Die Passerelle am Internationalen Congress Centrum Berlin (ICC) soll grundlegend neu gedacht werden. Ein aktuelles Konzept sieht vor, die bisher wenig genutzte Unterführung zu einem belebten Ort für Bewegung und Begegnung zu entwickeln. 

Die Passerelle am ICC ist bis heute vor allem durch ihre markante orangefarbene Gestaltung geprägt und gilt zugleich als funktional wenig genutzter Fußgängertunnel unter dem Messedamm.

Für die Unterführung am Messedamm sind neue Pläne zur Umgestaltung vorgestellt worden. Der Tunnel soll künftig stärker belebt und anders genutzt werden als bisher. Damit wird ein langjähriges städtebauliches Thema im Umfeld des ICC wieder konkret aufgegriffen. / © Foto: depositphotos.com

© Titelbild: depositphotos.com

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Am Messedamm nimmt eine Idee wieder Fahrt auf, die im Bezirk und in der Stadtpolitik schon seit Jahren diskutiert wird: die Neuausrichtung der Passerelle am ICC.

Neu ist der Ansatz nicht – doch nun liegt nach mehreren Kehrtwenden erstmals ein konkret ausgearbeitetes Nutzungskonzept vor, das den unterirdischen Raum aus den 1970er-Jahren dauerhaft beleben soll.

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Passerelle am ICC als Ort für Aufenhalt, Bewegung und soziale Begegnung

Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat gemeinsam mit der Kreativagentur „die wellenmaschine GmbH“ ein Konzept zur künftigen Nutzung der Passerelle am ICC vorgestellt. Die Unterführung, die lange als wenig einladender Durchgangsraum galt, soll zu einem Ort werden, der stärker auf Aufenthalt, Bewegung und soziale Begegnung ausgerichtet ist. Ziel ist es, die bislang vor allem funktionale Verbindung am Messedamm aufzuwerten und stärker in den Stadtraum einzubinden.

Vorgesehen ist eine tägliche Öffnung von 8 bis 22 Uhr mit einer Mischung aus offener Nutzung und gezielt organisierten Angeboten. Ergänzt werden soll das Konzept durch feste Belegungszeiten sowie eine kontinuierliche Betreuung vor Ort, um eine dauerhafte Nutzung und Präsenz im Raum zu gewährleisten.

Visualisierung einer neuen Nutzung der Unterführung im ICC, mit mehreren Pflanzungen.

Die Idee, die Unterführung umzugestalten ist nicht neu. Ein kreativer Ansatz zur Umgestaltung der ICC-Unterführung, der letztlich nicht weiterverfolgt wurde. / © Visualisierung: Lindner Planungsbüro, Die Palme, Beyond Future one GmbH

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Unterführung am ICC: Zwischennutzung zwischen Bewegung und Sicherheit

Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger betonte bei der Vorstellung, dass die Passage gemeinsam mit Partnern wie „Sportkinder Berlin“ und dem „SC Inklusion e.V.“ entwickelt werden solle. Der Fokus liege darauf, den Raum aus seiner bisherigen Wahrnehmung als problematischen Ort herauszuführen und durch niedrigschwellige Angebote stärker zu aktivieren. In den vergangenen Jahren seien dafür bereits verschiedene Ansätze erprobt worden.

Im Zentrum des Konzepts steht die Idee, Bewegung als verbindendes Element im öffentlichen Raum zu etablieren. Dadurch sollen sowohl neue Formen der Teilhabe entstehen als auch die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Die Passerelle soll künftig ein Ort sein, an dem sportliche und soziale Aktivitäten sichtbar in den Alltag integriert werden. Wie gut das Angebot angenommen wird, bleibt vorerst abzuwarten.

Perspektiven am Messedamm und neue Bauvorhaben

Auch auf dem Gelände der Messe Berlin zeichnen sich neue Entwicklungen ab. Der Auftrag für das neue Messe- und Kongresszentrum „Dock9“ wurde an das Architekturbüro gmp Architekten vergeben. Der Neubau soll die Halle 9 ersetzen und künftig Veranstaltungen mit bis zu 5.000 Teilnehmenden ermöglichen.

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Der Baustart ist für Herbst 2026 vorgesehen, die Fertigstellung für 2028 geplant. Damit setzt sich die langfristige Transformation des Messe- und ICC-Umfelds weiter fort. Gleichzeitig bleibt ungewiss, wie es grundsätzlich mit dem Internationalen Congress Centrum selbst weitergeht. Zwar mehren sich zuletzt die Hinweise auf Fortschritte im laufenden Konzeptverfahren zur künftigen Nutzung des ICC, eine endgültige Entscheidung steht jedoch weiterhin aus. Damit bleibt die Zukunft des denkmalgeschützten Großbaus am Messedamm trotz neuer Bauprojekte im Umfeld vorerst offen.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Neubau "Dock9" am ICC in Berlin.

Der Neubau entsteht auf dem Gelände der Messe Berlin in direkter Nähe zum Funkturm und ersetzt dort die bestehende Halle 9. / © Visualisierung: gmp

ICC

Quellen: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, gmp

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