stehen räumlich eng beieinander, und damit auf einem städtebaulich und historisch stark umstrittenen Areal. Während langfristig der Rückbau des Rechenzentrums und die Entwicklung eines Stadtplatzes vorgesehen sind, wird gleichzeitig über seinen Erhalt als kreativer Standort und dessen zukünftige Rolle in der Innenstadtentwicklung diskutiert.
Mit der nun vorgesehenen Laufzeit von sieben Jahren erhalten Betreiber und Nutzer erstmals eine längerfristige Planungssicherheit. Gleichzeitig bleibt offen, wie sich das Areal nach Ablauf der Frist entwickeln wird. Die Stadt betont, dass die Sanierungsziele unverändert bestehen und langfristig ein Stadtplatz entstehen soll. Ob und wie die kulturellen Nutzungen danach einen neuen Ort finden, bleibt Teil eines noch zu entwickelnden Konzepts.

Das Rechenzentrum wird heute als Kunst- und Kreativhaus genutzt und bietet Ateliers, Arbeitsräume sowie kulturelle und soziokulturelle Angebote für eine vielfältige Szene in der Potsdamer Innenstadt. / © Foto: Wikimedia Commons, Deirfttog, CC BY-SA 4.0
Entscheidung über Rechenzentrum bei den Stadtverordneten
Entscheidend ist nun die politische Zustimmung. Erst wenn die Stadtverordneten den Kompromiss bestätigen, kann die befristete Duldung ohne Unterbrechung fortgeführt werden.
Damit liegt die Zukunft des Rechenzentrums erneut in einem Verfahren, das baurechtliche Vorgaben, städtebauliche Ziele und kulturelle Interessen miteinander in Einklang bringen soll.
Garnisonkirche
Rechenzentrum Potsdam
Quellen: Landeshauptstadt Potsdam, Der Tagesspiegel / dpa
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Bloß weg mit dieser DDR-Gurke!