Auf einer brachliegenden Wiesenfläche am Rand Quickborns entsteht ein neues Stadtquartier, das Wohnen, Gewerbe und öffentliches Leben miteinander verbinden soll. Im Mittelpunkt steht eine historische Scheune aus dem Jahr 1909, die zum sozialen Herzstück des Areals werden soll.

Auf rund 2,4 Hektar zwischen Marktstraße, Gärtnerstraße und Pinneberger Straße entstehen ab 2027 bis zu 160 Wohneinheiten, rund 1.500 Quadratmeter Gewerbefläche sowie eine zur Veranstaltungslocation umgebaute Scheune. / © Visualisierung: beyound visual arts, © Quickborn
© Visualisierungen: beyound visual arts, © Quickborn
Auf den sogenannten Osterschen Wiesen, einer Freifläche an der Marktstraße am Rande Quickborns, ist der Bau eines neuen Stadtquartiers geplant. Das Areal umfasst rund 2,4 Hektar und soll mit einer Bruttogeschossfläche von etwa 18.000 Quadratmetern bebaut werden. Das Investitionsvolumen liegt dabei bei rund 60 Millionen Euro. Die Machbarkeitsstudie für das Quartier stammt vom Münchner Architekturbüro CSMM.
Das Vorhaben trägt den Namen „Parkquartier Markstraße“ und verfolgt ein vergleichsweise breites Programm: Neben Wohnungen sollen sowohl Gewerbeflächen als auch gastronomische Angebote und Räume für Veranstaltungen entstehen. Der Baubeginn ist für 2027 geplant, die Fertigstellung soll entsprechend 2029 erfolgen.
Mischnutzung im neuen Quartier geplant: Wohnen, Arbeiten und Versorgung auf engem Raum verknüpft
Das Wohnprogramm sieht zwischen 130 und 160 Einheiten vor, verteilt auf verschiedene Gebäudetypen: dreigeschossige Reihenhäuser mit Privatgärten, Mehrfamilienhäuser, Maisonettewohnungen, barrierefreie Erdgeschosswohnungen sowie rund 22 Mikro-Apartments für kurz- und langfristige Vermietung. Zehn bis zwanzig Prozent der Einheiten sollen öffentlich gefördert sein, womit das Projekt zumindest einen Teil des sozialen Wohnungsbedarfs in Quickborn adressiert.
Ergänzt wird das Wohnangebot zudem durch etwa 1.500 Quadratmeter Gewerbefläche und rund 1.000 Quadratmeter für Gastronomie und Veranstaltungen. Geplant sind unter anderem ein Bäcker, ein Fahrradladen mit Werkstatt, Co-Working-Spaces sowie eine Paketstation. Das Konzept folgt dabei dem Gedanken des sogenannten „Quartiers der kurzen Wege“, bei dem alltägliche Versorgung fußläufig erreichbar sein soll.
Umgenutzte Scheune als Treffpunkt im Quartier: Bestandsgebäude soll als Gastronomie- und Eventfläche genutzt werden
Das prägnanteste Element des Entwurfs ist eine erhaltene Scheune, die umgenutzt werden soll. Sie ist für Gastronomie und Veranstaltungen mit einer Kapazität von bis zu 500 Personen vorgesehen und soll damit zum zentralen Begegnungsort des Quartiers werden.
Darum herum entsteht ein öffentlicher Platz, der verschiedene Generationen ansprechen soll. Die Planung folgt dabei dem Ansatz des „Placemaking“, also der Vorstellung, dass gute Räume soziale Verbindungen entstehen lassen.
Städtebau im „Parkquartier Markstraße“: Höfe, Park und hanseatische Referenzen
Städtebaulich arbeitet der Entwurf mit einer offenen Hofstruktur aus L-förmigen Baukörpern in drei bis vier Geschossen. Zur Marktstraße hin entsteht eine klare Straßenkante, während die Innenbereiche als ruhige, halbprivate Höfe gestaltet werden.
Eine lineare Parkachse verläuft in Nord-Süd-Richtung durch das Quartier und verzweigt sich dabei in die einzelnen Wohnhöfe. Sie übernimmt gleichzeitig mehrere Funktionen: Spielfläche, Klimapuffer, Schwammstadtelement und Übergangszone zwischen öffentlichem und privatem Raum.
Architektonisch orientiert sich das Projekt am hanseatischen Kontext der Region. So ist das Erdgeschoss in Ziegelmauerwerk geplant, während die oberen Etagen in modularer Holzbauweise mit unterschiedlichen Holzschalungen entstehen.
Klimaneutrales Neubauquartier: Wie das Quartier seine Nachhaltigkeitsziele erreichen will
Das Quartier soll im Betrieb klimaneutral funktionieren. Die Energieversorgung setzt dabei auf Solar- und Solarthermieanlagen, die genug Strom erzeugen sollen, um auch die sogenannte graue Energie aus den Baustoffen rechnerisch zu kompensieren. Damit rückt das Quartier in die Nähe dessen, was als Plusenergiegebäude bezeichnet wird.
Beim Thema Mobilität sieht die Planung ein Parkhaus mit rund 250 Stellplätzen vor, das Autos aus dem Quartier selbst heraushalten soll. Ergänzt wird dieses Konzept durch Carsharing, E-Ladesäulen sowie eine explizit fahrrad- und fußgängerfreundliche Wegeführung. Quickborn profitiert außerdem von einer guten Anbindung ans Straßennetz und den öffentlichen Nahverkehr, und es gibt darüber hinaus Überlegungen zu einem möglichen Anschluss an das Hamburger S-Bahn-Netz.
Quellen: CSMM
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