Seit Monaten warten Passanten am Rathaus Steglitz auf den geplanten Beginn der Fassadenuntersuchung. Vor dem Aufbau des Gerüsts müssen zunächst weitere statische Nachweise für den darunterliegenden U-Bahn-Bereich erbracht werden.

Das Rathaus Steglitz an der Schloßstraße: Die Fassade soll untersucht und anschließend saniert werden. / © Foto: depositphotos.com
© Titelbild: depositphotos.com
Seit fast einem Jahr führt am Rathaus Steglitz ein Sicherheitstunnel entlang der Schloßstraße und Grunewaldstraße. Er soll Passanten vor herabfallenden Teilen der Fassade und des Daches schützen. Eigentlich sollte das Provisorium längst einem Gerüst weichen. Doch derzeit ist davon noch nichts zu sehen. Eine neue Anfrage im Abgeordnetenhaus macht nun deutlich, warum sich der Beginn der Arbeiten weiter hinzieht.
Der Aufbau des Fassadengerüsts verzögert sich weiterhin. Zwar ist eine Gerüstbaufirma bereits beauftragt und die Planung abgeschlossen, für den Aufbau sind jedoch noch weitere Abstimmungen erforderlich. Dabei spielt auch die Lage des Rathauses über den U-Bahn-Anlagen eine Rolle.
Rathaus Steglitz: Gerüst steht über einem U-Bahn-Ausgang
Das Rathaus liegt unmittelbar an einer vielbefahrenen Kreuzung. Unter dem Gebäude beziehungsweise in seinem direkten Umfeld verlaufen Anlagen der Berliner U-Bahn. Nach Angaben der BVG befindet sich das geplante Gerüst direkt oberhalb eines U-Bahn-Ausgangs. Deshalb müsse vor dem Aufbau nachgewiesen werden, dass die Konstruktion mit den Bahnanlagen technisch verträglich ist.
In der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage der CDU-Abgeordneten Dr. Claudia Wein konkretisiert die BVG nun ihre Anforderungen. Benötigt werden unter anderem Berechnungen der maßgeblichen Stiellasten sowie Aufbau- und Logistikpläne. Auch Angaben zur geplanten Nutzung des Gerüsts seien erforderlich. Je nach Ergebnis könnten zusätzliche Schutzmaßnahmen oder betriebliche Abstimmungen notwendig werden.

Der U-Bahn-Aufgang liegt unmittelbar am Rathaus Steglitz. Für das geplante Fassadengerüst muss deshalb die statische Verträglichkeit mit der U-Bahn-Anlage geprüft werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Lukas Beck, CC BY-SA 4.0
Zeitplan für Rathaus-Sanierung bleibt vorerst offen
Die BVG hatte nach eigenen Angaben erstmals am 26. Mai auf Anfragen des beauftragten Planungsbüros reagiert und weitere Bewertungsgrundlagen angefordert. Einen konkreten Zeitplan für die Prüfung kann sie derzeit nicht nennen.
Damit bleibt auch offen, wann das Gerüst tatsächlich errichtet werden kann. Das Bezirksamt hatte zuletzt erklärt, dass die Schadensfeststellung voraussichtlich noch 2026 erfolgen könne. Die eigentliche Sanierung werde in diesem Jahr hingegen eher nicht mehr abgeschlossen. Vorgesehen sind unter anderem Arbeiten an der straßenseitigen Fassade und an den Fenstern.
Vom Steglitzer Kreisel bis zum Bierpinsel: Arbeiten an der Schloßstraße stocken
Der Senat sieht in dem bisherigen Verfahren unterdessen keinen unverhältnismäßig langen Abstimmungsprozess. Er verweist auf die vorgeschriebenen Verfahren bei Bauarbeiten in der Nähe von U-Bahn-Anlagen. Gerade bei einer direkten Wechselwirkung mit der Infrastruktur sei eine frühzeitige Abstimmung mit der BVG sinnvoll.
Damit bleibt das Rathaus Steglitz vorerst Teil eines größeren Problems rund um das Steglitzer Zentrum. Neben dem Rathaus warten auch andere prägende Orte wie der Steglitzer Kreisel, der Bierpinsel, der U-Bahnhof Schloßstraße und der Hermann-Ehlers-Platz auf eine dauerhafte Perspektive. Wann zumindest am Rathaus die provisorische Situation endet, ist derzeit weiterhin offen.
Rathaus Steglitz
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19 / 26 718, Schriftliche Anfrage
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
One Comment
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.



Steglitz verkommt immer mehr zu einem Unort. Ich bin um jeden Tag froh, den ich nicht durch die Absperrungen am Rathaus, unter der Autobahn, dem Kreisel oder dem Bierpinsel muss!