In Treptow-Köpenick entsteht die Wasserrettungsstation Friedrichshagen als Pilotprojekt für kreislaufgerechtes Bauen. Wiederverwendete Bauteile, Holzbauweise und Photovoltaik sollen Ressourcen schonen und CO₂-Emissionen reduzieren. Das Projekt dient zudem als Reallabor für innovative Baukonzepte.
© Titelbild: BIM
In Friedrichshagen entsteht bald ein Neubau für den Wasserrettungsdienst, der auf den systematischen Einsatz wiederverwendeter Bauteile setzt. Fassadenpaneele, Deckenleuchten und andere Materialien aus bereits zurückgebauten Gebäuden werden in das neue Gebäude integriert. Das Projekt verfolgt das Ziel, Ressourcen zu schonen und CO₂-Emissionen zu reduzieren.
BIM-Geschäftsführer Dr. Matthias Hardinghaus erklärt, dass Re-Use im öffentlichen Bauen klare Regeln für Vergabe, Haftung und Qualitätssicherung erfordert. „Transparente Informationen zu Verfügbarkeit und Zustand der Bauteile sind entscheidend, um Kosten, Termine und technische Anforderungen verlässlich zu planen“, sagt Hardinghaus. Ziel des Pilotprojekts ist es, Erfahrungen für eine kreislaufgerechte Baupraxis in Berlin zu sammeln.
Re-Use und ganzheitliche Planung: Paneele aus Kreuzberg, Lampen aus Wilmersdorf
Im Zentrum steht das Prinzip der Wiederverwendung. Fassadenpaneele aus einem Kreuzberger Getränkemarkt und Deckenleuchten aus einem landeseigenen Gebäude am Fehrbelliner Platz finden im Neubau neue Verwendung. Auch Materialien des alten Wasserrettungsgebäudes werden integriert, darunter kugelförmige Außenleuchten und Beton, der als Schüttmaterial genutzt wird.
Dabei wird der gesamte Lebenszyklus des Gebäudes berücksichtigt: Rückbauoptionen, Reduzierung Grauer Energie und energiesparende Technik wie Photovoltaik und Batteriespeicher sind von Beginn an eingeplant. Der Neubau erhält zudem ein zusätzliches Geschoss für zwei Wasserrettungsboote und bis zu 16 Einsatzkräfte.
Reallabor für kreislaufgerechtes Bauen: Geplante Fertigstellung 2027
Die neue Station wird in Holzbauweise errichtet. Holzfaserdämmung, Lehmputz und Stroh ermöglichen einen ressourcenschonenden Bau und einen sortenreinen Rückbau in der Zukunft. Für den Betrieb ist eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher geplant, ergänzt durch effiziente Heiz- und Warmwassersysteme. Während der Bauphase, die von März 2026 bis zum zweiten Quartal 2027 dauert, ist der Wasserrettungsdienst am Müggelsee untergebracht. Die Baustraße schützt das umliegende Grün und wird nach Abschluss zurückgebaut.
Das Projekt dient zugleich als Reallabor: Studierende der Technischen Universität Berlin entwickelten Entwürfe und Konzepte, die in die Planung des Neubaus einflossen. Die Erfahrungen aus Friedrichshagen sollen künftig Impulse für nachhaltiges Bauen in Berlin geben.
Quellen: BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
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