Hamburg zieht Bilanz beim Ausbau der Radwege. Seit 2016 entstanden fast 500 Kilometer neue oder erneuerte Strecken.

Eine Familie nutzt einen breiten Radweg in Hamburg. Der Ausbau sicherer Radwege gehört zu den zentralen Maßnahmen des Bündnisses für Rad- und Fußverkehr. / © Foto: Eva Haeberle
© Titelbild: Eva Haeberle
Hamburg hat sein Wegenetz für Radfahrende in den vergangenen zehn Jahren deutlich verändert. Eine neue Bilanz nennt nun konkrete Zahlen. Sie zeigt außerdem, dass der Ausbau längst über einzelne Radwege hinausgeht.
- Beginn des Bündnisses: 2016
- Bündnispartner: 28 Behörden, Bezirke, Landesbetriebe und Institutionen
- Neue oder erneuerte Radwege: Fast 500 Kilometer seit 2016
- Erweiterung des Radnetzes: Mehr als 200 Kilometer
Seit 2016 hat Hamburg fast 500 Kilometer Radwege neu gebaut oder grundlegend erneuert. Zugleich wuchs das übergeordnete Radnetz um mehr als 200 Kilometer. Es umfasst heute 23 Radrouten, die Stadtteile, Bezirkszentren und die Innenstadt miteinander verbinden. Hinzu kommen Fahrradstraßen und eigenständig geführte Verbindungen.
Die Bilanz unterscheidet dabei nicht zwischen vollständig neuen Strecken und umfassend sanierten Anlagen. Zu den Arbeiten zählen deshalb auch breitere Wege, neue Oberflächen und eine stärkere Trennung vom Autoverkehr. Allein 2024 stellte Hamburg mit 65 Kilometern neuer oder erneuerter Radwege einen Jahresrekord auf.
Hamburg setzt stärker auf geschützte Radwege
Neben der Länge rückt die Qualität der Strecken stärker in den Mittelpunkt. Hamburg baut unter anderem geschützte Radfahrstreifen, baulich getrennte Wege und Fahrradstraßen. Beispiele finden sich an der Esplanade, an der Hannoverschen Straße in Harburg und auf der Reeperbahn. Die Anlagen sollen Konflikte mit dem Auto- und Fußverkehr reduzieren.
Auch die Orientierung verändert sich. Hamburg stattet das Radnetz schrittweise mit neuen Schildern und Bodenmarkierungen aus. Die erste Phase betrifft rund 100 Kilometer auf den Radrouten 1, 3, 4 und 7. Das System soll Ziele, Entfernungen und Streckenverläufe besser erkennbar machen.

Markierungen auf einem Hamburger Radweg zeigen die Fahrtrichtung für den Radverkehr. Der kontinuierliche Ausbau der Radwege soll Sicherheit und Orientierung im Stadtverkehr verbessern. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Fahrradparken und Leihräder ergänzen den Ausbau
Das Bündnis beschränkt sich aber nicht nur auf Radwege. An Hamburger Schnellbahnstationen stehen inzwischen rund 30.000 Fahrradstellplätze zur Verfügung. Das Leihradsystem StadtRAD umfasst nach Angaben der Stadt 4.300 Fahrräder an mehr als 350 Stationen. Beide Angebote sollen den Wechsel zwischen Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr erleichtern.
Zudem erfassen inzwischen 180 Dauerzählstellen an 110 Standorten den Radverkehr. Nach Angaben der Verkehrsbehörde nahm dieser seit 2016 um 42 Prozent zu. Die Messungen helfen der Stadt dabei, stark genutzte Verbindungen und Veränderungen im Netz zu erkennen.
Hamburg will bestehende Lücken weiterhin schließen, weitere Routen modernisieren und neue Lösungen erproben. Wie sich der Ausbau in die gesamte Verkehrswende in Hamburg einordnet, zeigt der Blick auf weitere Straßen-, Bahn- und Brückenprojekte. Konkrete Fertigstellungstermine für das gesamte Rad- und Fußwegenetz nennt die Stadt nicht.
Quelle: Freie und Hansestadt Hamburg
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