Potsdam will den Autoverkehr trotz des erwarteten Bevölkerungswachstums nicht weiter steigen lassen. Ein neues Verkehrskonzept setzt auf Straßenbahn, Bus, Rad- und Fußverkehr.

Verkehr mit Fahrrädern und Autos auf einer Straße in Potsdam.

Potsdam will den Autoverkehr trotz des erwarteten Bevölkerungswachstums begrenzen und bis 2040 deutlich mehr Wege ohne eigenes Auto ermöglichen./ © Foto: depositphotos.com

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Wer in Potsdam unterwegs ist, soll künftig seltener auf das Auto angewiesen sein. Die Stadt will ihren Verkehr neu ordnen und dabei mit dem Wachstum Schritt halten. Ein Entwurf für das Stadtentwicklungskonzept Verkehr 2040 sieht deshalb mehr Straßenbahnen, bessere Radwege und neue Brücken vor. Die geplanten Maßnahmen haben einen Gesamtumfang von rund 728 Millionen Euro.

Bis 2040 sollen 80 Prozent aller Wege ohne Auto zurückgelegt werden, einschließlich des Pendlerverkehrs. Wie viel davon tatsächlich umgesetzt werden kann, hängt allerdings von der Finanzierung ab. Im Herbst sollen die Stadtverordneten über das Konzept entscheiden.

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Verkehrswende in Potsdam: Mehr Straßenbahnen für die wachsende Stadt

Das größte Einzelprojekt ist die Verlängerung der Straßenbahn über Krampnitz bis nach Fahrland. Dafür sind rund 210 Millionen Euro eingeplant. Das Genehmigungsverfahren läuft bereits. Zusätzlich sollen alle Straßenbahnlinien und wichtige Busverbindungen werktags möglichst im Zehn-Minuten-Takt fahren.

Mehr als 400 Millionen Euro entfallen im Entwurf auf Bus und Bahn. Für den Rad- und Fußverkehr sind knapp 181 Millionen Euro vorgesehen. Geplant sind unter anderem zwei neue Brücken: Eine soll Hermannswerder mit dem Kiewitt verbinden und die Fähre ersetzen. Die zweite ist über den Weißen See vorgesehen und soll Krampnitz anbinden.

Mehrere Radfahrer sind auf einer Straße in Potsdam unterwegs.

Auch der Radverkehr soll in Potsdam bis 2040 weiter ausgebaut werden und einen größeren Anteil an den täglichen Wegen übernehmen. / © Foto: depositphotos.com

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ADFC begrüßt den Fokus, kritisiert aber die Zielmarken

Der Fahrradclub ADFC Potsdam bewertet die stärkere Berücksichtigung des Radverkehrs laut rbb grundsätzlich positiv. Die Zielsetzung sei jedoch zu vorsichtig. Fast 30 Prozent Radverkehrsanteil bis 2040 seien angesichts des langen Zeitraums zu wenig. Zudem fehlten weiterhin durchgängige Verbindungen im bestehenden Radnetz.

Das Konzept sieht vor, dass bis 2040 insgesamt 80 Prozent aller Wege ohne Auto zurückgelegt werden. Heute liegt dieser Anteil bei 73 Prozent, wenn auch der Verkehr über die Stadtgrenze berücksichtigt wird. Innerhalb Potsdams werden bereits rund vier von fünf Wegen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn bewältigt.

Besucher sollen vorhandene Parkhäuser nutzen

In der Innenstadt soll das Auto künftig weniger Raum einnehmen. Besucher sollen möglichst die vorhandenen Parkhäuser nutzen, während Straßen stärker den Anwohnerinnen und Anwohnern zur Verfügung stehen. Neue Parkhäuser sind zunächst nicht geplant. Eine allgemeine Tempo-30-Regel wird geprüft, ist rechtlich aber noch nicht möglich.

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Potsdam setzt damit auf eine schrittweise Veränderung durch Verkehrsplanung und den Ausbau von Alternativen zum Auto. In Berlin war ein deutlich radikalerer Ansatz zuletzt gescheitert: Das Volksbegehren „Berlin autofrei“ erreichte im Frühjahr 2026 nicht die nötige Zahl an Unterschriften. In Potsdam soll die Verkehrswende vor allem über neue Infrastruktur gelingen.

 

Quellen: mitgestalten.potsdam.de,  Entwurf des Stadtentwicklungskonzepts Verkehr 2040, rbb, Landeshauptstadt Potsdam

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2 Kommentare

  1. Klaus Gröbig 17. September 2026 at 09:02 - Reply

    Besser die Bürger befragen statt weltfremde Autohasser derartige Pläne machen lassen.

  2. Moritz 18. September 2026 at 09:29 - Reply

    Die Bürger wurden befragt. Schade, dass man sich als zukunftsgewandter Mensch von Ihnen gleich diffamieren lassen muss.
    https://www.entwicklungsstadt.de/potsdamer-buergerhaushalt-2027-28-busse-radwege-rechenzentrum/

    Obendrein ist Potsdam noch nie erträglich gewesen als Autofahrer. Wenn man sich daran anpasst, dann hat man das Glück ein einer der lebenswertesten Städte Deutschlands zu leben.

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