Am Alten Wall formiert sich eines der zentralen Innenstadtquartiere Hamburgs neu. Neue Mieter, öffentliche Nutzungen und mehrere Bauprojekte prägen die Entwicklung zwischen Rathausmarkt und Rödingsmarkt.

Quartiersentwicklung am Alten Wall: Mehrere Bauabschnitte greifen hier funktional ineinander und sollen die Hamburger Innenstadt langfristig neu ordnen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Für den Gebäudekomplex am Alten Wall 48 hat Art-Invest Real Estate einen neuen langfristigen Mieter gewonnen. Ein internationales Beratungsunternehmen wird künftig alleiniger Nutzer des siebengeschossigen Bürogebäudes mit rund 7.900 Quadratmetern Mietfläche. Die Übergabe der flexibel nutzbaren Flächen ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht ein einzelnes Gebäude, sondern ein zusammenhängendes Innenstadtensemble. Verwaltung, Büroflächen, Hotellerie, Einzelhandel und Wohnen sollen künftig enger miteinander verzahnt werden. Der Alte Wall soll sich dadurch von einer vorwiegend funktionalen Verkehrsachse zu einem gemischt genutzten Quartier entwickeln.
Hamburg-Mitte: Quartiersentwicklung vom Rathausmarkt bis zum Rödingsmarkt
Der Alte Wall 48 ist Teil einer umfassenden Quartiersentwicklung, die sich vom Rathausmarkt bis zum Rödingsmarkt erstreckt. Nach vollständiger Fertigstellung wird das Areal eine Bruttogeschossfläche von rund 90.000 Quadratmetern umfassen. Mehrere Teilprojekte werden dabei zeitlich versetzt realisiert und greifen funktional ineinander.
Unmittelbar angrenzend entsteht am Alten Wall 46 ein Boutique-Hotel der Marke The Hoxton mit 188 Zimmern. Ergänzt wird das Hotel durch öffentlich zugängliche Gastronomie- und Eventflächen sowie eine Dachterrasse. Darüber hinaus sind im Quartier 84 Wohnungen vorgesehen. Die Gesamtfertigstellung des Ensembles ist für das Jahr 2027 geplant.
Alter Wall 38: Neues „Haus der Bürgerschaft“ bündelt parlamentarische Arbeit
Ein zentraler Baustein der Quartiersentwicklung ist das neue „Haus der Bürgerschaft“ am Alten Wall 38. Das achtgeschossige Gebäude entsteht in direkter Nachbarschaft zum Hamburger Rathaus und soll die bislang auf mehrere Standorte verteilte Parlamentsarbeit an einem Ort zusammenführen. Aus Sicht der Bürgerschaftsverwaltung verspricht der Neubau effizientere Abläufe und bessere räumliche Bedingungen für die politische Arbeit. Die Fertigstellung ist noch für Ende 2025 vorgesehen.
Mit dem neuen Standort gehen höhere Mietkosten einher. Die monatlichen Ausgaben steigen von rund 160.000 Euro auf etwa 350.000 Euro. Nach Angaben der Finanzbehörde liegt eine Wirtschaftlichkeitsanalyse vor, die von langfristig kalkulierbaren Kosten ausgeht. Für die kommenden Jahrzehnte seien nur geringe, bereits festgelegte Mietsteigerungen vorgesehen.
Alter Wall 40 ergänzt Nutzungsmix im Nikolai-Quartier
Ein weiterer Baustein ist das Projekt am Alten Wall 40, für das Art-Invest Real Estate gemeinsam mit der Hamburger Sparkasse eine Finanzierung in Höhe von 175 Millionen Euro vereinbart hat. Das Vorhaben wird von Winking Froh Architekten geplant und umfasst die Neugestaltung des hinteren Straßenabschnitts in Richtung Rödingsmarkt.
Vorgesehen ist ein Nutzungsmix aus Büro-, Hotel-, Einzelhandels- und Wohnflächen. Teil des Projekts ist auch hier ein Hotel der Marke The Hoxton, betrieben von der Chocolate on the Pillow Group in Zusammenarbeit mit Ennismore. Das Gebäudeensemble soll bis Ende 2026 fertiggestellt werden und die städtebauliche Neuordnung des Quartiers abschließen.
Innenstadtentwicklung am Alten Wall mit langfristiger Perspektive
Die Quartiersentwicklung am Alten Wall folgt einem übergeordneten städtebaulichen Konzept, das die Verbindung zwischen Alster und Elbe stärken und neue öffentliche Räume in der Innenstadt schaffen soll. Durch die Kombination aus Verwaltung, Büros, Hotellerie, Wohnen und Gastronomie entsteht ein gemischt genutztes Innenstadtquartier mit klarer funktionaler Durchmischung.
Mit der sukzessiven Fertigstellung der einzelnen Bauabschnitte rückt der Abschluss eines der wichtigsten Innenstadtprojekte der Hansestadt näher. Der Alte Wall entwickelt sich damit zu einer zentralen Adresse, an der wirtschaftliche, politische und öffentliche Nutzungen künftig enger zusammenfinden.
Quellen: Art Invest Real Estate, Haus der Bürgerschaft: Neue Büros für Hamburgs Politik – Hamburgische Bürgerschaft, NDR
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