Mit dem Wohnprojekt „WILLIE“ wird erstmals ein privat finanziertes Wohnvorhaben nach dem Hamburg-Standard im Rathausviertel realisiert. Ziel ist es, Baukosten zu senken und zugleich städtebauliche Qualität zu sichern. Ergänzt wird das Wohnangebot durch eine neue Kita.

Seit November wird im Wilhelmsburger Rathausviertel gebaut: Das Areal der früheren Wilhelmsburger Reichsstraße wird schrittweise zu einem neuen Stadtquartier entwickelt. Im Zentrum wird ab 2028 unter anderem das Wohnprojekt „WILLIE“ umgesetzt. / © Visualisierung: IBA Hamburg GmbH / MOKA Studio GbR
© Visualisierung Titelbild: MOKA Studio GbR
Im Herzen des neuen Wilhelmsburger Rathausviertels nimmt ein richtungsweisendes Wohnbauprojekt Gestalt an. Mit „WILLIE“ hat der Projektentwickler PRIMUS developments im Rahmen des Hamburg-Standards den Zuschlag für das erste privat finanzierte Bauvorhaben im Pilotquartier erhalten. Der Entwurf steht für einen pragmatischen und qualitätsbewussten Ansatz, der auf den aktuellen Druck auf dem Hamburger Wohnungsmarkt reagiert.
Rathausviertel Wilhelmsburg: 1.900 Wohnungen nach dem Hamburg-Standard geplant
Das Rathausviertel ist ein zentraler Baustein der aktuellen Stadtentwicklung Wilhelmsburgs: Rund 1.900 Wohnungen sollen hier nach dem neuen Hamburg-Standard entstehen, ergänzt durch soziale Infrastruktur, Gewerbeflächen und Grünräume.
Als Pilotquartier dient es als realer Testfall zur Erprobung kostenreduzierter und effizienter Bauprozesse. Ziel ist es, die Voraussetzungen für mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
31 Wohnungen und Kita: Pilotprojekt „WILLIE“ soll ab 2028 umgesetzt werden
Als erstes Projekt des neuen Quartiers wird das achtgeschossige Wohngebäude „WILLIE“ umgesetzt. Auf einer Bruttogrundfläche von gut 3.750 Quadratmetern sollen 31 dauerhaft bezahlbare Wohnungen sowie eine neue Kindertagesstätte für 90 Kinder entstehen. Damit reagiert PRIMUS developments nicht nur auf den Mangel an erschwinglichen Wohnungen, sondern auch auf den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen im Quartier. Der Baustart ist für Anfang 2028 vorgesehen, die Fertigstellung bis 2030.
Architektonisch setzt das Projekt auf Holzbauweise und einen Nachhaltigkeitsansatz, der auf eine ressourcenschonende Konstruktion und flächeneffiziente Planung abzielt. Ergänzt werden soll dies durch Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Qualität und des Mikroklimas. Die Grundrisse sind flexibel geplant und auf unterschiedliche Haushaltsgrößen ausgerichtet.
Neuer Hamburg-Standard soll Baukosten im Wohnungsneubau senken
Der Hamburg-Standard ist mehr als ein technischer Baustandard. Er ist ein politisches und städtebauliches Instrument, das durch vereinfachte Planungsprozesse, optimierte Baustandards und beschleunigte Genehmigungsverfahren die Baukosten im Wohnungsneubau senken soll. In Wilhelmsburg dient das Rathausviertel als Modellquartier, aus dem Erkenntnisse auch für andere Stadtteile und Projekte gewonnen werden sollen.
Für das Pilotprojekt „WILLIE“ bedeutet das konkret: Ein Ingenieurwettbewerb soll Konstruktionen und Gebäudetechniklösungen hervorbringen, die wirtschaftlich tragfähig, technisch präzise und nachhaltig realisierbar sind. Dadurch soll ein hochqualitativer, zugleich kosteneffizienter Bauprozess gewährleistet werden.
Das erste Projekt des Rathausviertels Wilhelmsburg zeigt, wie bezahlbares Wohnen und soziale Infrastruktur frühzeitig zusammengedacht werden können. Ob sich der Hamburg-Standard über einzelne Pilotprojekte hinaus als wirksames Instrument für den Wohnungsbau etabliert, wird sich jedoch erst in den kommenden Jahren zeigen.
Quellen: DEAL Magazin, PRIMUS developments, Hamburg.de
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