Das „Rathaus der Zukunft“ am Alexanderplatz wurde weiterentwickelt und nun öffentlich vorgestellt. Geplant sind 16 Geschosse, Bibliothek, BVV-Saal, Dachcafé und Holz-Hybridbau.

Die aktuelle Visualisierung zeigt das geplante Rathaus der Zukunft am Alexanderplatz mit Hochhaus, öffentlichem Sockel und begrünten Freiräumen auf dem Areal des Hauses der Statistik. / © Visualisierung: Atelier Schmelzer Weber Architekten
© Titelbild: Atelier Schmelzer Weber Architekten
Das „Rathaus der Zukunft“ gehört zu den größten noch ausstehenden Neubauten rund um den Alexanderplatz. Doch seit dem Architekturwettbewerb hat sich der Entwurf weiter verändert. In der jüngsten Sitzung des Berliner Baukollegiums zeigte das Planungsteam nun, wie das Hochhaus funktionieren soll – vom öffentlichen Sockel bis zum Panoramacafé ganz oben.
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Standort: Otto-Braun-Straße 70–72 / Areal Haus der Statistik
- Projektstatus: laufende Planung
- Höhe: 16 Geschosse

Ein großes Atrium soll die verschiedenen Ebenen des Rathauses Berlin-Mitte miteinander verbinden. In den oberen Geschossen sind flexible Arbeitsbereiche mit Holzdecken und offenen Kommunikationszonen geplant. / © Visualisierung: Atelier Schmelzer Weber Architekten
Der Entwurf stammt vom Dresdner Atelier Schmelzer Weber, das sich 2025 im offenen Architekturwettbewerb durchgesetzt hatte. Damals reichten zunächst mehr als 150 Büros Beiträge ein; in der zweiten Phase bewertete das Preisgericht 20 Arbeiten. Seitdem hat das Büro den Siegerentwurf weiterentwickelt. Im Baukollegium wurde das Rathaus nun mit rund 31.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche und 16 Geschossen vorgestellt.
Das ist bemerkenswert, denn der Wettbewerbsentwurf sah noch einen 18-geschossigen Hochpunkt vor. Nach Angaben der Architekten wurden inzwischen vor allem die Geschosshöhen im Sockel angepasst. Parallel läuft das Bebauungsplanverfahren 1-105 für das gesamte Quartier am Haus der Statistik.
Rathaus der Zukunft: Die unteren drei Geschosse bleiben öffentlich
Im Inneren soll das Rathaus weit mehr als ein Verwaltungsbau werden. Der Sockel umfasst drei öffentlich geprägte Etagen. Im Erdgeschoss liegen Bürgerbüro und Kantine. Darüber folgen Ausstellungsflächen und eine Stadtteilbibliothek. Der Sitzungssaal der Bezirksverordnetenversammlung bildet einen weiteren zentralen Bereich. Erst darüber beginnen die regulären Bürogeschosse der Verwaltung.
Die Bibliothek soll sich zum sogenannten Aktivitätenband des Quartiers öffnen. Geplant sind Kinder- und Jugendbibliothek, Makerspace und Jugendlabore. Ein großes Atrium mit Sitztreppe verbindet die öffentlichen Ebenen. Auch der BVV-Saal wurde seit dem Wettbewerb verändert: Er soll nun zweigeschossig und multifunktional nutzbar werden. Vom Foyer können Besucher in den Saal sehen.

Die Visualisierung zeigt die offene Eingangshalle des geplanten Rathaus Mitte mit großzügigem Atrium, Freitreppen und öffentlich zugänglichen Bereichen. / © Visualisierung: Atelier Schmelzer Weber Architekten
Panoramacafé im Rathaus-Hochhaus mit Blick auf den Fernsehturm
Besonders öffentlich soll auch der Dachabschluss werden. Ganz oben planen die Architekten ein Panoramacafé und umlaufende Stadtbalkone. Zudem sind Räume des Standesamts vorgesehen. Wer dort heiratet, soll in Richtung Alexanderplatz und Fernsehturm blicken können.
Auch konstruktiv hat das Projekt besondere Ziele. Der Sockel und die Gebäudekerne sollen aus Stahlbeton entstehen, die Bürogeschosse dagegen als Holz-Hybridkonstruktion mit Massivholzdecken. Vorgesehen sind außerdem Geothermie, Photovoltaikflächen auf Dach und Fassade sowie das Nachhaltigkeitsniveau BNB Gold. Die oberen Etagen sollen überwiegend natürlich belüftet werden.

Die Visualisierung zeigt das geplante Rathaus der Zukunft am Alexanderplatz aus Richtung Otto-Braun-Straße. Der 16-geschossige Hochpunkt wächst aus einem gestaffelten Sockel mit öffentlichen und administrativen Nutzungen heraus. / © Visualisierung: Atelier Schmelzer Weber Architekten
Rathaus Berlin-Mitte: Fertigstellungstermin bleibt offen
Die Planung ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Atelier Schmelzer Weber will nach Angaben aus der Sitzung die Leistungsphase 2 im Oktober 2026 einreichen. Danach soll die Planung 2027 weiterlaufen. Einen Fertigstellungstermin wollte das Büro ausdrücklich nicht nennen, da derzeit unterschiedliche Zeitangaben im Umlauf seien.
Damit ist der aktuelle Stand konkreter als noch beim Wettbewerbsentscheid im Frühjahr 2025, aber noch nicht endgültig. Zusammen mit Wohnungen, Kultur und den sanierten DDR-Bauten soll das Rathaus künftig einen wesentlichen Baustein des neuen Quartiers am Alexanderplatz bilden.
Rathaus der Zukunft am Alexanderplatz
Quellen: 113. Sitzung des Baukollegiums Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bebauungsplanverfahren 1-105 „Haus der Statistik“, Atelier Schmelzer Weber Architekten
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Noch so ein hösslicher Klotz am Alex, den niemend braucht.Babylon Berlin.
Wieder so ein hässlicher weißer Kasten – „Copy paste“, null Kreativität. Berlin wird nie aus seinen architektonischen Fehlern der Vergangenheit lernen.