Am Rathaus Steglitz beginnen in den kommenden Wochen umfangreiche Sanierungsarbeiten. Nach monatelangen Provisorien zum Schutz von Passantinnen und Passanten soll die denkmalgeschützte Fassade nun systematisch instand gesetzt werden. Der Start der Bauarbeiten fällt in eine Phase, in der sich auch das Umfeld rund um die Schloßstraße sichtbar verändert.

In den kommenden Wochen beginnen bereits die Fassadenarbeiten am Rathaus Steglitz, dies kann insbesondere zu Einschränkungen für zu Fuß Gehende am Ausgang der U9 führen. / © Foto: Wikimedia Commons, Lukas Beck, CC BY-SA 4.0
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© Foto Titelbild: IMAGO / Frank Sorge
Am Rathaus Steglitz gehen die vorbereitenden Maßnahmen für eine umfassende Fassadensanierung in die nächste Phase. Nachdem sich vor rund einem halben Jahr ein Stein aus der Außenfassade gelöst hatte, wurde entlang der Schloßstraße ein Schutztunnel errichtet. Nun sollen in den kommenden Wochen beide Straßenseiten eingerüstet werden, um den baulichen Zustand systematisch zu prüfen.
Mit dem Aufbau der Gerüste beginnt zugleich die detaillierte Schadenskartierung. Erst danach lässt sich festlegen, welche Maßnahmen im Einzelnen notwendig sind. Für die Sanierung stehen im Bezirkshaushalt 2026 insgesamt 500.000 Euro bereit. Das Projekt ist Teil der laufenden baulichen Unterhaltung öffentlicher Gebäude in Steglitz-Zehlendorf.
Fassadensanierung unter Denkmalschutz: Restaurator begleitet die Arbeiten am Rathaus Steglitz
Im Zentrum der Sanierung stehen die historischen Fassaden zur Schloßstraße und zur Grunewaldstraße sowie die Fenster des Gebäudes. Aufgrund des Denkmalschutzes wird ein Restaurator eingebunden, der die Arbeiten fachlich begleitet, wie die Berliner Morgenpost berichtet. Ziel ist es, die Substanz zu sichern und weitere Gefahren für den öffentlichen Raum auszuschließen.
Ein Planungsbüro ist bereits seit September 2025 mit den Vorbereitungen beauftragt. Auch die Ausschreibung für die Gerüstarbeiten wurde abgeschlossen. Der genaue Bauablauf bleibt jedoch abhängig vom Zustand der Fassade, der erst nach dem Aufbau der Gerüste vollständig beurteilt werden kann, wie Maren Schellenberg (Grüne) der Berliner Morgenpost mitteilte. Verzögerungen gelten daher nicht als ausgeschlossen.
Rathaus Steglitz: Neogotischer Verwaltungsbau mit kulturhistorischer Bedeutung
Das Rathaus Steglitz wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Rathaus der damaligen Landgemeinde Steglitz errichtet. Der Bau entstand in den Jahren 1897 und 1898 im Stil der Neogotik und prägt bis heute das Bild an der Kreuzung Schloßstraße und Grunewaldstraße. Über Jahrzehnte war das Gebäude Sitz der kommunalen Verwaltung und ist eng mit der Entwicklung Steglitz’ verbunden.
Auch kulturgeschichtlich ist das Haus bedeutsam. Im Ratskeller wurde 1901 die Jugendbewegung „Wandervogel“ gegründet. Diese historische Dimension trägt zur besonderen Bedeutung des Gebäudes bei und erklärt die hohen Anforderungen an den Umgang mit der Bausubstanz.
Integration in „Das Schloss“: Rathaus Steglitz bleibt Verwaltungsstandort
Seit 2005 ist das historische Rathaus in das Einkaufszentrum „Das Schloss“ integriert. Dabei wurde der Innenhof überdacht und neue Zugänge geschaffen, unter anderem zur U-Bahn-Station Rathaus Steglitz. Trotz der Einbindung in den Einkaufs- und Verkehrsraum werden im Altbau weiterhin Verwaltungsbereiche sowie ein Bürgeramt genutzt.
Die laufende Sanierung betrifft ausschließlich den denkmalgeschützten Altbau. Der Betrieb der angrenzenden Einrichtungen soll während der Bauzeit aufrechterhalten bleiben. Einschränkungen ergeben sich vor allem für Fußgängerinnen und Fußgänger, die den Bereich rund um die Gerüste passieren.
Sanierung im städtebaulichen Kontext: Rathaus Steglitz im Wandel der Schloßstraße
Der Beginn der Arbeiten am Rathaus fällt in eine Phase weiterer Umbrüche im direkten Umfeld. Gegenüber, am Hermann-Ehlers-Platz, soll ab 2026 eine umfassende Neugestaltung starten. Damit rückt das Rathaus Steglitz erneut in den Mittelpunkt eines sich wandelnden Stadtraums an der Schloßstraße.
Die Sanierungsarbeiten am Rathaus sollen nach aktuellem Stand bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Dann könnte das Gebäude nicht nur sicherer, sondern auch baulich gestärkt in ein Umfeld zurückkehren, das sich insgesamt neu ordnet.
Quellen: Berliner Morgenpost, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Wikipedia, Austrasse Zuerich
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