Die Sanierung des Pergamonmuseums erreicht einen entscheidenden Meilenstein. Der erste Bauabschnitt ist baulich abgeschlossen. Nach Jahren komplexer Arbeiten beginnen die Museen nun mit dem Einrichten ihrer Räume. Im Frühjahr 2027 soll ein zentraler Ort der Museumsinsel wieder für das Publikum öffnen.

Der erste Abschnitt der Sanierungsarbeiten kostete bereits rund 489 Millionen Euro. Zwar sollen Nord- und Mittelflügel bis Ende 2025 fertiggestellt sein, doch erst im Frühjahr 2027 wird dieser Teil des Museums wieder regulär für Besucherinnen und Besucher öffnen. / © Foto: BBR / Peter Thieme
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Die grundlegende Sanierung des Pergamonmuseums erreicht einen entscheidenden Punkt. Der erste Bauabschnitt wird bis Ende des Jahres abgeschlossen. Dazu gehören die denkmalgerechte Instandsetzung des Nordflügels, des Mittelbaus mit dem Pergamonaltar sowie ein neuer Eingangspavillon im Ehrenhof. Damit endet eine der aufwendigsten Bauphasen seit Jahrzehnten. Zudem beginnen das Museum für Islamische Kunst und das Vorderasiatische Museum, ihre zukünftigen Ausstellungsräume einzurichten.
Im Erdgeschoss werden aktuell Kassenbereiche, Vermittlungsräume, ein Café und technische Bereiche vorbereitet. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz kündigt an, dass im Frühjahr 2027 die Architektursäle der Antikensammlung, die neue Dauerausstellung des Museums für Islamische Kunst und ein Saal des Vorderasiatischen Museums wieder zugänglich sein sollen.
Bund und Museen betonen Bedeutung des Pergamonmuseum zur Wiedereröffnung 2027
Vertreterinnen und Vertreter von Bund und Museen betonten, wie bedeutend dieser Fortschritt ist. Staatsminister Wolfram Weimer sagte laut Mitteilung, mit der Schließung des Hauses sei eine große Lücke in der europäischen Kulturlandschaft entstanden und die Wiedereröffnung 2027 werde diese schließen.
Auch die Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung hob die Herausforderungen hervor. Die Sanierung sichere das UNESCO-Welterbe für zukünftige Generationen, da moderne Standards behutsam in die historische Struktur integriert wurden.
Pergamonmuseum Berlin: Umfangreichste Sanierung seit 1945 mit Spezialtiefbau und neuer Gebäudetechnik
Die Arbeiten waren umfangreicher als jede Maßnahme seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Gründung des Gebäudes musste verstärkt und erneuert werden, wofür Spezialtiefbauarbeiten nötig waren. Zudem erhielt das Haus neue Tragwerke im Dachbereich, historische Lichtdecken wurden nachgebildet und Fassaden sowie Fenster saniert.
Parallel wurde die technische Infrastruktur des Museums grundlegend modernisiert. Raumlufttechnik, Klimatechnik, Elektro- und Sicherheitssysteme und Gebäudeautomation wurden erneuert. Dadurch soll das Museum künftig einem stark steigenden Besucherandrang standhalten.
Museumsinsel Berlin: Neuer Tempietto-Eingang und barrierefreie Erschließung im Pergamonmuseum
Um das Haus barrierefrei und gleichzeitig funktionaler zu machen, entstanden im Nordflügel zusätzliche Treppenhäuser und Aufzüge. Ein neuer Eingangspavillon, der sogenannte Tempietto, verbindet das Museum künftig mit der Archäologischen Promenade, der zentralen Verbindung aller Häuser der Museumsinsel.
Im zweiten Bauabschnitt, der noch bevorsteht, entsteht ein vierter Flügel. Erst mit ihm wird der vollständige Rundgang im Pergamonmuseum möglich. Alle Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt.
Pergamonmuseum-Restaurierung: Tausende Kunstwerke ziehen in den Nordflügel um, inklusive Aleppo-Zimmer und Alhambra-Kuppel
Viele Architekturobjekte wie der Pergamonaltar verblieben während der Arbeiten im Gebäude und wurden vor Ort restauriert. Hochpräzise Messtechnik stellte sicher, dass die Großarchitekturen keinen Schaden nahmen. Skulpturen, Friese und Mosaike mussten dagegen ausgelagert und restauriert werden, bevor sie nun zurückkehren.
Besonders aufwendig war der Umzug des Museums für Islamische Kunst. Tausende Objekte wurden restauriert und in den Nordflügel verlegt, darunter das Aleppo-Zimmer und die Alhambra-Kuppel. Die monumentale Mschatta-Fassade wurde in 527 Einzelteile zerlegt und neu aufgebaut.
Pergamonmuseum 2027: Erweiterte Sammlungen und internationale Leihgaben im Museum für Islamische Kunst
Die Museen entwickeln derzeit neue Vermittlungsformate. Ein hochauflösender Scan des Pergamonaltars entsteht in Kooperation mit Siemens. Das Museum für Islamische Kunst zeigt künftig eine stark erweiterte Sammlung, ergänzt durch internationale Leihgaben und zeitgenössische Kunst.
Wenn das Pergamonmuseum im Frühjahr 2027 wieder öffnet, soll es nicht nur baulich, sondern auch inhaltlich neu aufgestellt sein. Für die Museumsinsel bedeutet dies die Rückkehr eines ihrer zentralen Häuser und eines der meistbesuchten Kulturorte Deutschlands.
Quellen: Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH, Berliner Morgenpost, Wikipedia
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Schön, dass jedenfalls ein Teilbereich dieses unglaublich bedeutenden Museums ab 2027 wieder zugänglich ist.
Der gesamte Eingangsbereich ist durch den verantwortlichen Architekten völlig verschandelt worden. Wie man so etwas jemals hat genehmigen können. Die gesamte Berliner Bauverwaltung ist die inkarnierte Unfähigkeit!