Die Sanierung der Frankfurter Paulskirche nimmt weiter konkrete Formen an. Ziel ist eine denkmalgerechte Erneuerung des historischen Gebäudes bei gleichzeitiger Anpassung an heutige Nutzungsanforderungen.

Die Paulskirche in Frankfurt steht vor einem umfangreichen Umbau, wobei das Gebäude langfristig gesichert und weiterentwickelt werden soll. / © Foto: Wikimedia Commons, Mylius, GFDL 1.2
© Titelbild: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0
Die Frankfurter Paulskirche ist seit Jahrzehnten der bedeutendste Veranstaltungsraum der Stadt. Neben zahlreichen Gedenkveranstaltungen finden hier wichtige Ehrungen statt – darunter der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, der Goethe- und Ludwig-Börne-Preis der Stadt Frankfurt am Main sowie zuletzt der Europäische Paulskirchenpreis für Demokratie.
Nun steht das geschichtsträchtige Gebäude vor einer umfassenden Sanierung, die sowohl den baulichen Bestand sichern als auch die Nutzung für kommende Jahrzehnte weiterentwickeln soll. Ziel ist es, das Denkmal an heutige technische, funktionale und barrierefreie Anforderungen anzupassen, ohne seinen historischen Charakter zu verändern.
Planungsteam nach europaweitem Verfahren beauftragt
Nachdem die Stadtverordneten den Maßnahmenkatalog beschlossen hatten, konnte nun ein europaweites Vergabeverfahren für die Planungsleistungen gestartet werden. Im Zentrum steht die Vorbereitung einer denkmalgerechten Gesamtsanierung, die das Gebäude langfristig sichern und zugleich weiterentwickeln soll.
An dem Verfahren beteiligten sich 115 Architektur- und Ingenieurbüros. Nach einer ersten Eignungsprüfung wurden 31 Teams zur Abgabe konkreter Angebote eingeladen. Die Vergabe erfolgt in sieben Fachlosen, um die unterschiedlichen Planungsdisziplinen gezielt abzubilden und mittelständische Strukturen zu berücksichtigen.
Umbau der Paulskirche: Fachliche Spezialisierung und Auswahl der Büros
Im Ergebnis wurde ein interdisziplinäres Planungsteam beauftragt, das über umfangreiche Erfahrung im Umgang mit historischen Bauwerken verfügt. Die Projektbeteiligten kommen aus den Bereichen Architektur, Tragwerksplanung, Brandschutz, Haustechnik sowie Licht- und Akustikplanung. Ziel ist es, die komplexen Anforderungen eines Veranstaltungs- und Erinnerungsortes in einem denkmalgeschützten Bestand zusammenzuführen.
Zu den beteiligten Fachplanern zählen unter anderem Büros, die sich bereits bei vergleichbaren Kultur- und Sanierungsprojekten eingebracht haben, allen voran das Frankfurter Architekturbüro Wandel Lorch Götze Wach. Neben architektonischen Fragen stehen dabei insbesondere Bauphysik, technische Infrastruktur und die behutsame Integration moderner Gebäudetechnik im Mittelpunkt der weiteren Planungen.
Denkmalpflege, Technik und neue Nutzungen im Fokus – Wirkung soll erhalten bleiben
Die Sanierung umfasst zentrale Bauteile wie Natursteinfassade, Kupferdach und Oberlicht sowie die vollständige Erneuerung der technischen Anlagen. Auch Barrierefreiheit, Veranstaltungsinfrastruktur und die Anpassung der Bestuhlung sind Teil des Maßnahmenpakets. Gleichzeitig soll die charakteristische Wirkung des Innenraums erhalten bleiben.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die konzeptionelle Weiterentwicklung der Paulskirche gemeinsam mit dem geplanten „Haus der Demokratie“. Beide Orte sollen künftig funktional und inhaltlich enger verzahnt werden und Raum für Bildung, Ausstellung und öffentliche Veranstaltungen bieten. Vertreter der Stadt betonen dabei sowohl die Bedeutung des Ortes für die Demokratiegeschichte als auch die Verantwortung für eine zeitgemäße Nutzung.
Quellen: Stadt Frankfurt am Main, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Neue Presse, Wandel Lorch Götze Wach
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