Am ehemaligen AEG-Standort in Gesundbrunnen beginnt eine der größten gewerblichen Quartiersentwicklungen innerhalb des S-Bahn-Rings. Mit dem rechtskräftigen Bebauungsplan für das „Quartier Am Humboldthain“ rückt der Start der Bauarbeiten Ende 2025 näher. Das Areal soll Bildung, Forschung, Produktion und Kultur bündeln und ein historisches Industrieareal in eine neue städtische Nutzung überführen.

Das „Quartier Am Humboldthain“ soll ein dichtes Gefüge aus neuen Gewerbebauten mit einer großzügigen, grünen Mitte verbinden. Unterschiedliche Fassaden aus Backstein, Glas und Stahl rahmen einen zentralen Parkraum mit Wegen, Sitzbereichen und einer kleinen Wasserzone, der künftig als öffentlicher Freiraum und verbindendes Element des Quartiers dienen soll. / © Visualisierung: Architekturbüro Cobe
© Visualisierung Titelbild: Architekturbüro Cobe
© Fotos: Quartier Am Humboldthain GmbH
Der Bezirk Mitte hat den Bebauungsplan für das „Quartier Am Humboldthain“ beschlossen und damit einen zentralen Schritt für die Neuentwicklung des ehemaligen AEG-Geländes gesetzt. Das Areal liegt im Technologiepark Humboldthain und umfasst rund 6,5 Hektar. Nach der Veröffentlichung durch das Land Berlin hat der Plan nun Rechtskraft.
Damit rückt der Beginn der Bauarbeiten näher. Ende 2025 soll der Rückbau der bestehenden Gebäude starten, bevor bis 2030 ein Gewerbequartier mit 234.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche entsteht. Vorgesehen sind Räume für Bildung, Forschung, Produktion und Kultur sowie ergänzende Angebote wie Nahversorgung, Gastronomie und ein Gründerzentrum.
Vom AEG-Werk zum Technologiepark: Industrielles Erbe am Humboldthain
Das Gelände blickt auf eine lange industrielle Vergangenheit zurück. Die AEG entwickelte hier ab 1894 einen ihrer wichtigsten Produktionsstandorte in der Berliner Innenstadt. Mehrere Fabriken entstanden über Jahrzehnte hinweg und prägten die Entwicklung der deutschen Elektroindustrie entscheidend.
Allerdings markierten wirtschaftliche Probleme Anfang der 1980er-Jahre das Ende des Werks. Nach der Insolvenz der AEG und der Stilllegung zwischen 1983 und 1984 wurden Teile des Areals abgerissen. Andere Gebäude erhielten Denkmalschutz und werden heute unter anderem durch die TU Berlin, das Fraunhofer-Institut und weitere Institutionen genutzt.
Regenwassermanagement und umweltorientierte Erschließung im „Quartier Am Humboldthain“
In der neuen Entwicklungsphase soll ein funktionales und ökologisch ausgerichtetes Quartier entstehen. Fünf- bis zehngeschossige Gebäude, vier Hochpunkte und ein zentraler Quartierspark bilden die städtebauliche Struktur. Ein Regenwasserretentionssystem und eine Erschließung, die auf den Umweltverbund setzt, gehören zu den wesentlichen Elementen.
Darüber hinaus hat die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen das Projekt mit dem DGNB-Platin-Vorzertifikat ausgezeichnet. Diese Zertifizierung unterstreicht die ambitiösen Nachhaltigkeitsziele, die das Quartier erfüllen soll.
Bezirksverwaltung Mitte bewertet Entwurf für das „Quartier Am Humboldthain“ an der Brunnenstraße positiv
Aus Sicht der Bezirksverwaltung zahlt sich die frühe und breite Beteiligung der Öffentlichkeit aus. Bezirksstadtrat Ephraim Gothe verwies insbesondere auf die ökologischen Aspekte des Entwurfs und die städtebauliche Anordnung der Baukörper. Der Beitrag der Cobe Architekten sei im Wettbewerb als besonders überzeugend bewertet worden.
Auch der Stadtentwicklungsausschuss hebt den Standort hervor. Dessen Vorsitzende, Isabelle Schellenberger, sprach von einer zukunftsweisenden gewerblichen Entwicklung im Herzen der Stadt. Das Quartier erfülle hohe Anforderungen an Klimaschutz und Klimaanpassung und stärke gleichzeitig den Forschungs- und Innovationsstandort Berlin.
Städtebaulicher Wettbewerb in Gesundbrunnen: Cobe Architekten setzen sich bei AEG-Areal durch
Das Areal wurde 2019 von COROS übernommen, nachdem die Berliner Sparkasse dort bis 2024 ansässig war. Zwischen Aufstellungsbeschluss und Inkrafttreten des Bebauungsplans vergingen weniger als drei Jahre, für ein derart komplexes innerstädtisches Verfahren ein vergleichsweise kurzer Zeitraum. Laut Projektentwickler sei dies ein Resultat der engen Abstimmung mit Politik, Verwaltung und Nachbarschaft.
Im städtebaulichen Wettbewerbsverfahren setzte sich das Büro Cobe Architekten aus Kopenhagen durch. Unterstützt wurde der Prozess von mehreren Fachbüros, darunter die Planungsgruppe Cassens + Siewert sowie die BSM Beratungsgesellschaft. Damit sind die planerischen Grundlagen gelegt, um das historische AEG-Areal in eine neue Nutzungsstruktur zu überführen.
Quellen: COROS, visit Berlin, Technologiepark-Humboldthain, Architekturbüro Cobe
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