In Treptow-Köpenick protestieren Anwohner gegen die geplante Schließung der „Görlitzer Brücken“. Die Bahn verweist auf Schäden, der Bezirk fordert eine Lösung.

Auf dem Bild ist eine der „Görlitzer Brücken“ in Treptow-Köpenick zu sehen. Der breite Fuß- und Radweg führt über den begrünten Bahndamm und verbindet Alt-Treptow mit Friedrichshain-Kreuzberg. Die drohende Schließung der „Görlitzer Brücken“ betrifft eine wichtige Alltagsroute für Anwohner, Schüler und Pendler.

Die „Görlitzer Brücken“ in Treptow-Köpenick dienen als wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Alt-Treptow und Kreuzberg. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Die geplante Schließung der „Görlitzer Brücken“ sorgt in Treptow-Köpenick für deutlichen Widerstand. Auf dem Bahndamm hängen zahlreiche Schilder und Banner. Anwohner, Initiativen und Bezirk wollen verhindern, dass eine wichtige Fuß- und Radwegeverbindung zwischen Alt-Treptow und Kreuzberg ab Juli wegfällt.

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Lage: Alt-Treptow, zwischen Elsenstraße, Bouchéstraße, Lohmühlenstraße und Landwehrkanal
  • Verbindung: Alt-Treptow und Kreuzberg
  • Nutzung: Fußweg, Radweg, Grünzug, Schulweg, Kitaweg, Erholungsfläche
  • Mietvertrag: seit 1994 zwischen Deutsche Bahn und Bezirk
  • Kündigung: zum 30. Juni 2026

Auf dem historischen Bahndamm der „Görlitzer Brücken“ in Alt-Treptow hängen Plakate, handgemalte Schilder und Informationsbanner. Sie richten sich gegen die Sperrung der Verbindung, die täglich von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird. „Lasst meinen Schulweg offen“ oder „Görli-Brücke offenhalten“ ist zu lesen.

Auf den „Görlitzer Brücken“ in Treptow-Köpenick hängen Protestschilder gegen die geplante Schließung der Verbindung nach Kreuzberg.

Protestschilder an den „Görlitzer Brücken“ in Treptow-Köpenick weisen auf die drohende Schließung der wichtigen Fuß- und Radwegeverbindung hin. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Warum die „Görlitzer Brücken“ geschlossen werden sollen

Die Deutsche Bahn hat den Mietvertrag für die Flächen zum 30. Juni 2026 gekündigt. Laut rbb sollen vier Brücken betroffen sein. Drei führen über Straßen, eine über den Landwehrkanal. Die Bahn verweist auf Korrosionsschäden und eine gefährdete Verkehrssicherheit.

Der Bezirk Treptow-Köpenick nutzt den Bahndamm seit 1994 als öffentliche Verbindung. Für viele Menschen ersetzt der Bahndamm längere Wege durch den Kiez. Die Initiative „ZusammenBrücken“ hat Ende Mai Zählungen veröffentlicht. Dabei wurden auf der „Görli Brücke“ je nach Zeitpunkt zwischen 472 und 591 Personen pro Stunde erfasst. Die Initiative beschreibt den Bahndamm als Arbeitsweg, Schulweg, Kitaweg und Erholungsroute.

Der Weg über die „Görlitzer Brücken“ in Treptow-Köpenick wird als Fuß- und Radverbindung genutzt.

Die „Görlitzer Brücken“ dienen als direkter Fuß- und Radweg durch Alt-Treptow. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Schließung der „Görlitzer Brücken“: Protest mit Schildern und Bannern

Am 30. Mai demonstrierten rund 400 Menschen für den Erhalt des historischen Görlitzer Bahndamms. Vor Ort zeigen die Banner, wie stark das Thema in der Nachbarschaft angekommen ist. Neben Forderungen nach offenen Schulwegen hängen technische Infotafeln an den Geländern. Sie erklären den Aufbau der Brücken und verweisen auf mögliche Lösungen für Entwässerung und Belag.

Der Senat sieht die Verbindung grundsätzlich als erhaltenswert. Gleichzeitig verweist er auf den baulichen Zustand und auf fehlende rechtliche Möglichkeiten, die Bahn zur Offenhaltung einer nicht gewidmeten Wegeverbindung zu verpflichten.

Die Bahn hat nach rbb-Angaben angeboten, die Brücken kostenlos an Berlin zu übertragen. Der Senat erklärt jedoch, dass für Übernahme, Unterhalt und Sanierung derzeit keine ausreichenden Kapazitäten und Mittel gesichert seien.

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An den „Görlitzer Brücken“ in Treptow-Köpenick hängen Infotafeln zur geplanten Schließung und zum Zustand der Brücken.

Informationsbanner auf den „Görlitzer Brücken“ erklären technische Details und Forderungen der Protestierenden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Bezirk fordert Lösung für die „Görlitzer Brücken“

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick bewertet die geplante Sperrung kritisch. Aus Sicht des Bezirks würde die Schließung eine wichtige Verbindung zwischen Wohngebieten, Schulen, Arbeitsorten und Erholungsflächen unterbrechen. Auch Friedrichshain-Kreuzberg setzt sich für die Offenhaltung ein. Besonders betroffen wären Familien, ältere Menschen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, weil direkte und sichere Wege wegfallen könnten.

Offen bleibt, ob Berlin mit der Bahn noch eine Übergangsvereinbarung erreicht. Der Senat erklärt, dass Gespräche weiterlaufen. Bis dahin bleibt der Protest sichtbar: auf dem Bahndamm, an den Geländern und in der Nachbarschaft.

Die „Görlitzer Brücken“ verbinden Treptow-Köpenick mit Kreuzberg und sollen wegen baulicher Schäden geschlossen werden.

Blick über den Landwehrkanal auf die „Görlitzer Brücken“ zwischen Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Görlitzer Brücke

Quellen: rbb24, Berliner Morgenpost, Schriftliche Anfrage Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/25973, Initiative „ZusammenBrücken“

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