Die Potsdamer Garnisonkirche steht vor einem weiteren sichtbaren Schritt ihres Wiederaufbaus. Ab Mai setzt ein Fachbetrieb die Turmhaube neben dem Bauwerk zusammen. Damit rückt die äußere Vollendung des Kirchturms näher.

Blick über die Breite Straße mit der Baustelle für den Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche in Potsdam, März 2024.

Blick über die Breite Straße mit der Baustelle für den Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche in Potsdam, März 2024. Nach jahrelangen Bauarbeiten soll nun die Haube über der Aussichtsplattform montiert werden. / © Foto: IMAGO / Martin Müller

© Foto Titelbild: IMAGO / Martin Müller

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Der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche geht in die nächste Bauphase. Im Mai sollen die Arbeiten an der Turmhaube direkt neben dem Bauwerk beginnen. Verschiedene Bauteile wurden zuvor in Werkstätten vorbereitet und werden nun am Boden vormontiert.

Damit nimmt eines der letzten prägenden Bauteile des rekonstruierten Kirchturms Gestalt an. Die Haube soll später über der Aussichtsplattform montiert werden und dem Turm seine endgültige Höhe geben. Nach aktueller Planung könnte die fertige Konstruktion im Frühsommer 2027 mit einem Kran aufgesetzt werden.

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Garnisonkirche Potsdam: Turmhaube erreicht über 30 Meter Höhe

Die Turmhaube besteht aus Stahlsäulen, einem hölzernen Dachstuhl und einer äußeren Verkleidung aus Kupfer. Nach Angaben der Stiftung erreicht sie eine Höhe von fast 32 Metern.

Für die Kupferdeckung müssen rund zehn Tonnen Blech handwerklich bearbeitet werden. Auf die Spitze soll später eine drehbare Wetterfahne gesetzt werden.

Wiederaufbau startete 2017: Turm seit 2024 geöffnet

Der Wiederaufbau der Garnisonkirche bleibt eines der meistdiskutierten Projekte in Potsdam. Der Turm wurde seit 2017 rekonstruiert und ist seit Sommer 2024 für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Im Inneren befinden sich unter anderem eine Ausstellung, eine Kapelle und eine Aussichtsplattform in rund 57 Metern Höhe.

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Die historische Garnisonkirche wurde in den 1730er Jahren errichtet, im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und 1968 in der DDR gesprengt. Kritiker sehen den Wiederaufbau vor allem wegen der Rolle der Kirche beim „Tag von Potsdam“ 1933 kritisch, als sie von den Nationalsozialisten für propagandistische Zwecke genutzt wurde. Die Stiftung verweist dagegen auf die heutige Nutzung als Ort der Erinnerung und politischen Bildung.

Dauerhafter Betrieb der Garnisonkirche weiterhin unsicher

Neben dem Baufortschritt stehen weiterhin finanzielle Fragen im Raum. Der laufende Betrieb ist bislang nicht dauerhaft durch Bundesmittel abgesichert. Dadurch bleibt offen, wie Ausstellung, Bildungsangebote und Instandhaltung langfristig finanziert werden können.

Die Montage der Turmhaube bringt den Wiederaufbau nun sichtbar voran. Zugleich bleibt die Garnisonkirche ein Ort, an dem sich Architektur, Erinnerungskultur und Stadtdebatte überlagern. Für Potsdam rückt damit nicht nur die bauliche Fertigstellung näher, sondern auch die Frage, welche Rolle der Turm künftig in der Innenstadt einnehmen wird.

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Garnisonkirche

Quellen: RBB24, Nordkurier, Stiftung Garnisonkirche Potsdam, dpa, ZDF heute

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3 Kommentare

  1. a.t. 8. Mai 2026 at 12:50 - Reply

    „Die Turmhaube besteht aus Stahlsäulen,…“. Das sind wohl des Korrosionsschutz wegen sogar Edelstahlstützen, wie man mir mal vor Ort erklärt hat. Da diese nach Einbau nicht mehr erreichbar wären, hat man sich für dieses Material entschieden.

    Schade nur, dass die Kirche nutzungstechnisch und zukunftstechnisch (Rechenzentrum/Kirchenschiff) einfach nicht in geordnete Bahnen kommt… Aber na ja, selbst in Dresden, wo sich die großflächige Reko als extremst erfolgreich erwiesen hat, wird trotzdem durch die üblichen Protagonisten frischfröhlich torpediert.

  2. Uwe 8. Mai 2026 at 18:04 - Reply

    Sehr schön zu hören, dass es weitergeht. Hoffen wir mal, dass die Kirche als ganzer Bau noch vollendet werden kann. Bin jetzt 70 Jahre alt und würde den vollendeten Bau noch gerne sehen.

  3. M.Hillen 26. Mai 2026 at 14:19 - Reply

    In jedem normalen Land würde diese Kirche nicht nur als Turmbau, sondern komplett wiedererrichtet. Schon allein aus ästhetischen Gründen. Aber ästhetische Gründe spielen im Land der Hässlichkeit ja anscheinend keine große Rolle:
    Man schaue sich nur den mit viel Liebe errichteten Alten Markt in Potsdam an: ein wunderschön rekonstruiertes Stadtschloss… mit einem unglaublich dumm und hässlich gestaltetem Innenhof. Oder: viele wunderschön rekonstruierte Häuser im neuen historischen Viertel am Alten Markt… und dazwischen völlig bescheuert hässlichste Neubauten, die den historischen Strassenzug nahezu komplett entwerten. Das ist das heutige Deutschland: Intelligenz, Feingefühl, Sinn für Ästhetik sucht man im Städtebau hierzulande weitgehend vergebens. 100% wären schön.. aber hierzulande darf man – wenn es um Städtebau geht – schon froh sein, wenn wenigstens 60% erreicht werden.
    Es gibt einfach zu viele Idioten und Dumme und Ungebildete und Deutschlandhasser, die sich in einer hässlichen Stadt wohler fühlen als in einer Stadt, in der das Stadtbild anmutig, historisch, schön und insgesamt stimmig ist.

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