Im Graefekiez schreitet die Verkehrsberuhigung weiter voran. Mit dem Umbau der Schönleinstraße am Hohenstaufenplatz wird ein weiterer Abschnitt dauerhaft für den Kfz-Durchgangsverkehr gesperrt. Ziel ist ein sicherer, ruhiger und gerechter verteilter Stadtraum.

Schon 2023 wurden in der Kreuzberger Böckhstraße bestehende Parkplätze entsiegelt und zu Grünflächen umgewandelt. Nun schreitet das Projekt zur Verkehrsberuhigung im Graefekiez in eine letzte Phase. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: Wikimedia Commons, Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0
Ab Anfang August wird ein rund 50 Meter langer Abschnitt der Schönleinstraße zwischen Dieffenbach- und Lachmannstraße umgestaltet. Damit geht der Umbau des Graefekiezes in die abschließende Phase. Der Bereich am Hohenstaufenplatz wird künftig nicht mehr für den motorisierten Durchgangsverkehr zugänglich sein. Vorgesehen ist stattdessen eine Nutzung durch Radfahrende sowie Fußgängerinnen und Fußgänger.
Zunächst werden Bordabsenkungen zur Verbesserung der Querungsmöglichkeiten vorgenommen. Besonders an der Ecke Dieffenbachstraße wird dadurch eine sicherere Überquerung möglich. In einem zweiten Schritt folgt die Sperrung durch Poller. Diese lassen Fahrräder passieren, verhindern jedoch das Durchfahren mit Autos. Für Rettungsfahrzeuge und Anwohnende bleibt die Erreichbarkeit über Schranken gewährleistet.
Neue Aufenthaltsflächen und weniger Verkehr: Abschnitt der Schönleinstraße wird autofrei
Die Innenfläche der gesperrten Straße soll autofrei gestaltet werden. Vorgesehen sind Entsiegelungen entlang der bestehenden Bäume, neue Sitzbänke, Fahrradbügel und möglicherweise Flächen für gastronomische Nutzung. Liefer- und Ladezonen werden in unmittelbarer Nähe eingerichtet, um die Versorgung des Quartiers sicherzustellen.
Annika Gerold, Bezirksstadträtin für Verkehr, Grünflächen, Ordnung und Umwelt, betonte laut Bezirksamt, dass die Maßnahme sowohl die Aufenthaltsqualität erhöhe als auch den Schulweg für Kinder sicherer mache. Auch die Zugänglichkeit des Spielplatzes am Hohenstaufenplatz werde verbessert.
Mobilitätsgesetz und Beteiligung sind Grundlage für den Umbau im Graefekiez
Der Umbau beruht auf rechtlichen und planerischen Grundlagen wie dem Berliner Mobilitätsgesetz und dem Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr 2030. Der Abschnitt gehört zu einem umfassenden Verkehrskonzept, das die Umgestaltung des gesamten Graefekiezes zum Ziel hat. Bereits 2024 hatte das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg die Maßnahme beschlossen.
Der Prozess wurde durch Beteiligungsverfahren, Verkehrszählungen und Abstimmungen mit Behörden begleitet. Auch die Feuerwehr, Polizei, BVG, BSR und das Klinikum am Urban waren eingebunden. Ein straßenrechtliches Teileinziehungsverfahren wurde durchgeführt und die Maßnahme öffentlich bekannt gemacht. Die verkehrsrechtliche Anordnung liegt vor.
Vom Modellversuch zur Verstetigung: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg zieht positive Bilanz
Bereits 2023 wurden in der Böckh- und Graefestraße Umgestaltungen vorgenommen. Kfz-Stellplätze wurden reduziert, Grünflächen geschaffen und neue Sharing-Angebote durch Jelbi-Stationen eingerichtet. Das Bezirksamt sieht die Ergebnisse positiv. Die verkehrsberuhigte Zone sei sichtbarer geworden, Konflikte mit Lieferverkehren hätten abgenommen, und die Aufenthaltsqualität habe sich erhöht.
Im Mai 2024 empfahl das Bezirksamt, die Maßnahmen zu verstetigen. Damit ist die Schönleinstraße der letzte noch ausstehende Teil des ursprünglichen Konzepts. Mit ihrer Sperrung wird auch der Durchgangsverkehr im Graefekiez vollständig unterbunden. Der Umbau wird voraussichtlich bis in den Herbst andauern.
Quellen: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Graefekiez Forum
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