Google hat die Pläne für ein Rechenzentrum im brandenburgischen Mittenwalde eingestellt. Statt in einen neuen Standort zu investieren, setzt der Konzern auf bestehende Infrastruktur in anderen Regionen. Für Berlin-Brandenburg bedeutet das eine verpasste Chance, aber keinen vollständigen Rückzug.

Mittenwalde sollte Standort eines neuen Google-Rechenzentrums werden. Nach längerer Prüfung hat der Konzern die Pläne jedoch verworfen und konzentriert sich nun auf bestehende Standorte wie Hanau. / © Foto: Wikimedia Commons, Löwe 48, CC BY-SA 3.0
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Google hat sich gegen den Bau eines Rechenzentrums im brandenburgischen Mittenwalde entschieden. Die Fläche südlich von Berlin wurde über Jahre hinweg als möglicher Standort diskutiert, doch nach Angaben des Unternehmens wird das Projekt nicht weiterverfolgt. Der Konzern habe die Machbarkeit, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie interne Prioritäten umfassend geprüft und auf dieser Grundlage beschlossen, das Vorhaben nicht umzusetzen.
Nach Einschätzung des Unternehmens hat sich die Marktsituation in den letzten Jahren verändert. Gleichzeitig bleibe Google in Berlin-Brandenburg aktiv, betonte ein Sprecher. Das Unternehmen betreibt weiterhin mehrere Cloud-Regionen in der Hauptstadtregion sowie in Frankfurt und nutzt bestehende Rechenzentren von Drittanbietern.
Statt Neubau in Brandenburg: Google konzentriert sich auf bestehende Standorte in Hessen
Bereits im Jahr 2023 hatte Google in Hanau ein eigenes Rechenzentrum eröffnet. Die Anlage befindet sich aktuell noch im Ausbau, denn bislang wurde lediglich eine von drei geplanten Bauphasen abgeschlossen. Zwei weitere Grundstücke im Rhein-Main-Gebiet stehen ebenfalls zur Verfügung und könnten in Zukunft für neue Rechenzentren genutzt werden.
Durch die Nähe zum Internetknoten DE-CIX in Frankfurt profitieren die Betreiber in der Region von hoher Übertragungsgeschwindigkeit und geringen Latenzzeiten. Für Unternehmen wie Google ist das ein entscheidender Standortvorteil. Die Region verfügt außerdem über einen soliden Zugang zu Energieinfrastruktur, was für den Betrieb von Rechenzentren zunehmend relevant ist.
Hoher Bedarf an Rechenleistung: Nachfrage nach digitalen Kapazitäten steigt weiter
Mit der zunehmenden Nutzung von Cloud-Diensten und Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz wächst auch der Bedarf an Rechenleistung. Google will nach eigenen Angaben bis zu eine Milliarde Euro in den Ausbau seiner digitalen Infrastruktur in Deutschland investieren. Der Schwerpunkt dieser Investitionen liegt allerdings auf dem Ausbau bestehender Standorte wie Hanau und Frankfurt.
Währenddessen sehen sich neue Standorte wie Mittenwalde mit der Herausforderung konfrontiert, trotz verfügbarer Flächen und politischer Unterstützung nicht zum Zug zu kommen. Gründe dafür können unter anderem die fehlende Nähe zu bestehenden Netzknoten oder Fragen der Energieversorgung sein.
Keine komplette Abkehr von der Region: Google bleibt in Berlin-Brandenburg aktiv
Auch wenn Google kein neues Rechenzentrum in Mittenwalde bauen wird, bedeutet das nicht, dass sich das Unternehmen vollständig aus der Region zurückzieht. In Berlin-Brandenburg ist Google weiterhin durch seine Cloud-Dienste präsent und nutzt die Infrastruktur bestehender Rechenzentrumsbetreiber. Diese Partnerschaften sollen fortgeführt werden.
Die Entscheidung gegen einen Neubau kann daher auch als strategische Bündelung von Ressourcen verstanden werden. Durch die Konzentration auf bereits erschlossene Standorte kann Google flexibler auf Veränderungen am Markt reagieren und seine Kapazitäten zielgerichtet erweitern.
Quellen: ARD-aktuell, dpa
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