Beim Bau der neuen U5 in Hamburg kommt erstmals eine neue Tunnelbauweise zum Einsatz. Stahlfasertübbings sollen Material sparen und den Bau effizienter machen. Das Projekt gilt als Pilot für künftige Infrastrukturvorhaben.

Visualisierung der U5 Haltestelle in Hamburg

Visualisierung einer neuen Haltestelle auf der Linie U5 in Hamburg. Laut HOCHBAHN sollen nach der Inbetriebnahme rund 315.000 Fahrgäste täglich die neue Linie nutzen. / © Visualisierung HOCHBAHN

© Titelbild: STRABAG

ANZEIGE

 

Beim Bau der neuen U-Bahn-Linie in Hamburg erproben die Projektbeteiligten eine neue Bauweise im Tunnelbau. Im Rahmen eines Pilotprojekts setzt eine Arbeitsgemeinschaft unter Führung von Züblin erstmals sogenannte Stahlfasertübbings ein. Diese Bauteile kommen beim Vortrieb der U5 zum Einsatz und sollen langfristig neue Standards im Tunnelbau ermöglichen.

Dabei handelt es sich um vorgefertigte Betonsegmente, mit denen Tunnelröhren ausgekleidet und stabilisiert werden. Im Unterschied zur herkömmlichen Bauweise, bei der Stahlstäbe zur Bewehrung eingesetzt werden, enthalten diese Tübbings fein verteilte Stahlfasern im Beton. Dadurch kann der Stahlanteil um rund 60 Prozent reduziert werden, bei gleicher Stabilität und Sicherheit.

ANZEIGE

U5-Bau in Hamburg: Neue Bauweise soll Materialeinsatz reduzieren

Die neue Technologie, die international bereits erprobt ist, gilt als wichtiger Schritt hin zu ressourcenschonenderem Tunnelbau und könnte einen spürbaren Beitrag zur CO₂-Reduktion bei großen Infrastrukturprojekten leisten.

Das Pilotprojekt soll die neue Technik unter realen Bedingungen erproben, damit belastbare Erkenntnisse für zukünftige Vorhaben entstehen. Wenn sich das Verfahren bewährt, könnte es künftig häufiger im Tunnelbau eingesetzt werden.

Neue U-Bahn-Linie zählt zu den größten Infrastrukturprojekten der Hansestadt

Die neue U-Bahn-Linie U5 gehört zu den bedeutendsten Verkehrsprojekten in Hamburg. Sie soll künftig mehrere Stadtteile miteinander verbinden und das bestehende Netz deutlich erweitern. Der Bau erfolgt in mehreren Abschnitten und wird über viele Jahre hinweg umgesetzt.

ANZEIGE

Bereits in den vergangenen Monaten wurden verschiedene Baufortschritte erreicht. So laufen derzeit an mehreren Stellen Arbeiten für Tunnel und Stationen. Gleichzeitig kommt es immer wieder zu besonderen Funden und Herausforderungen auf den Baustellen.

Erfahrungen aus dem Bauverlauf fließen in Planung ein

Neben technischen Innovationen prägen auch unerwartete Ereignisse den Bauverlauf. So wurde etwa bei Arbeiten im Bereich Barmbek ein großer Findling entdeckt, der aus der Eiszeit stammt und den Bauablauf beeinflusste.

Solche Erfahrungen zeigen, wie komplex innerstädtischer Tunnelbau ist. Geologische Bedingungen, bestehende Infrastruktur und logistische Anforderungen müssen laufend berücksichtigt werden.

ANZEIGE

Auf der U5 Baustelle in Barmbek trafen Bauarbeiter auf einen Findling.

Unerwarteter Fund auf einer Großbaustelle: Beim Bau der neuen U5 in Hamburg-Bramfeld ist ein mehrere Millionen Jahre alter Findling entdeckt worden. / © Foto: HOCHBAHN

Quellen: STRABAG, HOCHBAHN

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.