Seit mehr als drei Jahren ist das Rathaus Spandau eingerüstet. Die Sanierung des historischen Gebäudes dauert länger und wird teurer als geplant. Wann die Gerüste endlich wieder verschwinden könnten, ist inzwischen absehbar.

Das Rathaus Spandau mit saniertem Rathausturm und einem großen Gerüst mit Schutzplanen am angrenzenden Gebäudeteil während der laufenden Sanierung.

Das Rathaus Spandau ist weiterhin eingerüstet. Nach Abschluss der Arbeiten am 80 Meter hohen Rathausturm laufen nun weitere Sanierungsarbeiten an einem angrenzenden Gebäudeteil. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Für viele Spandauerinnen und Spandauer ist es inzwischen ein gewohnter Anblick: Seit mehr als drei Jahren verschwindet ein großer Teil des Rathauses Spandau hinter Gerüst und Planen. Ein baldiges Ende ist nicht in Sicht. Auf Nachfrage von ENTWICKLUNGSSTADT hat das Bezirksamt nun mitgeteilt, wann das Gerüst voraussichtlich verschwinden soll und warum sich die Sanierung länger hinzieht als ursprünglich geplant.

  • Bezirk: Spandau
  • Adresse: Carl-Schurz-Straße 2/6, 13597 Berlin
  • Projekt: Sanierung des südlichen Dachbereichs
  • Gerüst aufgebaut: Juni 2023
  • Baufortschritt: rund 40 Prozent
  • Geplanter Abschluss: viertes Quartal 2027
  • Gerüstabbau: Ende 2027 bis Anfang 2028

Das Gerüst am Rathaus Spandau steht bereits seit Juni 2023. Das hat das Bezirksamt Spandau auf Nachfrage von ENTWICKLUNGSSTADT bestätigt. Und es wird das Erscheinungsbild des Rathauses noch eine ganze Weile prägen.

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Nach dem aktuellen Bauablaufplan soll die Sanierung des südlichen Dachbereichs erst im letzten Quartal 2027 abgeschlossen werden. Danach beginnt der schrittweise Rückbau. Vollständig verschwunden sein soll das Gerüst voraussichtlich Ende 2027 oder Anfang 2028. Damit könnte dieser Teil des denkmalgeschützten Rathauses insgesamt rund viereinhalb Jahre eingerüstet sein.

Rathaus Spandau: Sanierung bislang zu rund 40 Prozent abgeschlossen

Hinter den Planen laufen deutlich umfangreichere Arbeiten, als von außen zu erkennen ist. Zimmerleute und Dachdecker setzen die Dachkonstruktion instand und erneuern Teile davon. Auch die Dacheindeckung wird bearbeitet. Hinzu kommen Betonsanierungen an der Mansarde und Arbeiten an der Statik. So muss unter anderem die Decke zwischen dem dritten und vierten Obergeschoss ertüchtigt werden.

Gleichzeitig baut der Bezirk die Innenräume zu Büros aus. Dazu gehören Trockenbau-, Putz-, Maler- und Bodenarbeiten sowie neue Elektro- und Heizungsinstallationen. Auch die Innentüren werden denkmalgerecht ertüchtigt und die Dachfenster erneuert. Mit der Sanierung soll sich zugleich die Energiebilanz des historischen Gebäudes verbessern.

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Drei Bauabschnitte: Arbeiten am Rathaus unterschiedlich weit

Die südliche Dachsanierung ist in drei Bereiche unterteilt. Im ersten Abschnitt sind die Arbeiten am Dach nach Angaben des Bezirksamts weitgehend abgeschlossen. Dort läuft inzwischen der Innenausbau. Im zweiten Bereich wurde die Entkernung beendet. Aktuell stehen dort Zimmerer- und Betonsanierungsarbeiten an.

Deutlich früher im Prozess befindet sich der dritte Abschnitt. Dort werden derzeit noch der Bestand und vorhandene Schäden erfasst und kartiert. Erst auf dieser Grundlage lässt sich festlegen, welche Arbeiten tatsächlich notwendig sind. Die Ausführung soll nach Angaben des Bezirksamts in Kürze beginnen. Insgesamt beziffert die Verwaltung den Fortschritt der gesamten Maßnahme derzeit auf rund 40 Prozent.

Sanierung am Rathaus Spandau dauert länger und wird teurer

Dass sich das Projekt noch über das gesamte Jahr 2027 ziehen wird, war ursprünglich so nicht vorgesehen. Auf Nachfrage von ENTWICKLUNGSSTADT bestätigt das Bezirksamt ausdrücklich, dass die Arbeiten nicht mehr im ursprünglich geplanten Zeit- und Kostenrahmen liegen.

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Als Grund nennt die Verwaltung zusätzlichen Sanierungsbedarf, der sich erst während der Arbeiten gezeigt habe. Bei einem historischen Bestandsgebäude ließen sich Teile der Konstruktion erst nach ihrer Öffnung vollständig untersuchen. Dabei seien weitere notwendige Arbeiten festgestellt worden. Welche zusätzlichen Kosten dadurch konkret entstehen, teilte das Bezirksamt nicht mit.

Gerüst dient laufendem Rathausbetrieb in Spandau

Über das das Straßenbild prägende Gerüst erreichen die Bauleute die verschiedenen Arbeitsbereiche. Ein integrierter Bauaufzug ermöglicht es zudem, Bauschutt abzutransportieren und neues Material nach oben zu bringen. Das ist auch deshalb relevant, weil das Rathaus während der Arbeiten weiter genutzt wird. Der Materialtransport soll deshalb so organisiert werden, dass der laufende Betrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird.

Wer auf einen bald wieder freien Blick auf diesen Teil des Rathauses hofft, muss sich dennoch gedulden: Nach aktuellem Stand dürfte das Gerüst noch mehr als ein Jahr stehen.

Rathaus Spandau
Am denkmalgeschützten Rathaus Spandau laufen nach Abschluss der Turmsanierung weitere Arbeiten am Gebäude und am Dachgeschoss.

Quellen: Bezirksamt Spandau

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