Die Berliner Philharmonie gehört zu den bekanntesten Konzertbauten der Welt. Doch der Bau von Hans Scharoun ist inzwischen über 60 Jahre alt und muss umfassend modernisiert werden. Während Berlin die Generalsanierung vorbereitet, beginnt zugleich die Suche nach einer geeigneten Ersatzspielstätte.

Philharmonie Berlin

Der 1963 eröffnete Konzertbau von Hans Scharoun gilt als eines der bedeutendsten Beispiele der Nachkriegsmoderne und steht unter Denkmalschutz. Trotz regelmäßiger Instandhaltung ist bislang keine grundlegende Sanierung erfolgt, weshalb das Gebäude voraussichtlich ab 2032 umfassend modernisiert werden soll. / © Foto: depositphotos.com

© Titelbild: Wikimedia Commons, A.Savin, FAL 

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Die Berliner Philharmonie entstand zwischen 1960 und 1963 nach den Plänen des Architekten Hans Scharoun. Der Bau liegt am Rand des Tiergartens und prägt bis heute das Kulturforum. Gleichzeitig gilt er als eines der wichtigsten Beispiele für die Architektur der Nachkriegsmoderne in Deutschland.

Scharoun entwickelte damals ein neuartiges Raumkonzept. Die Sitzplätze liegen terrassenartig um eine zentral angeordnete Bühne. Diese sogenannte Weinberg-Struktur veränderte die klassische Form des Konzertsaals grundlegend. Der Bau besitzt zudem einen ungewöhnlichen Grundriss sowie ein zeltartiges Dach. Daher nannten Berliner das Gebäude zeitweise auch „Zirkus Karajani“, in Anspielung auf den damaligen Chefdirigenten Herbert von Karajan.

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Konzertbetrieb in der Berliner Philharmonie am Kulturforum: Scharoun-Bau als musikalisches Zentrum

Heute dient die Philharmonie als Stammsitz der Berliner Philharmoniker und als einer der wichtigsten Konzertorte der Stadt. Internationale Orchester und Ensembles treten regelmäßig in dem Saal auf. Gleichzeitig entwickelte sich das Gebäude zu einem Wahrzeichen der Berliner Kulturlandschaft.

Zum Ensemble gehört außerdem der Kammermusiksaal, der zwischen 1984 und 1987 nach Plänen von Edgar Wisniewski entstand. Der Architekt war ein Schüler Scharouns und griff eine frühere Skizze seines Lehrers auf. Beide Gebäude bilden heute gemeinsam ein kulturelles Zentrum am Kulturforum.

Philharmonie soll umfassend saniert werden: Gebäudetechnik und Brandschutz Maßnamen erforderlich

Trotz regelmäßiger Wartung steht die Philharmonie inzwischen vor einer grundlegenden Modernisierung. Der Konzertbau wurde seit seiner Eröffnung im Jahr 1963 nie vollständig saniert. Nach Angaben der Senatsverwaltung besteht vor allem bei Gebäudetechnik und Brandschutz erheblicher Handlungsbedarf.

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Die Stadt plant daher eine umfassende Generalsanierung des Scharoun-Baus. Der Baubeginn ist derzeit für das Jahr 2032 vorgesehen. Aktuell laufen bereits erste Untersuchungen. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, wie sich das Projekt technisch und organisatorisch umsetzen lässt.

Übergangsspielstätte für die Berliner Philharmoniker gesucht: Mehrere Standorte werden aktuell geprüft

Innenraum, Berliner Philharmonie

© Foto: depositphotos.com

Während der Bauarbeiten muss das Orchester vorübergehend aus der Philharmonie ausziehen. Die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt prüft deshalb mehrere Standorte in Berlin. Wichtig ist vor allem, dass eine Ersatzspielstätte eine ähnliche Kapazität wie der bestehende Saal bietet. Die Philharmonie verfügt derzeit über rund 2.200 Plätze.

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Laut Berliner Morgenpost haben Vertreter des Orchesters bereits den großen Saal im ICC am Funkturm besichtigt. Die Akustik des Gebäudes erfülle jedoch offenbar nicht die Anforderungen eines großen Sinfonieorchesters.

„Hangar 1“ in Tempelhof als Ersatzspielstätte: Standortfrage und Finanzierung noch ungeklärt

Auch der „Hangar 1“ des ehemaligen Flughafens Tempelhof gilt als mögliche Übergangslösung. In der Flugzeughalle leben derzeit noch Geflüchtete, deren Mietvertrag bis 2028 läuft. Danach könnte dort ein temporärer Konzertsaal entstehen. Eine Machbarkeitsstudie soll nun untersuchen, ob sich ein solcher Bau realisieren lässt.

Konkrete Kostenschätzungen liegen bislang weder für die Ersatzspielstätte noch für die Sanierung der Philharmonie vor. Klar ist jedoch, dass beide Projekte erhebliche Investitionen erfordern werden. Während die Staatsbibliothek auf der gegenüberliegenden Seite der Potsdamer Straße mit rund 1,1 Milliarden Euro saniert wird, könnte auch die Modernisierung der Philharmonie wegen der Anforderungen an Denkmalschutz, Technik und Akustik ähnlich teuer werden.

Berliner Philharmonie, Foyer

© Foto: depositphotos.com

Quellen: ProDenkmal, Berliner Morgenpost, Austrasse Zürich

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One Comment

  1. Franz 11. März 2026 at 16:00 - Reply

    Nirgendwo wird die Akkustik so phänomenal sein wie in der Philharmonie selbst.

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