Der Plattenbau gilt häufig als Sinnbild der städtebaulichen DDR, doch seine Geschichte begann früher und reicht weit über Ostdeutschland hinaus. Mit Dr. Liza Soutschek vom DDR Museum sprechen wir in der aktuellen Folge des ENTWICKLUNGSSTADT-Podcasts „Metropole im Wandel“ über 100 Jahre serielles Bauen, gesellschaftliche Umbrüche und die Zukunft vorgefertigter Architektur. Hört mal rein!
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ENTWICKLUNGSSTADT Podcast: Seit nunmehr 100 Jahren prägt der Plattenbau deutsche und europäische Städte; und seine Geschichte ist deutlich vielfältiger, als das verbreitete Bild grauer DDR-Großsiedlungen vermuten lässt. Gemeinsam mit Dr. Liza Soutschek vom DDR Museum führt die Podcastfolge zurück zu den Anfängen des industriellen Bauens und zur Berliner Splanemann-Siedlung, deren Errichtung 1926 begann.
Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte die serielle Bauweise in Ost- und Westdeutschland helfen, schnell und kostengünstig neuen Wohnraum zu schaffen. Während in der DDR Großsiedlungen wie Marzahn, Hellersdorf oder Halle-Neustadt entstanden, wurden auch in der Bundesrepublik Quartiere wie Neuperlach, Köln-Chorweiler und die West-Berliner Gropiusstadt gebaut.
Für viele Familien in der DDR bedeutete die Plattenbauwohnung damals einen erheblichen Fortschritt gegenüber unsanierten Altbauten mit Kohleofen und Außentoilette. Nach der Wiedervereinigung wurden ostdeutsche Plattenbausiedlungen jedoch zunehmend mit Leerstand, Arbeitslosigkeit, baulichem Verfall und gesellschaftlichen Problemen verbunden. Sanierungen, Rückbauten und eine bessere Gestaltung des Wohnumfelds haben das Bild vieler Quartiere inzwischen grundlegend verändert.
Angesichts der heutigen Wohnungsnot stellt sich daher die Frage, was der moderne Wohnungsbau aus einem Jahrhundert Platte lernen kann und welche Rolle serielle Konzepte mit Holz, Lehm oder anderen nachhaltigen Materialien künftig spielen können. Hört mal rein!
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Dr. Liza Soutschek vom DDR Museum und ENTWICKLUNGSSTADT-Chefredakteur Björn Leffler bei der Aufnahme der Podcastfolge über die Geschichte des Plattenbaus, die keineswegs nur ein Thema der DDR ist. / Foto: © ENTWICKLUNGSSTADT
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2 Kommentare
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Die kleine DDR mit ihren 17 Mio. Einwohner hat mit dem Wohnungsbauprogramm von 1976 bis zum Anschluss ca. 2 Mio. Wohnungen gebaut und dafür ca. 200 Mrd. Mark ausgegeben.
Leider wurde auf Harmonie und Ästhetik verzichtet. Es kann kaum teurer geworden gewesen sein, die Schalungen für die Massenproduktion und die Aussparungen für Öffnungen darin nach einfachen geometrischen Grundsätzen zu bauen.
Im reinen Zahlenspiel ist keine Leistung.