Der RE1 fährt ab 25. August wieder direkt zwischen Berlin und Frankfurt (Oder). In Fangschleuse bleiben jedoch vorerst Einschränkungen bestehen.

Auch am Bahnhof Köpenick laufen umfangreiche Arbeiten. Hier entsteht ein neuer Regionalhalt an der Bahnstrecke zwischen Berlin und Frankfurt (Oder). / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ODEG
Auf der wichtigen Bahnverbindung zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) kehrt ein Stück Normalität zurück. Seit dem 25. August können Fahrgäste wieder ohne den zuletzt nötigen Wechsel in Erkner reisen. Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten entlang der RE1-Strecke allerdings noch nicht.
- Linie: RE1
- Strecke: Berlin Ostbahnhof – Frankfurt (Oder)
- Weitere Arbeiten: Zweites Bahnsteiggleis in Fangschleuse noch nicht fertig
- Gesamtinbetriebnahme Fangschleuse: Dezember 2026
Seit Dienstag, 25. August 2026, fährt der RE1 wieder durchgehend zwischen Berlin Ostbahnhof und Frankfurt (Oder). Damit endet der zuletzt notwendige Umstieg in Erkner. Fahrgäste mussten dort zwischen S-Bahn und Regionalexpress wechseln. Auch für den Fern- und Güterverkehr ist die Freigabe wichtig: Nach Angaben der Deutschen Bahn fahren die Eurocity-Züge zwischen Berlin, Frankfurt (Oder) und Polen sowie die Güterzüge wieder planmäßig über die Strecke.
Die Rückkehr der Direktverbindung folgt auf intensive Bauarbeiten zwischen Berlin und Ostbrandenburg. Neben Fangschleuse standen dabei die Stationen Berkenbrück, Jacobsdorf und Pillgram sowie Bauarbeiten im Berliner Südosten im Mittelpunkt.
RE1 fährt wieder direkt – doch Fangschleuse bleibt ein Engpass
Vollständig beendet sind die Einschränkungen noch nicht. In Fangschleuse kann die Deutsche Bahn den vorgesehenen Bauzustand nicht wie geplant herstellen. Einzelne Bauleistungen haben sich verzögert. Vor allem die Fertigstellung des zweiten Bahnsteiggleises benötigt nach aktueller Planung länger. Der bereits eröffnete Bahnsteig 4 steht dagegen zur Verfügung.
Das hat direkte Folgen für den RE1. Die Züge der ODEG fahren in Fangschleuse vorerst ausschließlich über Bahnsteig 4. Deshalb können nicht alle Verbindungen zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) dort halten. Die Bahn passt nach eigenen Angaben die Fahrplandaten an. Reisende sollten daher vor der Fahrt prüfen, ob ihr Zug Fangschleuse tatsächlich bedient.
RE1-Bahnhof Fangschleuse ist teilweise in Betrieb
Der Neubau in Fangschleuse spielt für die Entwicklung der gesamten Strecke eine zentrale Rolle. Die neue Station liegt näher am Industriegebiet Freienbrink und am Tesla-Werk als der bisherige Bahnhof. Der Neubau gehört allerdings nicht zu den eigentlichen i2030-Bahnsteigverlängerungen entlang des RE1-Korridors. i2030 führt Fangschleuse und den neuen Regionalbahnhof Köpenick als separate Projekte auf.
Auch über Fangschleuse hinaus soll der RE1 mehr Fahrgäste aufnehmen können. Das i2030-Projekt sieht vor, mehrere zu kurze Bahnsteige auf 220 Meter zu verlängern. Dadurch sollen dort achtteilige Doppelstockzüge halten können. Im Zielzustand sind bis zu 800 Sitzplätze pro Zug vorgesehen. i2030 bezeichnet den RE1 als die am stärksten nachgefragte Regionalexpresslinie im Gebiet des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg.
Längere RE1-Züge brauchen längere Bahnsteige
An den Stationen Berkenbrück, Jacobsdorf und Pillgram laufen 2026 entsprechende Arbeiten. Neben den Bahnsteigverlängerungen baut DB InfraGO dort auch neue Weichen ein. Ab Mitte Dezember sollen an den ausgebauten Stationen achtteilige Züge halten können. Der Ausbau gehört zur zweiten Baustufe des Korridors Magdeburg–Berlin–Eisenhüttenstadt. Weitere Stationen sollen schrittweise folgen.
Die zusätzlichen Kapazitäten sind bereits auf der Fahrzeugseite vorbereitet. Die ODEG setzt auf dem RE1 zwei vierteilige Desiro-HC-Einheiten gekoppelt als achtteiligen Zug ein. Die Infrastruktur muss nun an mehreren Stationen an diese Zuglängen angepasst werden.
Parallel liefen während der Sperrung Arbeiten in Treptow-Köpenick. Besonders der künftige Regionalbahnhof Köpenick und der Bereich Hirschgarten stehen dort im Fokus. An den Fernbahngleisen arbeitete die Bahn unter anderem an der Leit- und Sicherungstechnik, entfernte Behelfsbrücken und bereitete neue Fußgängertunnel vor. Der Umbau des Bahnhofs Köpenick zum Regionalbahnhof läuft unabhängig von der nun wiederhergestellten RE1-Direktverbindung weiter.
RE1: Bahnhof Fangschleuse
Quellen: Deutsche Bahn, DB InfraGO
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