An der Schöneberger Straße in Tempelhof-Schöneberg entsteht ein neuer, geschützter Radweg, der eine wichtige Lücke im Berliner Radvorrangnetz schließt. Besonders die Kreuzung mit der Alboinstraße wird dabei umfassend umgebaut, um den Verkehr sicherer und den Radverkehr besser geführt zu machen.
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
An der Schöneberger Straße in Tempelhof-Schöneberg wird ein neuer Radweg gebaut. Das Projekt schließt eine Lücke im Berliner Radvorrangnetz. Zugleich zeigt es, wie lange Verkehrsprojekte in Berlin dauern können: Erste Planungsunterlagen lagen bereits 2017 vor.
- Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
- Adresse: Schöneberger Straße, zwischen Alboinstraße und Berlinickeplatz
- Fertigstellung: voraussichtlich 4. Quartal 2026
Wer derzeit an der Schöneberger Straße unterwegs ist, sieht bereits die ersten Bauarbeiten. Maschinen und Absperrungen markieren den Beginn eines Projekts, das für den Radverkehr in diesem Bereich eine wichtige Verbindung schaffen soll. Geplant ist ein geschützter Radweg auf beiden Straßenseiten. Die Radfahrstreifen werden rund 2,40 Meter breit und durch bauliche Elemente vom übrigen Verkehr getrennt.
Bauarbeiten an der Schöneberger Straße haben begonnen
Der neue Radweg entsteht zwischen der Alboinstraße und dem Bereich Eresburgstraße/Borussiastraße. Die Strecke gehört zum Berliner Radvorrangnetz, das wichtige Verbindungen für den Alltagsradverkehr bündeln soll. Mit den jetzt laufenden Arbeiten wird eine bislang bestehende Lücke geschlossen.
Parallel zum Radwegebau wird auch die Kreuzung Schöneberger Straße/Alboinstraße umgebaut. Dort treffen mehrere stark genutzte Verkehrsachsen aufeinander. Künftig sollen getrennte Ampelphasen für abbiegende Fahrzeuge die Verkehrssicherheit erhöhen. Außerdem sind barrierefreie Querungen für Fußgänger vorgesehen. Neue Kameras und Induktionsschleifen sollen die Ampelsteuerung flexibler machen und den Verkehrsfluss verbessern.

Entlang der Schöneberger Straße laufen derzeit verschiedene Bauarbeiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Warum sich der Radweg an der Schöneberger Straße um Jahre verzögert hat
Dass die Bauarbeiten erst jetzt beginnen, hat eine lange Vorgeschichte. Die Bauplanungsunterlage für den Radweg wurde bereits Anfang 2017 erstellt. Nach Angaben der Senatsverkehrsverwaltung sollte das Vorhaben ursprünglich noch vor 2020 vollständig umgesetzt werden.
Mehrere Faktoren führten jedoch zu Verzögerungen. Dazu gehörten Kapazitätsprobleme bei der damaligen Berliner Ampelgesellschaft, umfangreiche Umplanungen an der Kreuzung Schöneberger Straße/Alboinstraße sowie aufwendige Abstimmungen für die Verkehrsführung während der Bauzeit. Weil der Radweg eng mit dem Umbau der Kreuzung verknüpft ist, konnten die Arbeiten über Jahre nicht beginnen. Inzwischen sind die planerischen und technischen Voraussetzungen geschaffen. Die verbliebene Lücke im Radverkehrsnetz wird geschlossen.
Radweg an der Schöneberger Straße schließt Lücke im Berliner Vorrangnetz
Für Berlin ist das Projekt Teil eines deutlich größeren Vorhabens. Das Radvorrangnetz umfasst insgesamt rund 870 Kilometer. Laut Mobilitätsgesetz soll dieses Netz bis 2030 fertiggestellt werden. Bislang wurden jedoch erst rund 78 Kilometer umgesetzt.
Der Abschnitt an der Schöneberger Straße fällt mit 555 Metern vergleichsweise kurz aus. Dennoch hat er eine wichtige Funktion, weil er eine bestehende Unterbrechung im Netz beseitigt. Allerdings wird der neue, geschützte Radweg nicht die gesamte Straße abdecken. Im Bereich Richtung Manteuffelstraße bleibt ein bereits vorhandener markierter Radfahrstreifen bestehen. Nach Angaben der Verwaltung lassen die räumlichen Verhältnisse dort keine andere Lösung zu.
Schöneberger Straße: Weitere Verkehrsmaßnahmen folgen frühestens 2027
Auch die nahegelegene Kreuzung Schöneberger Straße/Manteuffelstraße steht auf der Liste der Berliner Unfallschwerpunkte. Dort sind ebenfalls Umbauten vorgesehen. Geplant sind Anpassungen an der Ampelanlage, Verbesserungen für Fußgänger und Veränderungen an den Fahrbahnmarkierungen.
Ursprünglich sollte dieser Umbau 2026 erfolgen. Nach aktuellem Stand wird eine Umsetzung jedoch erst für 2027 angestrebt. Voraussetzung ist, dass die Finanzierung gesichert werden kann.
Quellen: Berliner Morgenpost, infraVelo, Senatsverwaltung Berlin, Abgeordnetenhaus Berlin
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.



