In Potsdam soll nach jahrelangen Diskussionen eine neue Wohnanlage zwischen dem UNESCO-Welterbepark Babelsberg und der historischen Altstadt entstehen. Unter dem Projektnamen „Humboldtringgärten“ plant QUARTERBACK Immobilien 214 Wohnungen auf fünf Geschossen.
© Visualisierung Titelbild: QUARTERBACK
In unmittelbarer Nähe zum UNESCO-Welterbe Park Babelsberg und der historischen Altstadt Potsdams plant QUARTERBACK Immobilien derzeit die Errichtung einer neuen Wohnanlage. Das Projekt umfasst fünf Geschosse mit insgesamt 214 Wohnungen sowie eine Tiefgarage mit 59 Stellplätzen.
Die Dresdner Niederlassung der Hochbau Region Ost übernimmt als Generalunternehmer die Umsetzung des 27 Monate terminierten Bauvorhabens. Für die Tiefgründung mit rund 300 Bohrpfählen ist PORR Spezialtiefbau verantwortlich.
Mit Havelblick: In den nächsten zwei Jahren entstehen 214 Wohnungen am Park Babelsberg
Die Wohnanlage entsteht auf einem 6.700 Quadratmeter großen Grundstück. Die Ein- bis Vierzimmerwohnungen reichen in der Größe von 20 bis 110 Quadratmetern und verfügen jeweils über einen Balkon oder eine Terrasse.
Die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner sollen sowohl den Blick auf die Havellandschaft als auch auf die Grünanlage im Innenhof genießen können. Schulen, Arztpraxen und Einkaufsmöglichkeiten sind fußläufig erreichbar, und ein Spaziergang entlang des Havelufers bis in die Innenstadt wird als attraktive Möglichkeit beschrieben.
„Humboldtringgärten“ in Potsdam: Nachhaltigkeit und Effizienz im Fokus
QUARTERBACK legt bei dem Projekt laut eigenen Angaben Wert auf energieeffizientes Bauen: Für die „Humboldtringgärten“ wurde der KfW-Effizienzhausstandard 55 vorgesehen, zudem wird eine DGNB-Zertifizierung angestrebt. Die Unternehmen betonen, dass die langjährige Zusammenarbeit eine wirtschaftliche Umsetzung in hoher Qualität ermögliche. Der Regionalleiter Hochbau Ost erklärte, dass die Partner auf gegenseitigem Vertrauen basierten und zeigten, dass nachhaltiger Wohnraum ökologisch und ökonomisch vereinbar sei.
Die Wohnanlage verfügt über eine Gesamtnutzfläche von 11.350 Quadratmetern. Neben der Tiefgarage sind auch Fahrradstellplätze geplant. Laut aktuellen Angaben ist von einer Bauzeit von rund 24 bis 27 Monaten auszugehen, nachdem die Erschließungsarbeiten für das Gesamtareal weitgehend abgeschlossen sind.
Neubau am Park Babelsberg: Wohnprojekt am Humboldtring sorgte für Debatte um UNESCO-Welterbe
Das Vorhaben ist nicht unumstritten. Bereits seit der ersten Planungsphase 2014 äußerten Schlösserstiftung und Landesdenkmalamt Bedenken, weil das Gebiet an den Park Babelsberg grenzt und in der Pufferzone des Welterbes liegt. Kritische Stimmen befürchteten, dass die neuen Gebäude den Blick vom Park Richtung Innenstadt beeinträchtigen könnten. Die Stadtverwaltung hatte hingegen die Position vertreten, dass die Gebäude aus dem Park nicht sichtbar seien.
In der Vergangenheit wurde ein Kompromiss gefunden, der die ursprüngliche Anzahl der Wohnungen reduzierte. Ursprünglich waren rund 270 Einheiten vorgesehen, darunter auch Bauten mit direktem Blick auf die Havel. Auch der ursprüngliche Plan für Sozialwohnungen wurde zurückgenommen, nachdem das Projekt an Umfang verringert worden war. Aktivisten hatten bereits 2021 gegen die Rodung von Teilen des Nuthewäldchens protestiert, die der Landesbetrieb Forst Brandenburg genehmigt hatte.
Stadtverwaltung und Investor bleiben zuversichtlich: QUARTERBACK realisiert 214 Wohnungen am Humboldtring
Trotz der Kritik sieht die Stadtverwaltung das Bauvorhaben als wichtigen Beitrag zur Versorgung mit Wohnraum in Potsdam. QUARTERBACK Immobilien hatte das Projekt 2023 übernommen, nachdem der ursprüngliche Berliner Projektentwickler BMP wirtschaftliche Zweifel angemeldet hatte. Mit den bereits laufenden Planungen und vorbereitenden Bauarbeiten soll nun der Startschuss für den Neubau erfolgen, um die angestrebten 214 Wohnungen in zentraler Lage umzusetzen.
Quellen: PORR, Tagesspiegel, Openpetition, Märkische Allgemeine Zeitung
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