In Berlin-Moabit wurde ein neuer Ansatz für Schwerlastlogistik erprobt: Eine 430 Tonnen schwere Gasturbine von Siemens Energy wurde erstmals in Europa mit einem batterieelektrischen Antrieb zur Verladestelle der BEHALA bewegt. Der Einsatz soll zeigen, wie industrielle Abläufe an innerstädtischen Standorten umweltverträglicher gestaltet werden können.

Das geplante Stadtquartier Moaville entsteht unmittelbar am Neuen Ufer in direkter Nachbarschaft zu den bestehenden Industrie- und Logistikstandorten von Siemens Energy und BEHALA. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Im Berliner Ortsteil Moabit treffen industrielle Produktion, Hafenlogistik und neue Stadtentwicklung unmittelbar aufeinander. Am Neuen Ufer wurde nun ein Schritt unternommen, um die Abläufe am Standort emissionsärmer zu gestalten: Die BEHALA hat erstmals in Europa einen batterieelektrischen Antrieb für einen Schwerlasttransport eingesetzt.
Zum Einsatz kam das sogenannte E-PowerPack des Herstellers Goldhofer. Mit der elektrischen Antriebseinheit wurde eine rund 430 Tonnen schwere Gasturbine vom nahe gelegenen Siemens-Energy-Werk zur Ro-Ro-Rampe der BEHALA transportiert. Dort wurde die Anlage auf ein Schiff verladen und über die Berliner Wasserstraßen zum Westhafen gebracht.
Mehr als 300 Gasturbinen über die Berliner Wasserstraße transportiert
Die Transporte gehören seit Jahren zum Alltag am Moabiter Standort. „Seit 2012 sind wir zuverlässiger Logistikdienstleister für Siemens Energy und haben inzwischen mehr als 300 Turbinen transportiert“, erklärt Petra Cadrinal, Geschäftsführerin der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH.
Für die Transporte nutzt die BEHALA ein gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin entwickeltes und patentiertes Schiffssystem. Auch die Schwerlastmodulplattform von Goldhofer kommt dabei zum Einsatz. Mit dem neuen E-PowerPack wird nun der landseitige Transportabschnitt angepasst: Statt eines Dieselantriebs kommt künftig eine batterieelektrische Lösung zum Einsatz.
Für die Überführung der Gasturbinen müssen allerdings regelmäßig Verkehrsbereiche gesichert und Straßenabschnitte zeitweise freigehalten werden. Der neue Antrieb reduziert damit vor allem die direkten Emissionen und Geräusche während der Fahrt zur Verladestelle.

Die Schwerlastlogistik am Moabiter Standort soll künftig emissionsärmer erfolgen: Das neue Antriebssystem ersetzt den bisherigen Dieselantrieb. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Elektrischer Antrieb soll Belastungen am Standort reduzieren
Das E-PowerPack wurde für Schwerlasttransporte in Bereichen entwickelt, in denen Lärm und lokale Emissionen eine zunehmende Rolle spielen. Das System verfügt über eine Leistung von rund 250 Kilowatt und ermöglicht den Betrieb schwerer Transportmodule ohne direkten Dieselantrieb.
Der Einsatz steht auch im Zusammenhang mit der geplanten Entwicklung des Stadtquartiers Moaville am Neuen Ufer. Auf dem rund 80.000 Quadratmeter großen Areal plant die BAUWERT AG ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnungen, Gewerbeflächen, sozialen Angeboten, kreativen Nutzungen und öffentlich zugänglichen Freiräumen.

Visualisierung des geplanten Quartiers „Moaville“ am Neuen Ufer in Berlin-Moabit mit zwei Hochhäusern, Grünflächen und Wasserlage am Charlottenburger Verbindungskanal. / © Visualisierung BAUWERT AG / Grüntuch Ernst Architekten
Industrie und neues Quartier sollen am Standort zusammenfinden
Die Quartiersentwicklung soll nicht losgelöst von den bestehenden Nutzungen am Standort erfolgen. Zu den angrenzenden Unternehmen gehören unter anderem Siemens Energy und die BEHALA. Ziel ist es, die verschiedenen Funktionen des Areals miteinander zu verbinden und gleichzeitig die Auswirkungen industrieller Prozesse auf die Umgebung zu reduzieren.
Die BAUWERT unterstützt deshalb die Anschaffung des elektrischen Antriebssystems finanziell. Nach Angaben des Projektentwicklers soll damit ein Beitrag geleistet werden, lokale Emissionen im Umfeld des künftigen Quartiers zu verringern.
Der erste Praxiseinsatz des E-PowerPacks in Europa zeigt, wie sich technische Entwicklungen auch in bestehenden innerstädtischen Strukturen einsetzen lassen. Am Neuen Ufer wird dabei ein Ansatz erprobt, bei dem industrielle Logistik und eine neue Quartiersentwicklung nicht getrennt voneinander betrachtet werden, sondern gemeinsam weiterentwickelt werden sollen.
Quartier „Moaville“
Quellen: BAUWERT AG, Grüntuch Ernst Architekten, BEHALA GmbH, Goldhofer AG
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