In Nauen bei Berlin entsteht ein Rechenzentrum. Nach dem Inkrafttreten des Bebauungsplans und der Sicherung des Netzanschlusses sind nun auch die planerischen und infrastrukturellen Grundlagen geschaffen. Das erste Gebäude sollen Ende 2027 in Betrieb gehen.

Visualisierung des BER02-Campus in Nauen: Die geplanten Rechenzentren werden auf einer rund 14 Hektar großen Fläche im Havelland errichtet. Die Gebäude zeichnen sich durch eine Fassade in Grün- und Grautönen aus, die sich in die umgebende Landschaft einfügen soll. / © Visualisierung: maincubes
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Der Rechenzentrumsbetreiber maincubes treibt seine Pläne für den Ausbau digitaler Infrastruktur in Brandenburg voran. Mit dem Inkrafttreten des Bebauungsplans für das Gelände in Nauen und dem Abschluss eines Netzanschlussvertrags über 200 Megawatt sind die wesentlichen Rahmenbedingungen für den Bau des neuen Rechenzentrumscampus geschaffen.
Das erste von bis zu sechs geplanten Gebäuden mit dem Namen BER02 befindet sich bereits in fortgeschrittener Planung. Für das vorgesehene 110-Kilovolt-Umspannwerk wurde der Bauantrag eingereicht.
Grundstückskauf im Havelland und geplanter Zeitrahmen: Rechenzentrum in Nauen bis Ende 2027
Im Oktober 2024 erwarb maincubes im Havelland ein rund 14 Hektar großes Grundstück. Dort sollen Rechenzentren entstehen, die für Cloud-Anwendungen, High Performance Computing und Künstliche Intelligenz ausgelegt sind. Der Baustart ist für Sommer 2025 vorgesehen. Bis Ende 2027 soll das erste Rechenzentrum in Betrieb gehen.
Am 2. Juli 2025 wurden der Flächennutzungs- und der Bebauungsplan für das Areal rechtskräftig. Laut maincubes erfolgte der Genehmigungsprozess in enger Abstimmung mit der Stadt Nauen und den zuständigen Behörden. Die schnelle Abstimmung soll nun den zügigen Beginn der Bauarbeiten ermöglichen.
Strategische Lage in der Hauptstadtregion: Nähe zu Berlin als Standortvorteil
Der Campus liegt westlich der Hauptstadt und ist damit in einer Region angesiedelt, die sich zunehmend zu einem europäischen Digitalstandort entwickelt. Die Versorgungssicherheit in Berlin-Brandenburg profitiert von regional erzeugter Energie aus Windkraft und Photovoltaik.
Hinzu kommt der direkte Zugang zu einem innovationsorientierten Umfeld mit Start-ups, etablierten Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen. Die Lage nahe der osteuropäischen Märkte macht den Standort zusätzlich attraktiv. Bereits im Frühjahr nahm maincubes mit „BER01“ seinen ersten Berliner Standort in Betrieb.
Energieinfrastruktur und Versorgungssicherheit: Umspannwerk als Schlüsselkomponente
Parallel zur baurechtlichen Sicherung wurde die Energieversorgung langfristig vorbereitet. Das geplante 110-Kilovolt-Umspannwerk und der abgeschlossene Netzanschlussvertrag mit dem regionalen Energieversorger E.DIS sichern die Anbindung an das Stromnetz. Ab 2027 soll der Standort zuverlässig mit Energie versorgt werden.
Der Campus wird zunächst mit einer Anschlussleistung von 200 Megawatt ausgestattet, die künftig auf über 400 Megawatt ausgebaut werden kann. Er ist auf Anwendungen wie Cloud-Computing und Künstliche Intelligenz ausgelegt. Teil der Planung ist eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie, die einen energieeffizienten Betrieb vorsieht. Es soll nur grüne Energie genutzt werden. Außerdem soll die entstehende Abwärme in das kommunale Wärmenetze eingespeist werden und angrenzende Wohn- und Gewerbegebiete versorgen.
Quellen: maincubes Holding & Service GmbH
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