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Nach sechs Jahren Bauzeit ist das Büroensemble „QH Track“ in der Berliner Europacity fertiggestellt. Mit fünf markanten Türmen und über 133.000 Quadratmetern Bürofläche prägt es das neue Quartier Heidestraße im Westen.

Nahaufnahme der grünen und grauen Fassade des QH Track, Quartier Heidestraße, Europacity Berlin

550 Meter lang zieht sich das neue Büroensemble „QH Track“ entlang der Bahnschienen im westlichen Quartier Heidestraße. Nun wurde das Gebäude offiziell fertiggestellt. / © Foto: Townscape

© Foto: Townscape
© Foto Titelbild: IMAGO, Schöning

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In der Berliner Europacity wird seit Jahren kräftig gebaut. Im Quartier Heidestraße sollen auf insgesamt 61 Hektar Fläche eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Handel und öffentlichem Raum entstehen. Geplant sind rund 3.000 Wohnungen sowie Büroflächen für etwa 16.000 Menschen.

Nun ist ein weiteres Teilprojekt fertig geworden: Nach rund sechs Jahren sind die Bauarbeiten für das mehr als 500 Meter lange Bürohausensemble „QH Track“ offiziell abgeschlossen. Der Projektentwickler Townscape verkündete am 20. November 2025 die erfolgreiche Fertigstellung.

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„QH Track“ im Quartier Heidestraße: 550 Meter Länge, 133.600 Quadratmeter Bürofläche

Mit einer Bruttogrundfläche von rund 133.600 Quadratmetern schließt das „QH Track“ die Europacity nach Westen hin ab. Der Bürokomplex macht mit seiner Größe etwa drei Viertel der Büroflächen des Quartiers Heidestraße aus. Auffällig ist er auch durch seine außergewöhnliche Länge: Laut dem Architekturbüro EM2N, das den Neubau geplant hat, erstreckt sich das Gebäude über etwa 550 Meter Länge, entlang der Bahntrasse nördlich des Hauptbahnhofs.

Mit fünf Türmen, die bis zu 55 Meter hoch sind, prägt das Ensemble die Stadtkante deutlich und verleiht dem Quartier eine markante räumliche Struktur.

Trotz Bauverzögerungen: Erste langfristige Mieter für „QH Track“ bereits gefunden

In seinen Innenräumen verfügt das „QH Track“ über flexibel teilbare Büroflächen und moderne Gebäudetechnik. Erste langfristige Mieter sind bereits gefunden: SAP, die Volkswagen-Tochter Cariad SE und die Adler Group haben ihre Verträge schon vor Fertigstellung des Gebäudes unterschrieben.

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Laut Immobilienmanager habe sich das Vorhaben in der Europacity um mehr als zwei Jahre verzögert. Eigentlich sollte das „QH Track“ bereits im Jahr 2023 fertiggestellt werden. 2024 hat Townscape das Projekt übernommen und es laut Thomas Schiffer, geschäftsführendem Gesellschafter und Projektleiter, termingerecht realisiert.

Mit dem „QH Track“ beschreitet Townscape einen strategisch neuen Weg. Das Büroensemble ist das erste Großprojekt, das das Unternehmen im Rahmen seines neu etablierten Geschäftsfeldes „Service Development“ realisiert. Bisher war Townscape vor allem als klassischer Projektentwickler aktiv.

Europacity: Kritik an teurer Vermietung neuer Wohnflächen

Das „QH Track“ ist integraler Bestandteil des Quartiers Heidestraße, das als Teil der Europacity den Stadtraum nördlich des Berliner Hauptbahnhofs erschließen soll. Neben dem Bürogebäude entstehen dort derzeit auch andere Bauprojekte wie die Mixed-Use-Quartiere „QH Spring“, „QH Core“ oder das Wohnquartier „QH Crown South“.

Das Quartier Heidestraße löste kürzlich eine Debatte um sozialverträglichen Wohnraum aus. Nach einem städtebaulichen Vertrag von 2016 sollten dort insgesamt 215 Wohnungen als geförderte Sozialwohnungen entstehen. Diese wurden bislang jedoch nicht realisiert. Stattdessen seien zahlreiche Apartments möbliert und zu hohen Preisen vermietet worden, berichtete die taz. Während der Berliner Senat Klage vor dem Verwaltungsgericht eingereicht hat, argumentieren die Eigentümer, dass keine Fördergelder des Landes geflossen seien, weshalb sie frei in der Vermietung seien. Die Streitigkeiten wurden bislang nicht beigelegt.

„QH Track“ schließt Quartier Heidestraße im Westen ab

Für die Europacity ist mit dem Büroensemble „QH Track“ vorerst der westliche Abschluss gesetzt. Der halbe Kilometer lange Bau gibt dem Quartier Heidestraße ein neues Gesicht. Während bauliche Fortschritte in der Europacity erzielt werden, bleiben die Herausforderungen bei der Wohnraumschaffung und -vermietung bestehen.

Quellen: Townscape One Development GmbH & Co. KG, Immobilienmanager, Deal Magazin, EM2N AG, taz

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6 Kommentare

  1. Marcel S. 25. November 2025 at 11:00 - Reply

    Grauenvoll. Wie kann man heutzutage so etwas noch bauen. Kein Wunder dass soviele Menschen moderne Architektur ablehnen wenn so etwas dabei rauskommt.

  2. Christoph W. 25. November 2025 at 19:16 - Reply

    Wenn die Verursachung schwerer Bausünden ein Straftatbestand wäre, die Verantwortlichen dieses Projektes stünden vermutlich allesamt vor Gericht. Die Wortwahl im Artikel „Büroensemble“ oder „markante Türme“ ist ein Euphemismus, denn das Monstrum ist schlichtweg an Hässlichkeit und Brutalität kaum noch zu überbieten! (Ganz subjektiv und lediglich eine unwesentliche, freie Meinungsäußerung). Was denken sich Architekt*innen, oder anders gefragt, denken und vor allem fühlen sie überhaupt noch etwas bei der Erschaffung solcher monotoner Betonwüsten? Auch die Verantwortlichen in der Senatsverwaltung und allen voran die (sogenannten) Investoren sollten sich einfach mal im stillen Kämmerlein mal kräftig schämen. Neben der ästhetischen Tragödie der organisierte städtebauliche Wahnsinn: 133 tausend weitere Quadratmeter sinnlose Büroflächen, wo schon rund 1,3 Millionen Quadratmeter allein in Berlin leer stehen, Tendenz des Bedarfs stark abnehmend! Und am Ende, durch Bilanzabschreibung und anderer Steuertricks, sowie Dank hoher Honorare, dennoch profitabel, zumindest für einige Wenige. Vielleicht sollten große Bauvorhaben nicht nur durch „Fachleute“ sondern am Ende durch einen verbindlichen Volksentscheid legitimiert werden..

  3. Ronny H. 25. November 2025 at 19:20 - Reply

    Wie kann man nur ein neues, zentrales Stadtviertel mit diesem Look einer Plattenbau-Großsiedlung so dermaßen verschandeln. Damit verliert Berlin gänzlich den Anspruch einer Weltstadt. Schlimm auch, dass mit dieser „Platte“ im Hintergrund leider auch ein architektonisch sehr ansprechendes Gebäude wie das „Upbeat“ sehr an Strahlkraft verliert.

  4. Yannick 28. November 2025 at 14:30 - Reply

    Das, was dort getan wurde ist nicht zu entschuldigen. Man kann auch nicht einfach darüber reden ohne den Elefanten im Raum, die schreckliche Architektur, zu erwähnen. So etwas darf in keinerlei Hinsicht als legitime Architektur, legitime Baukultur dargestellt werden. Die Verunstaltung meiner Stadt muss endlich aufhören!

  5. Dieselfreund 28. November 2025 at 19:25 - Reply

    Wow, Berlin braucht auch unbedingt mehr Bürofläche 😂 der einzige Vorteil den ich sehe ist die Wirkung als Lärmschutzwand für die Anwohnenden der Heidestraße (die schon laut genug ist). So ein unsinnige (und hässliches!) Bauprojekt.

  6. Böhme 1. Dezember 2025 at 15:27 - Reply

    Mich würde mal interessieren, wie sich Architekten fühlen, die so einen „Müll“ entwerfen. Ich verstehe ohnehin nicht, wie man einen Klotz von 550 Metern Länge in die Landschaft stellen kann – gewissermaßen das Berliner Gegenstück zu Prora! Andererseits fällt die schlechte Architektur kaum auf, weil die gesamte Europacity aus grottig schlechter Architektur besteht. Der ganze Bereich wäre ja eigentlich städtebaulich eine große Chance für Berlin gewesen. Eine derartig große Fläche bebauen und ein ganzes neues Stadtquartier begründen zu können …!!! Warum wundert es mich nicht, weshalb die Senatsbaudirektion zusammen mit der Bezirksbauverwaltung nichts, aber auch überhaupt nicht daraus hat machen können – noch nicht mal den städtebaulichen Vertrag hat man durchsetzen können?!? Berlin eben!

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