Die vierte Variante für die Umgestaltung der Große-Leege-Straße reagiert auf zahlreiche Rückmeldungen aus der Anwohnerschaft. Der Einblick in den Planungsprozess verdeutlicht, wie Begrünung, Barrierefreiheit und Parkraum in Alt-Hohenschönhausen neu bewertet werden.

Die zweite Bürgerbeteiligung stieß auf reges Interesse: Vor voll besetzten Reihen stellten Bezirksstadträtin Filiz Keküllüoğlu, Ina Sager vom Umwelt- und Naturschutzamt und Agata Waszczuk vom Planungsbüro polymorph das vierte Konzept vor. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: Wikimedia Commons, Christian Liebscher, CC BY-SA 3.0
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Am 2. Dezember fand in Alt-Hohenschönhausen die zweite Bürgerbeteiligung zur Große-Leege-Straße statt. Vorgestellt wurde eine vierte Variante, die auf Basis der Wünsche und Rückmeldungen aus der ersten Bürgerbeteiligung im Oktober überarbeitet worden war.
Die Große-Leege-Straße in Alt-Hohenschönhausen soll nach Angaben des Bezirks umfassend umgestaltet werden, da sie an vielen Stellen Defizite aufweist, etwa bei Grün- und Freiflächen, bei den Wegeverhältnissen oder aufgrund mangelnder Barrierefreiheit. Das Entwicklungskonzept sieht vor, die Straße insgesamt grüner, sicherer und zukunftsfähiger zu gestalten.
Bürgerbeteiligung bringt Klarheit: Alle Parkplätze sollen bleiben
Gleich zu Beginn der Veranstaltung stellte Bezirksstadträtin Filiz Keküllüoğlu klar, dass alle Parkplätze erhalten bleiben sollen. Zuvor hatte es aus der Politik die Aussage gegeben, dass rund hundert Parkplätze wegfallen könnten, was bei vielen Anwohnenden auf deutliche Kritik gestoßen war. Im nun überarbeiteten Konzept fällt kein einziger Parkplatz weg.
Bei der ersten Veranstaltung waren drei Varianten präsentiert worden, um die Diskussion über die Umgestaltung der Straße zu eröffnen. Damals hatten Anwohnende ihre Wünsche und Bedenken eingebracht, die von baulichen Verbesserungen bis hin zu Fragen des Parkraums reichten. Die Debatte wurde teilweise kontrovers geführt, insbesondere aufgrund möglicher Veränderungen bei der Anzahl der Stellplätze.
Vierter Entwurf sieht mehr Begrünung für Große-Leege-Straße vor
Im Mittelpunkt der zweiten Bürgerbeteiligung stand der vierte Entwurf, den das Umwelt- und Naturschutzamt gemeinsam mit dem beauftragten Planungsbüro studio polymorph Landschaftsarchitekten erarbeitet hat. Die Variante greift Anliegen auf, die Beteiligte in den vergangenen Wochen geäußert hatten – darunter der Wunsch nach mehr Grün und Schatten, nach Parkraum sowie nach sicheren und barrierefreien Wegen.
Eine wichtige Rolle spielen im neuen Entwurf zudem Aspekte des Klimaschutzes und der Anpassung an Hitzeperioden. Dafür soll die Straße mehr bepflanzt werden, mit pflegeleichten und hitzeresilienten Bäumen und Pflanzen.
Große-Leege-Straße: Neuordnung der Parkplätze nach dem Schwammstadtprinzip
Das Planungsbüro stellte die vierte Variante als „Optimierung“ vor. Das Konzept umfasst nicht allein die Große-Leege-Straße selbst, sondern auch das umliegende Quartier mit dem Straußerger Platz, der Sandinostraße und der Freienwalder Straße.
Im neuen Entwurf bleibt die Grundstruktur des Straßenraums erhalten, doch werden verschiedene Anpassungen vorgenommen. Die Stellplätze sollen nach dem Schwammstadtprinzip neu geordnet werden, und die bisherige Erhöhung des Mittelstreifens soll entfallen, damit Autos künftig leichter ein- und ausfahren können.
Alt-Hohenschönhausen: Mehr Grün, neue Bäume und bessere Barrierefreiheit
Auch der Mittelstreifen soll umfangreicher begrünt werden. Da viele bestehende Bäume entlang der Straße stark beschädigt sind, sollen diese gefällt und durch neue Bäume in der Straßenmitte ersetzt werden.
Für mehr Barrierefreiheit sollen abgesenkte Bordsteine sorgen. Zudem sollen die Bushaltestellen barrierefrei umgestaltet werden. Weitere mögliche Anpassungen, etwa Beleuchtung, Sitzbänke, Abfalleimer, Fahrradbügel oder E-Ladesäulen, sollen im weiteren Planungsprozess geprüft werden.
Bürgerbeteiligung in Lichtenberg: Anwohnende kritisieren die vierte Variante
Während viele Anwohnende den neuen Entwurf lobten, kritisierten andere, dass sie erst spät in die Planung einbezogen wurden. Viele äußerten die Ansicht, man hätte die Kosten der ersten drei Varianten sparen können, wenn man frühzeitiger mit der Bürgerschaft zusammengearbeitet hätte. Auch beim Thema Begrünung gehen die Meinungen auseinander: Einige begrüßen die geplanten Pflanzungen, andere plädieren dafür, den Baumbestand besser zu pflegen, statt neue Bäume zu pflanzen.
Wie es mit der baulichen Umsetzung weitergeht, bleibt vorerst abzuwarten. Da im Haushalt 2026/2027 keine Mittel vorgesehen sind, hängt eine Realisierung damit von künftigen Förderprogrammen oder zusätzlichen Mitteln des Bezirks ab.
Quellen: Bezirksamt Lichtenberg Berlin, studio polymorph Landschaftsarchitekten
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