In der Steglitzer Schloßstraße startet Berlin einen Praxistest für eine neue Generation intelligenter Ampeln. Die Anlagen kommunizieren erstmals direkt mit BVG-Bussen und sollen so den öffentlichen Nahverkehr zuverlässiger und flüssiger durch den Verkehr führen.

Ein Doppeldeckerbus der BVG an der Schloßstraße in Berlin-Steglitz.

In der Schloßstraße sollen Busse künftig von einer neuen Ampeltechnik profitieren. / © Foto: depositphotos.com

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Die Digitalisierung der Berliner Verkehrssteuerung erreicht einen weiteren Meilenstein: In der Steglitzer Schloßstraße sind erstmals Lichtsignalanlagen in Betrieb gegangen, die über den Kommunikationsstandard C-ITS (Cooperative Intelligent Transport Systems) direkt mit Bussen kommunizieren können. Das Pilotprojekt soll zeigen, wie sich der öffentliche Nahverkehr durch eine engere Vernetzung von Fahrzeugen und Ampeln zuverlässiger und flüssiger steuern lässt. Zunächst wird die Technik im laufenden Betrieb mit Bussen der BVG erprobt.

Acht Ampelanlagen entlang der Schloßstraße wurden dafür mit neuer Kommunikationstechnik und erweiterten Steuerungen ausgestattet. Seit dem 9. Juli läuft ein mehrwöchiger Praxistest, bei dem verschiedene Betriebszustände untersucht und ausgewertet werden. Die bisherigen Verfahren zur Bevorrechtigung des öffentlichen Nahverkehrs bleiben währenddessen weiterhin aktiv und werden parallel zur neuen Technik genutzt.

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Direkter Informationsaustausch zwischen Bus und Ampel

Bislang melden sich Busse beim Annähern an eine Kreuzung über ein digitales Funksystem an der jeweiligen Ampel an. Auf Grundlage dieser Information kann die Lichtsignalanlage ihre Schaltung anpassen, damit der Bus möglichst ohne größere Verzögerung den Knotenpunkt passiert. Eine Rückmeldung, ob die Anmeldung tatsächlich angekommen ist oder wie der weitere Ablauf aussieht, erhält das Fahrzeug jedoch nicht.

Mit dem neuen C-ITS-Standard ändert sich dieses Prinzip. Über den Funkstandard ITS-G5 können Fahrzeuge und Ampelanlagen künftig direkt Informationen austauschen. Busse erhalten dabei unter anderem Rückmeldungen über den Status ihrer Bevorrechtigung und können ihre Fahrweise entsprechend anpassen. Dadurch sollen unnötiges Bremsen und Anfahren reduziert sowie Haltestellenaufenthalte bei Bedarf besser auf die Ampelschaltung abgestimmt werden. Ziel ist ein gleichmäßigerer Verkehrsfluss und eine höhere Zuverlässigkeit im Linienbetrieb.

Die Schloßstraße in Berlin-Steglitz, mit Bus- und Autoverkehr an einer Ampel.

Auf der Schloßstraße testet Berlin eine neue Technik, die den Busverkehr an Ampeln effizienter steuern soll. / © Foto: depositphotos.com

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Berlins Straßenverkehr soll intelligenter werden

Nach Angaben der Senatsverwaltung soll die neue Infrastruktur jedoch nicht allein dem Busverkehr zugutekommen. Die eingesetzte Technik bildet zugleich die Basis für weitere digitale Anwendungen im Straßenverkehr. Dazu zählen etwa die Priorisierung von Einsatzfahrzeugen, Assistenzsysteme zum Schutz von Radfahrerinnen und Radfahrern beim Rechtsabbiegen oder Grünzeitinformationen für den Radverkehr.

Auch für die Weiterentwicklung automatisierter Fahrfunktionen schafft das System neue Möglichkeiten. Gleichzeitig soll die digitale Infrastruktur unter Berücksichtigung aktueller Cyber-Sicherheitsstandards besser überwacht und ausgewertet werden können.

Das Pilotprojekt wird von der BVG getragen. An der Entwicklung und Genehmigung waren neben der Senatsverwaltung unter anderem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die GB infra-Signal GmbH sowie die Freie und Hansestadt Hamburg beteiligt. Die Erfahrungen aus dem Testbetrieb in der Schloßstraße sollen nun in die fachliche und technische Weiterentwicklung einfließen und als Grundlage für einen möglichen Ausbau der C-ITS-Technologie im Berliner Verkehrsnetz dienen.

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Schloßstraße

Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

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One Comment

  1. 41er 19. Juli 2026 at 10:29 - Reply

    Na ob das wirklich die Lösung ist? Die Verzögerung der Busse entsteht in erster Linie durch zu viel Autoverkehr und das Tram-Projekt Rathaus Steglitz Alexanderplatz hat der aktuelle Senat ja beerdigt – das wäre eine echt Chance gewesen. Ansonsten sehe ich in der Schlossstr am ehesten Bedarf bei der Erweiterung des Raums für Fußgänger und vor allem bei der Sicherheit: Ampelphasen für Fußgänger sind echt gefährlich, es sollte Tempo 30 sollte eingeführt werden und zusätzliche Schutzinfrastruktur wie erhöhte Gehwege an Abbiegungen wären gute Ideen, auch eine Reduktion des Autoverkehrs sollte bedacht werden. Die Schlossstr wird nun mal überwiegend zu Fuß genutzt.

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