Am Rappoltweg in Hamburg-Bergedorf entsteht in den kommenden Monaten ein neues Wohngebäude mit 56 geförderten Wohneinheiten. Die Fertigstellung soll 2027 erfolgen. Damit wird das Quartier städtebaulich abgeschlossen und die ehemalige Einkaufszentrumsfläche neu genutzt.

Das Projekt befindet sich am nördlichen Ende des Rappoltweg-Quartiers in Hamburg-Bergedorf. Geplant ist ein siebenstöckiges Gebäude mit 56 geförderten Wohnungen, einer Tiefgarage und Freiflächen für Aufenthalt und Spiel. / © Visualisierung: LRW Architektur und Stadtplanung
© Titelbild: LRW Architektur und Stadtplanung
Am nördlichen Ende der ehemaligen Einkaufszentrum-Fläche am Rappoltweg plant die städtische Wohnungsbaugesellschaft Fördern & Wohnen AöR einen fünf- bis siebengeschossigen Neubau mit 56 geförderten Wohnungen. Im Februar 2026 haben vorbereitende Arbeiten auf der Baustelle begonnen, um die Umsetzung des Projekts im laufenden Jahr vorzubereiten.
Über 50 neue Wohnungen für Bergedorf: Flexible Wohnnutzung und gemeinschaftliche Räume
Die entstehenden Wohnungen, verteilt auf 1‑ bis 4‑Zimmer-Einheiten, lassen sich an unterschiedliche Wohnsituationen anpassen. Die Gebäude sollen zunächst als öffentlich-rechtliche Unterkünfte genutzt werden und perspektivisch in den regulären geförderten Mietwohnungsmarkt überführt werden. Bereits in der Planung wurden die Räume so dimensioniert, dass sie sowohl in der initialen Nutzung als auch in der späteren Wohnnutzung funktionieren und eine angemessene Wohnqualität bieten. Dazu gehört unter anderem die Ausbildung separater Küchen- und Wohnräume. Diese „Wandelstrategie“ erlaubt flexible Nutzung über die Zeit.
Das Vorhaben bildet den städtebaulichen Abschluss eines Quartiers, dessen westliche und östliche Teile bereits mit Wohnanlagen und einer barrierefreien Servicewohnanlage bebaut sind. Die neue Bebauung ergänzt diesen Baustein und setzt einen Hochpunkt im Kreuzungsbereich Rappoltweg/Dohnányiweg. Für die architektonische und städtebauliche Planung zeichnet LRW Architektur und Stadtplanung aus Hamburg verantwortlich.
Neubau am Rappoltweg: Serielle Planung und modulare Bauweise
Die Gebäude werden in serieller und modularer Massivbauweise errichtet, wodurch Abläufe auf der Baustelle effizienter gestaltet werden können. Bereits in der Planung wurden zentrale Bauteile wie Badzellen, Fertigteilschächte, Fenster und Balkone auf ein sich wiederholendes Minimum reduziert, um Standardisierungspotenziale optimal zu nutzen. Bauherr, Generalunternehmen MBN GmbH und Architekturbüro arbeiten als eng verzahntes Bauteam, um Schnittstellen zu minimieren und den Bauprozess zu optimieren.
Die beiden Baukörper mit fünf und sieben Geschossen folgen einem wiederkehrenden Wohnungstypenkonzept, das Bauzeit und Kosten reduziert. Die Fassade wird aus mosaikartig verlegten Vollformat-Verblendsteinen bestehen, die bei der industriellen Klinkerproduktion als Nebenprodukt anfallen. Das Material, das sonst aussortiert würde, wird so erneut wertgeschätzt und ergibt ein lebendiges, individuell strukturiertes Fassadenbild.
Geplante Fertigstellung 2027: Rappoltweg-Projekt verbindet Grünflächen, Fahrradangebote und energieeffizientes Bauen
Im Außenraum sind Aufenthaltsflächen, Kinderspielflächen und neu gepflanzte Bäume vorgesehen, wobei der bestehende Baumbestand weitgehend erhalten bleiben soll. Vor den Eingängen sind Fahrradstellplätze geplant; alternative Mobilitätsangebote sollen den Autoverkehr reduzieren.
Mit dem Bauvorhaben folgt Hamburg dem stadtentwicklungspolitischen Ziel, soziale Durchmischung, ökologische Nachhaltigkeit und planerische Effizienz zu verbinden und die Wohnungsbaukrise aktiv zu adressieren. Die Fertigstellung ist für Oktober 2027 vorgesehen.
Quellen: hamburg.de, Bezirk Bergedorf, LRW Architektur und Stadtplanung PartG mbB
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