Der 1. FC Union baut ein Parkhaus mit Fußballplatz auf dem Dach. Naturrasen, komplexe Technik und ein europaweites Novum — ENTWICKLUNGSSTADT erklärt die Besonderheiten.

So soll der Naturrasen-Fußballplatz beim 1. FC Union auf dem Dach des Parkhaues einmal aussehen.

Auf dem Dach des Parkhauses entsteht beim 1. FC Union ein Fußballplatz mit Naturrasen. / © Visualisierung: 1. FC Union Berlin

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Beim 1. FC Union entsteht derzeit ein Projekt, das selbst im Profifußball einzigartig ist: Ein Parkhaus, auf dessen Dach ein Fußballplatz mit Bundesligamaßen gebaut wird. Der Verein setzt dabei bewusst auf Naturrasen. Das gilt als Novum in Europa, da vergleichbare Dachlösungen bislang meist auf künstliche Beläge zurückgreifen. Die Anlage soll künftig als vollwertiger Trainingsplatz für die beiden Profiteams des Vereins dienen und bestehende Flächen entlasten.

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Adresse: Hämmerlingstraße 80-88, 12555 Berlin
  • Baubeginn: Sommer 2025
  • Trainingszentrum: 4.100 Quadratmeter auf drei Etagen (Fertigstellung: Ende 2026)
  • Parkgarage mit Fußballplatz: Fertigstellung August–September 2026
  • Kosten: rund 40 Millionen Euro

Das Bauprojekt kombiniert mehrere Funktionen in einem Gebäude. Das Parkhaus mit 300 Pkw- und zwei Busstellplätzen bildet die Basis, darüber entsteht der Fußballplatz. Die Konstruktion ist technisch anspruchsvoll. Insgesamt tragen 273 Stützen das Bauwerk. Sie müssen nicht nur das Eigengewicht, sondern auch zusätzliche Lasten aufnehmen. Dazu zählen zum Beispiel auch Maschinen zur Rasenpflege, die normalerweise nur auf Stadionflächen eingesetzt werden.

Parkhaus mit Fußballplatz beim 1. FC Union: komplexe Statik als Grundlage

Das Parkhaus, das auch bereits Elemente für den späteren Stadionbau beim 1. FC Union beinhaltet, befindet sich derzeit noch im Rohzustand. Auf dem Dach gibt es eine klassische Abdichtung. Der eigentliche Bau des Fußballplatzes beginnt Mitte Mai. Fachfirmen übernehmen die Umsetzung. Die Planung berücksichtigt von Anfang an die besonderen Anforderungen eines Naturrasens in erhöhter Lage.

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Ein zentraler Punkt ist die Statik. Der Platz muss wie ein regulärer Stadionrasen funktionieren — einschließlich Bewässerung und Rasenheizung. Gleichzeitig liegt er auf einem Gebäude. Das bedeutet: hohe Lasten, begrenzter Raum und zusätzliche Sicherungssysteme. Die Absturzsicherung samt Ballfangnetzen erreicht rund sechs Meter Höhe. Sie setzt sich aus Zaun, Netz und baulicher Einfassung zusammen.

Das Dach des Parkhauses am Trainingszentrum des 1. FC Union in Berlin zeigt Bauarbeiten für den geplanten Trainingsplatz mit sichtbaren Strukturen und Geräten.

Auf dem Dach des Parkhauses entsteht der künftige Trainingsplatz des 1. FC Union, während Bauarbeiten an der Oberfläche sichtbar voranschreiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Technik und Naturrasen machen das Projekt beim 1. FC Union zum Novum

Für seine Profiteams setzt der 1. FC Union bewusst auf echten Fußballrasen. Das unterscheidet das Projekt von vielen anderen Dachlösungen. Üblicherweise wird dort Kunstrasen verlegt, da dieser weniger Pflege benötigt und leichter ist. In Köpenick hingegen kommen klassische Systeme zum Einsatz. Dazu gehören Bewässerung, Rasenheizung und spezielle Beleuchtung.

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Diese Technik muss exakt aufeinander abgestimmt sein. Besonders die Entwässerung gilt als kritisch. Wasser darf sich nicht auf der Dachfläche sammeln. Gleichzeitig muss der Rasen ausreichend versorgt werden. Auch Wind, Luftzirkulation und Temperatur wirken sich stärker aus als auf ebenerdigen Plätzen. Laut Projektplanung wurde das Konzept gemeinsam mit spezialisierten Fachleuten entwickelt.

Neben dem Dachplatz entstehen rund um das neue Trainingszentrum beim 1. FC Union weitere Trainingsbereiche. Dazu zählen Flächen für Athletik- und Torwarttraining. Ein weiterer Platz mit Bundesligamaßen ist bereits fertig und im Trainingsbetrieb der Männer im Einsatz. Zusammen ergibt sich eine kompakte Infrastruktur für beide Profiteams des Vereins (Frauen und Männer). Der Standort bündelt mehrere Funktionen auf engem Raum.

Fußballplatz auf dem Dach: Zeitplan und Nutzung beim 1. FC Union

Die Fertigstellung des Fußballplatzes ist für August bis September vorgesehen. Der Platz soll bereits vor Abschluss des gesamten Trainingszentrums genutzt werden. Die Frauenmannschaft wird die Anlage jedoch erst nach vollständiger Fertigstellung des Gesamtprojekts Ende 2026 beziehen.

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Mit dem Projekt schafft der 1. FC Union ein Novum im europäischen Fußballbau. Ein Fußballplatz mit Naturrasen auf dem Dach eines Parkhauses gibt es nach Angaben der Projektplaner bisher nicht. Entscheidend ist dabei nicht nur die Idee, sondern die technische Umsetzung. Sie verbindet klassische Stadionanforderungen mit den Bedingungen eines Hochbaus.

Trainingszentrum 1. FC Union Berlin

Quelle: 1. FC Union Berlin

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One Comment

  1. a.t. 4. Mai 2026 at 11:45 - Reply

    Die Aussage zur „komplexen Statik“ folge ich in diesem Fall nicht unbedingt. Ist doch ein Parkhaus, oder? Das Stützenraster wird ohnehin dicht und regelmäig gestrickt sein, hohe Verkehrslasten werden sowieso reinkalkuliert und als Dach braucht man eben ein normales (vielleicht auch nochmal verstärktes) Parkgeschoss anstatt einer leichteren Dachkonstruktion. Die Attika wird des Fangzaunes und der Platzauslechtung wegen auch kein Schmalhans sein, aber komplex sind eher andere Gebäude. Auch wenn der Bodenaufbau jetzt nichts von der Stange ist, kommt das Tragwerk eher als etwas Normales rüber… Allerdings werden ohne Horizontalnetz-Abdeckung auch 6m-Zäune unsauber getroffene Volleyschüsse mit Schmackes nicht davon abhalten, die Umgebung zu frequentieren.

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