Die Tour de France könnte 2029 nach Berlin zurückkehren: Eine deutsche Bewerbung für den Grand Départ ist offiziell eingereicht. Bereits 1987 startete das berühmteste Radrennen der Welt in der damals geteilten Stadt.
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Berlin könnte 2029 erneut zur Bühne für eines der größten Sportereignisse der Welt werden. Eine deutsche Bewerbung für den Start der Tour de France ist offiziell eingereicht worden; und die Hauptstadt spielt in den Planungen eine zentrale Rolle, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten.
Hinter der Kandidatur steht der Verein „Grand Départ Allemagne“, der einen Tour-Start im Osten Deutschlands organisieren möchte. Neben Berlin sollen auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Teil des Konzepts werden.
Tour de France 2029: Berlin könnte Teil eines ostdeutschen Grand Départ werden
Der frühere Bundesverteidigungsminister und langjährige Radsportfunktionär Rudolf Scharping bestätigte die eingereichte Bewerbung am Rande der Tour de France in Barcelona.
Die Organisatoren verbinden mit der Bewerbung ausdrücklich mehr als ein internationales Sportereignis. 40 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer soll die Tour durch den Osten Deutschlands auch die Geschichte der deutschen Teilung, der Friedlichen Revolution und des zusammengewachsenen Europas erzählen.
Symbolisches Event: 40 Jahre nach dem Fall der Mauer soll die Tour de France durch Ostdeutschland rollen
Tour-Direktor Christian Prudhomme hatte sich grundsätzlich offen für einen Start im Osten Deutschlands gezeigt. Noch ist die Entscheidung allerdings nicht gefallen. Auch Slowenien und die tschechische Hauptstadt Prag gelten als mögliche Konkurrenten um den Grand Départ 2029.
Eine zentrale Frage bleibt zudem die Finanzierung. Die Initiatoren hoffen neben einer Beteiligung der betroffenen Bundesländer auch auf Unterstützung durch den Bund. Nach Angaben Scharpings soll möglichst bis Ende 2026 Klarheit über die deutsche Kandidatur herrschen.
Schon 1987 startete die Tour de France im damals geteilten Berlin
Für Berlin wäre ein Tour-Start keine Premiere. Bereits 1987 begann die Tour de France in der damals noch geteilten Stadt – anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins und unter völlig anderen politischen Voraussetzungen.
Der Prolog führte über den Kurfürstendamm, anschließend rollte das Peloton auf einer mehr als 100 Kilometer langen Strecke durch alle zwölf damaligen West-Berliner Bezirke. Startpunkt des Straßenrennens war die Straße des 17. Juni, das Ziel lag am Rathaus Schöneberg. Auch Spandau, Gatow und Kladow wurden Teil der spektakulären Streckenführung.
Zehntausende Menschen säumten damals die Straßen. Zugleich sorgten umfangreiche Sperrungen für erhebliche Eingriffe in den Berliner Alltag. In Gatow und Kladow wurden sogar zusätzliche Fährverbindungen und ein Notverkehr eingerichtet.
Berlin und die Tour de France: 2029 könnte sich ein historischer Kreis schließen
Mehr als vier Jahrzehnte später könnte die Tour nun in eine völlig veränderte Stadt zurückkehren. Was 1987 auch ein Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft im geteilten Europa war, soll 2029 nach dem Willen der Initiatoren zum Symbol für Freiheit und europäische Einheit werden.
Ob Berlin tatsächlich erneut den Start der Tour de France erlebt, ist noch offen. Die Bewerbung ist jedoch eingereicht und könnte die Hauptstadt 2029 wieder für mehrere Tage in das Zentrum der internationalen Sportwelt rücken.
Quellen: Tagesschau, RBB, Berliner Morgenpost, Der Tagesspiegel, turus.net
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


