Am Lichterfelder Ring entstehen 364 Wohnungen, eine Kita und neue Grünflächen. Der frühere Ponyclub hat seinen Betrieb am Schichauweg aufgenommen.

Das Foto vom Mai 2026 zeigt die Baustelle für das neue Quartier am Lichterfelder Ring in Berlin-Marienfelde mit Erdhügeln, Radlader und weiteren Baumaschinen.

Im Frühjahr 2026 liefen auf dem Gelände am Lichterfelder Ring bereits umfangreiche Erdarbeiten für das neue Quartier. Auf der Baustelle waren große Erdhügel und Baumaschinen zu sehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: degewo, wiechers beck architekten

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Am Lichterfelder Ring in Marienfelde verändert sich ein lange vertrauter Ort. Wo früher der Ponyclub „Zu den flotten Hufen“ zu Hause war, baut die degewo inzwischen ein neues Quartier. Der Verein hat derweil seinen Betrieb am Schichauweg aufgenommen – obwohl dort noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen sind.

  • Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
  • Adresse: Lichterfelder Ring 115–121 A, 12279 Berlin
  • Projektstatus: Im Bau
  • Fertigstellung / Bezugsfertigkeit: Juni 2028
  • Wohnungen: 364 in acht Gebäuden

Das neue Quartier am Lichterfelder Ring nimmt inzwischen sichtbar Gestalt an. Der Bau hatte im Dezember 2025 begonnen. Insgesamt entstehen am Lichterfelder Ring 115–121 A acht Gebäude mit 364 Wohnungen. Davon entfallen 267 Einheiten auf den regulären Mietwohnungsbau. 133 dieser Wohnungen sind gefördert. Hinzu kommen 97 Wohnungen in zwei Gebäuden, die für die Unterbringung geflüchteter Menschen vorgesehen sind. Die regulären Wohnungen reichen laut degewo von einem bis fünf Zimmern; den größten Anteil bilden 68 Drei-Zimmer-Wohnungen.

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Quartier am Lichterfelder Ring bekommt Kita, Spielplätze und grüne Dächer

Auch die technischen und baulichen Details sind inzwischen konkreter als noch zu Beginn der Planung. Das Grundstück umfasst rund 24.000 Quadratmeter. Die Gebäude erreichen vier bis acht Geschosse. Der überwiegende Teil der Wohnungen soll barrierefrei oder barrierearm entstehen. Vorgesehen sind zudem extensive Gründächer mit Photovoltaikanlagen sowie eine Wärmeversorgung unter Einbindung einer Luft-Wärmepumpe. Für Autos plant die degewo 140 Stellplätze.

Zwischen den Häusern sollen zwei grüne Quartiersplätze entstehen, die über mehrere Spielbereiche miteinander verbunden werden. Östlich davon ist im angrenzenden Waldgebiet ein naturnaher, öffentlich zugänglicher Spielplatz vorgesehen. Hinzu kommt eine Kita mit rund 50 Plätzen.

Neues Quartier am Lichterfelder Ring forderte Eingriffe in Naturflächen

Die heutige Planung geht auf ein kooperatives Werkstattverfahren zurück, das die degewo und der Bezirk Tempelhof-Schöneberg gemeinsam mit Anwohnenden und Fachleuten durchführten. Grundlage war zunächst der Entwurf von Arnold und Gladisch Architekten; die Ausführungsplanung liegt inzwischen bei wiechers beck architekten.

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Die Planung erforderte zugleich Eingriffe in Naturflächen. Vor der Festsetzung des Bebauungsplans 7-92 mussten unter anderem eine Waldumwandlungsgenehmigung und Vorgaben des Arten- und Naturschutzes geklärt werden. Für die auf dem Gelände vorkommenden Zauneidechsen waren Umsiedlungsmaßnahmen vorgesehen. Den naturschutzfachlichen Ausgleich plante der Bezirk sowohl auf dem Grundstück selbst als auch auf dem Gelände der ehemaligen Bezirksgärtnerei am Diedersdorfer Weg. Das Bezirksamt setzte den Bebauungsplan nach dem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung im April 2025 fest.

Ponyclub verlässt den Lichterfelder Ring und startet am Schichauweg neu

Eine zentrale Voraussetzung für das Quartier war der Umzug des Ponyclubs „Zu den flotten Hufen“. Inzwischen ist dieser Schritt vollzogen: Der Verein hat am Schichauweg 56 seinen Betrieb aufgenommen. Komplett fertig ist das Gelände allerdings noch nicht. Nach Abschluss der Arbeiten will der Ponyclub gesondert über die offizielle Eröffnung informieren.

Der Weg dorthin war komplizierter als zunächst geplant. Teile der ursprünglich vorgesehenen Fläche eigneten sich nach Angaben des Bezirksamtes nicht für eine ganzjährige Pferdehaltung. Erst ein Flächentausch mit dem benachbarten Ländlichen Reitverein Lichtenrade schuf eine Lösung. Dem Ponyclub stehen nun rund 18.300 Quadratmeter zur Verfügung. Bereits 2022 hatten der Verein und die Berliner Wasserbetriebe den Mietvertrag für den Ersatzstandort geschlossen.

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Neuer Ponyclub setzt auf Holzbau und geringe Versiegelung

Auch baulich unterscheidet sich der neue Standort deutlich vom früheren Gelände. Nach Plänen von Atelier Borgelt + Jost entstanden zwei kleine Gebäude in Holzbauweise, die begrünte Dächer erhalten. Das erste Haus nimmt einen Aufenthaltsbereich mit kleiner Teeküche, Toiletten und Umkleiden sowie Räume für Futter und Sattelzeug auf. Ein vorgelagerter Steg ermöglicht den Blick über das Gelände. Das zweite Gebäude dient vor allem als Lager für Heuballen und größere Gegenstände.

Auch Weidehütten und Futterraufen bestehen aus Holz. Ein Stück des alten Standorts ist sogar mit umgezogen: Die sogenannte Putzplatte, auf der die Tiere gepflegt und gesattelt werden, wurde zusammen mit den Ponys an den Schichauweg gebracht. Bei der Planung sollten möglichst wenig Flächen versiegelt und die Neubauten zurückhaltend in den vorhandenen Landschaftsraum eingefügt werden. Der 2002 gegründete Verein arbeitet mit Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren. Neben dem Reiten gehören die Pflege und Versorgung der Tiere ausdrücklich zum Angebot.

Damit sind zwei über Jahre miteinander verknüpfte Vorhaben inzwischen in der Umsetzung: Der Ponyclub hat den Lichterfelder Ring verlassen und kann seine Arbeit am Schichauweg fortsetzen. Gleichzeitig wächst auf seinem früheren Standort das neue Quartier mit 364 Wohnungen. Nach dem derzeitigen Zeitplan der degewo sollen die Wohnungen im Juni 2028 bezugsfertig sein.

Neues Quartier am Lichterfelder Ring
Die degewo errichtet am Lichterfelder Ring in Marienfelde ein neues Quartier mit 364 Wohnungen, einer Kita sowie öffentlichen Grün- und Spielflächen.

 Quellen: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, degewo

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