Die Potsdamer Stammbahn soll Berlin und Potsdam künftig wieder auf direktem Weg verbinden. Doch in Düppel-Kleinmachnow geht es inzwischen um mehr als Gleise und Bahnsteige. An der geplanten Station erproben die Projektpartner eine neue Form der Zusammenarbeit, die später auch anderen Bahnhöfen helfen soll.

Die Infografik zeigt die wichtigsten Meilensteine der Potsdamer Stammbahn+ – von den ersten Planungen bis zur geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2038. / © Grafik: ENTWICKLUNGSSTADT mit KI
© Titelbild: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben
Die Reaktivierung der Potsdamer Stammbahn gehört zu den langfristigen Schienenprojekten der Hauptstadtregion. Während entlang der historischen Strecke bereits der Baugrund untersucht wird, rückt nun die geplante Station Düppel-Kleinmachnow stärker in den Mittelpunkt. Sie soll nicht nur Kleinmachnow wieder an den Regionalverkehr anbinden. Die Projektpartner nutzen den Standort zugleich als Testfeld dafür, wie Bahnplanung und Entwicklung des Bahnhofsumfelds früher miteinander verzahnt werden können.
- Standort: Landesgrenze Berlin-Brandenburg im Bereich des ehemaligen Bahnhofs Düppel
- Projektstatus: Vorplanung
- Real-Labor: Team NextStation
- Baubeginn Stammbahn: 2032
- Inbetriebnahme Stammbahn: 2038
Die Idee hinter „Team NextStation“ setzt bereits vor dem eigentlichen Bau an. Neue Stationen verändern nicht nur das Bahnnetz. Sie benötigen Zugänge, Wege und Anschlüsse an andere Verkehrsmittel. Gleichzeitig müssen Flächen gesichert, Genehmigungen vorbereitet und Interessen von Kommunen, Bahn und weiteren Beteiligten abgestimmt werden. Genau diese Punkte sollen in Düppel-Kleinmachnow möglichst früh zusammengeführt werden.
Potsdamer Stammbahn: Düppel-Kleinmachnow wird zum Testfall
Dafür arbeiten der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, die Deutsche Bahn, die TU Berlin, DB mindbox, Landesverwaltungen sowie kommunale Partner zusammen. Beteiligt sind unter anderem die Gemeinde Kleinmachnow und der Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf.
Dabei bleibt es nicht bei allgemeinen Gesprächen. Innerhalb eines Jahres sollen Planungsstände und vorhandene Daten zur Station zusammengetragen werden. Außerdem wollen die Beteiligten eine Aufgabenstellung für ein Studierendenprojekt als Vorbereitung eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs entwickeln. Hinzu kommen ein Modell zur vernetzten Darstellung der Projektinformationen – etwa mit BIM – sowie ein Organigramm der beteiligten Stellen.

Die Übersichtskarte zeigt den geplanten Verlauf der Potsdamer Stammbahn+ zwischen Potsdam, Berlin-Schöneberg und dem Ostkreuz einschließlich der vorgesehenen neuen Stationen. / © Grafik: DB AG
„Team NextStation“ entwickelt konkrete Arbeitspakete für Potsdamer Stammbahn
Studierende der TU Berlin untersuchten bereits die Anforderungen verschiedener Nutzergruppen an Regionalbahnhalte. Inzwischen geht das Projekt in die nächste Phase: Der Stakeholder-Dialog soll fortgesetzt, bestehende Arbeitspakete sollen vertieft und neue Arbeits- und Beteiligungsformate vorbereitet werden. Die Erfahrungen aus Düppel-Kleinmachnow sollen anschließend in einen Praxisleitfaden einfließen.
Der Bahnhof selbst ist Teil der geplanten Potsdamer Stammbahn zwischen Griebnitzsee und Berlin. Die Deutsche Bahn plant den Wiederaufbau der rund 21 Kilometer langen Verbindung als zweigleisige, elektrifizierte Regionalverkehrsstrecke. Untersucht werden Stationen in Dreilinden, Düppel-Kleinmachnow, Zehlendorf, Rathaus Steglitz und Schöneberg. Für Düppel-Kleinmachnow nennt die Bahn perspektivisch eine Fahrzeit von 16 Minuten zum Potsdamer Platz und 13 Minuten zum Südkreuz.

Für die Vorplanung der Potsdamer Stammbahn+ untersuchen Fachfirmen derzeit den Baugrund entlang der historischen Bahntrasse zwischen Potsdam und Berlin. / © Foto: Deutsche Bahn AG / Engelmann Brunnebau GmbH
Finanzierung der Potsdamer Stammbahn noch offen
Parallel laufen die technischen Untersuchungen weiter. Bohrungen und Kampfmittelsondierungen sollen schrittweise bis Herbst 2027 erfolgen. Die Vorplanung für die Stammbahn läuft derzeit. Für die spätere Baufinanzierung benötigen Berlin und Brandenburg Unterstützung des Bundes; damit bleibt die Umsetzung von weiteren Finanzierungs- und Genehmigungsschritten abhängig.
Potsdamer Stammbahn: Station Düppel-Kleinmachnow
Quellen: i2030, Deutsche Bahn
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4 Kommentare
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Mir wird extrem flau in der Magengegend wenn ich sowas lese wie 14 Jahre planen. Damit nicht genug, diese Bahnstrecke gab es schon mal. Demzufolge frage ich mich was man 14 Jahre lang zutun hat? So kann man auch Geld verdienen indem alles sehr lange dauert. Leider nicht das einzige Beispiel.
Ich bin froh, dass wir in einem Land leben, in dem alles dreifach kontrolliert und geplant wird. Hier kann ich Bahn und Achterbahn fahren, ohne Angst zu haben dass Planungsfehler zu unfällen führen.
Ausgenommen Bayern, da gibt es alle paar Monate Zugunglücke, weil man da nicht richtig hin guckt und schnell schnell macht
Genau so wie Matthias!
1 Jahr Planung, 2 Jahre Bauzeit. alles andre ist Inkompetenz.
Die Strecke wird schon lange gebraucht
Ich finde die Anbindung vielleicht an Stahnsdorf super. Ob ich das mit derzeit 64 Lebensjahren noch erleben werde ist fraglich aber wünschenswert. Wen ich hier finanziell etwas tuen kann, dann lassen Sie mich das gerne wissen.