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Nach über vier Jahrzehnten Stillstand kehrt die Siemensbahn zurück. Die Deutsche Bahn startet mit neuen Partnern die Reaktivierung der historischen Strecke in Berlin-Spandau. Ziel ist eine nachhaltige, moderne Verbindung zwischen Jungfernheide und Gartenfeld bis 2029.

Alte Siemensbahn, Berlin

Die Deutsche Bahn plant gemeinsam mit mehreren Partnerfirmen die Wiederinbetriebnahme der Siemensbahn zwischen Jungfernheide und Gartenfeld. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0
© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Die Reaktivierung der historischen Siemensbahn in Spandau nimmt konkrete Formen an. Die Deutsche Bahn hat die Allianz-Partner für das Bauvorhaben vorgestellt und setzt erstmals in der Region Ost auf das sogenannte Partnerschaftsmodell „Schiene“. Ziel des Projekts ist eine effiziente, nachhaltige und terminfeste Wiederanbindung der Strecke zwischen Jungfernheide und Gartenfeld.

Die 4,5 Kilometer lange Siemensbahn wurde 1980 nach einem Eisenbahnstreik stillgelegt. Ab 2029 sollen auf den alten Gleisen wieder S-Bahn-Züge verkehren. Die Wiederinbetriebnahme der Strecke ist eng mit der Entwicklung des neuen Stadtquartiers „Siemensstadt Square“ verbunden. Tausende Beschäftigte sollen künftig die Bahn nutzen, um das entstehende Forschungs- und Innovationszentrum zu erreichen.

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Siemensbahn-Projekt: Vertragspartner stehen fest

Die Deutsche Bahn hat die beteiligten Unternehmen für das Großprojekt nun offiziell bekanntgegeben. Insgesamt neun Partnerfirmen werden die Arbeiten in fünf Vergabepaketen übernehmen. Mit dem Partnerschaftsmodell „Schiene“ kommt in der Region Ost erstmals ein neues Kooperationsmodell bei einem Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung zum Einsatz.

Das Modell setzt auf eine integrierte Zusammenarbeit zwischen Planung, Bau und Ausführung. Ziel ist es, Schnittstellen zu reduzieren, Synergien zu schaffen und die Einhaltung von Qualität, Terminen und Kosten zu gewährleisten. So soll eine moderne und zukunftsfähige Wiederanbindung der Siemensbahn realisiert werden.

Allianz-Modell für Modernisierung der historischen Siemensbahn

An der Umsetzung des Projekts sind mehrere namhafte Unternehmen beteiligt. Die OBERMEYER Gruppe und die Schüßler Plan GmbH verantworten die Planung. Für den Neubau im konstruktiven Ingenieurbau sind PORR GmbH & Co. KGaA, KEMNA BAU GmbH und MCE GmbH zuständig. Die Eiffage SEH Engineering GmbH, Eiffage STC GmbH sowie die Leonhard Weiss GmbH & Co. KG übernehmen die Instandsetzung bestehender Bauwerke. Die Sächsische Bau GmbH errichtet neue Gleichrichterunterwerke und Verkehrsanlagen.

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Zu den zentralen Maßnahmen zählen der Ausbau und die Modernisierung der Bahntrasse, die Erneuerung historischer Brücken, die barrierefreie Neugestaltung der Stationen sowie die technische Modernisierung der Leit- und Sicherungssysteme. Ergänzend entstehen neue Unterwerke zur Stromversorgung, um die Energieeffizienz der Strecke zu verbessern. Laut Christoph Heuing, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg, ermögliche die enge Zusammenarbeit aller Partner eine schnellere Umsetzung.

Berlin-Spandau: Wiederbelebung der Strecke zwischen Jungfernheide und Gartenfeld

Die Siemensbahn wurde 1929 eröffnet, um die Siemensstadt mit der Berliner Ringbahn zu verbinden. Nach fast fünf Jahrzehnten Stillstand soll sie nun als Teil des Infrastrukturprogramms „i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“ reaktiviert werden. Die Finanzierung der Planungsleistungen übernimmt das Land Berlin.

Mit der Wiederbelebung der Strecke soll eine direkte Verbindung zwischen Siemensstadt, der Ringbahn, dem Hauptbahnhof und dem Flughafen BER entstehen. Zudem wird geprüft, ob die Trasse über die Insel Gartenfeld hinaus verlängert werden kann, um künftige Wohngebiete im Berliner Westen besser anzubinden.

Zukunftsprojekt für nachhaltige Mobilität in Spandau

Nach Angaben von Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn, markiere das Partnerschaftsmodell „Schiene“ den Beginn einer neuen Phase in der Realisierung großer Infrastrukturprojekte. Gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen wolle die Bahn die Siemensbahn effizient und verlässlich wieder ans Netz bringen.

Das Projekt gilt als ein wichtiger Schritt für die Verkehrsentwicklung in Berlin-Spandau und die nachhaltige Mobilität der Hauptstadtregion. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, ob der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann.

Quellen: Deutsche Bahn, i2030

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5 Kommentare

  1. Löwe 14. Oktober 2025 at 06:38 - Reply

    Jetzt muß man sich sputen um noch die alten verwachsenen Gleise für eine Zombie Apocalypse Drehkulisse zu nutzen.

    • a.tirpitz 14. Oktober 2025 at 17:11 - Reply

      Bekommt eine gute KI heutzutage auch hin…:)

  2. Pidder 14. Oktober 2025 at 15:23 - Reply

    Gibt es denn inzwischen eine Einigung mit der DEGES betreffs Erneuerung der Rudolf-Wissel-Brücke?
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/kollision-mit-neubau-der-berliner-a100-brucke-wird-die-siemensbahn-erst-2037-fertig-13695433.html

  3. Peter Marx 15. Oktober 2025 at 13:06 - Reply

    Warum wird die Siemensbahn nicht bis in die Havelstadt Spandau weiter gebaut ? ?

  4. Daniel Hofmann 16. Oktober 2025 at 06:45 - Reply

    Fertigstellung 2029? Wir sind in Deutschland, da muss man noch 10 Jahre drauf rechnen . Es wird nicht lange dauern, bis die beauftragten Firmen unvorhersehbare Probleme melden, Nachforderungen stellen und die Bauzeit verlängern.

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