Die Deutsche Bahn rückt von der geplanten neunmonatigen Vollsperrung der Strecke Berlin–Frankfurt (Oder) im Jahr 2029 ab. Neue Pläne sollen Pendler, Fernverkehr und Güterverkehr entlasten.

Die Deutsche Bahn hat ihre Pläne für eine neunmonatige Vollsperrung der Strecke Berlin–Frankfurt (Oder) überarbeitet und prüft nun mehrere Alternativen. / © Foto: Deutsche Bahn AG
© Titelbild: Deutsche Bahn AG
Die Deutsche Bahn verändert ihre Pläne für die Strecke Berlin–Frankfurt (Oder). Die ursprünglich vorgesehene neunmonatige Vollsperrung im Jahr 2029 soll so nicht kommen. Stattdessen prüft die Bahn mehrere Varianten, die den Verkehr auf der wichtigen Ost-West-Achse weniger stark einschränken sollen.
- Strecke: Berlin–Frankfurt (Oder)–Bundesgrenze Deutschland/Polen
- Ursprünglicher Plan: neun Monate Vollsperrung
- Ziel der Arbeiten: Modernisierung, Stellwerke, digitale Technik, Infrastruktur
- Geplanter Zeitraum: 2029
- Betroffene Linien: RE1, Fernverkehr nach Polen, Güterverkehr
Die Deutsche Bahn rückt laut Tagesspiegel von der bisherigen Idee ab, die Strecke Berlin–Frankfurt (Oder) im Jahr 2029 neun Monate am Stück komplett zu sperren. Berlins Bahnbevollmächtigter Alexander Kaczmarek machte nach massiver Kritik aus Berlin und Brandenburg deutlich, dass die Vollsperrung in dieser Form nicht weiterverfolgt werden soll. Die Bahn will die Sanierung der Strecke „Berlin–Frankfurt (Oder)–Grenze D/PL“ nun anders organisieren.
Auslöser war eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage zum RE1. Daraus ging hervor, dass die Deutsche Bahn mehrere Bauprojekte bündeln und die Strecke zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) über Monate sperren wollte. Die Länder Berlin und Brandenburg hatten nach bisherigen Angaben vorab keine detaillierte Information über diese Pläne erhalten.
Warum die RE1-Strecke Berlin–Frankfurt (Oder) so wichtig ist
Die Verbindung gehört zu den wichtigsten Bahnachsen im Osten der Hauptstadtregion. Auf ihr fährt der RE1, der Pendlerinnen und Pendler aus Frankfurt (Oder), Fürstenwalde, Erkner, Berlin und Brandenburg verbindet. Nach Angaben aus der Debatte nutzen täglich rund 60.000 Menschen diese Linie. Zusätzlich fahren Fernzüge nach Polen und zahlreiche Güterzüge über die Strecke.
Auch die Wirtschaft wäre betroffen gewesen. Die IHK warnte vor erheblichen Folgen für Unternehmen, Beschäftigte und Lieferketten in Ostbrandenburg. Besonders sensibel ist der Abschnitt Fangschleuse. Dort soll 2026 der neue Bahnhof am Tesla-Werk öffnen. Eine lange Sperrung hätte die Erreichbarkeit des Standorts deutlich erschwert.

Auf der Strecke Berlin–Frankfurt (Oder) plant die Deutsche Bahn umfangreiche Infrastrukturarbeiten, darunter die Modernisierung von Gleisen und Stellwerkstechnik. / © Foto: Deutsche Bahn AG
Welche Alternativen die Deutsche Bahn jetzt prüft
Nach den Protesten hat die Deutsche Bahn mehrere neue Varianten entwickelt. Eine Möglichkeit sieht vor, die Bauzeit in zwei Abschnitte zu teilen. Eine weitere Variante wäre ein eingleisiger Betrieb während der Sanierung. Dann könnten zumindest einzelne Züge weiterfahren. Das wäre vor allem für den Fernverkehr nach Polen und für wichtige Regionalverbindungen relevant.
Eine leistungsfähige Umleitungsstrecke gibt es derzeit kaum. Die Ostbahn über Küstrin eignet sich nur eingeschränkt als Ersatzroute. Sie ist weiterhin über weite Teile eingleisig und nicht elektrifiziert. Genau deshalb fordern Politiker und Verbände seit Jahren einen Ausbau dieser Verbindung.
Was 2029 auf der Strecke Berlin–Frankfurt (Oder) geplant ist
Die Deutsche Bahn will im Rahmen des Projekts „Berlin–Frankfurt (Oder)–Grenze D/PL“ mehrere Arbeiten bündeln. Dazu gehören nach bisherigen Angaben die Erneuerung und Digitalisierung von Stellwerken sowie weitere Eingriffe in die Infrastruktur. Das neue zentrale Stellwerk in Frankfurt (Oder) soll laut Bundestagsdrucksache im September 2029 in Betrieb gehen.
Konkrete Details zu den neuen Varianten will die Deutsche Bahn zeitnah im Verkehrsausschuss des Brandenburger Landtags erläutern. Klar ist bereits: Die ursprünglichen Pläne für eine durchgehende neunmonatige Vollsperrung haben politisch und wirtschaftlich erheblichen Druck erzeugt. Die neue Planung soll diesen Druck reduzieren und die Belastung für Fahrgäste, Unternehmen und den internationalen Verkehr begrenzen.
Quellen: Tagesspiegel, Deutscher Bundestag Drucksache 21/5352, rbb24, Deutsche Bahn, Radioeins
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Ach, hat man nun auch entdeckt, dass diese Bahnverbindung strategisch wichtig ist!? Der Ami in Grünheide hat diesen Standort nicht grundlos gewählt. Was aktuell wieder an Gütertransporten über diese Strecke gen Polen und zurück reist, bleibt nur zu spekulieren, auf jeden Fall sind die Transporte auf der Strecke wieder deutlich angestiegen gegenüber den letzten Jahren. Strategisch ist es recht riskant sich nur auf eine Strecke und einen Übergang über die Oder zu fixieren. Ein Ausbau der Strecken zu Oder-Übergängen im Norden und Süden Ff/O wäre strategisch wohl sinnvoll. Länderübergreifende Produktionen waren bereits zu Gründerzeiten etabliert. Jede Mode, wenn auch mit Abweichungen, wiederholt sich irgendwann. Der Fokus auf Solitäre ist immer ein Risiko für empfindliche Verletzungen. Mehrgleisige Planungen können dahingehend schützen und Totalausfälle abmildern.