Die Suche nach einem Parkplatz gehört in vielen Städten zum Alltag. In Potsdam soll nun geprüft werden, ob Supermarktparkplätze außerhalb der Öffnungszeiten für die Allgemeinheit zugänglich gemacht werden können. Auch in Berlin gibt es bereits erste Ansätze, bestehende Stellflächen stärker zu nutzen.

Getränke Hoffmann testet gemeinsam mit Wemolo die nächtliche Öffnung ausgewählter Kundenparkplätze, um bestehende Stellflächen besser auszulasten und den Parkdruck in den umliegenden Quartieren zu reduzieren. / © Foto: Wikimedia Commons, PantheraLeo1359531, CC BY 4.0
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Die Stadtverordnetenversammlung in Potsdam hat beschlossen, die Nutzung von Supermarktparkplätzen außerhalb der Öffnungszeiten prüfen zu lassen. Die Stadtverwaltung soll dazu Gespräche mit Betreiberinnen und Betreibern großer Märkte führen und ausloten, an welchen Standorten eine Öffnung möglich wäre.
Hintergrund ist die angespannte Parkplatzsituation in vielen Wohngebieten. Die Flächen stehen nachts sowie an Sonn- und Feiertagen häufig leer. Nach Ansicht der Befürworter könnte eine zusätzliche Nutzung den Parkdruck reduzieren und zugleich verhindern, dass neue Flächen für Stellplätze versiegelt werden müssen. Bis November soll die Stadt über die Ergebnisse der Gespräche berichten.
Parkdruck in Berlin: Pilotprojekte erproben neue Nutzungen
Während Potsdam die Möglichkeiten zunächst untersucht, laufen in Berlin bereits erste praktische Versuche. Gemeinsam mit dem Parkraumspezialisten Wemolo hat Getränke Hoffmann drei Handelsparkplätze für die nächtliche Nutzung geöffnet. Die Standorte befinden sich in Lichtenberg, Prenzlauer Berg und ein Stück außerhalb, im brandenburgischen Panketal.
Die Stellplätze können digital zwischen 17 Uhr und 9.30 Uhr gebucht werden. Die Preise beginnen bei zwei Euro pro Nacht. Schranken oder Tickets kommen dabei nicht zum Einsatz. Stattdessen erfassen Kameras die Kennzeichen der Fahrzeuge automatisch. Nach Angaben der Beteiligten soll das Angebot vorhandene Ressourcen besser nutzen und die umliegenden Quartiere entlasten.
Flächennutzung in Großstädten: Bestehende Stellplätze neu denken
Die Diskussion reicht inzwischen über die reine Parkplatzfrage hinaus. Studien des Bundesinstituts für Bau, Stadt und Raumforschung weisen darauf hin, dass große Stellplatzflächen künftig vielfältiger genutzt werden könnten. Neben dem Parken nennen die Untersuchungen unter anderem Wohnungsbau, Mobilitätsangebote, Ladeinfrastruktur und Photovoltaik als mögliche Ergänzungen.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht die vollständige Aufgabe des Parkraums. Vielmehr geht es darum, bestehende Flächen effizienter zu organisieren und mehrere Nutzungen miteinander zu verbinden. Dadurch könnten Städte zusätzliche Funktionen schaffen, ohne weitere Flächen in Anspruch zu nehmen.
Stadtentwicklung: Könnte das Modell auch in Berlin angewendet werden
Ob sich die Öffnung von Supermarktparkplätzen langfristig durchsetzt, bleibt offen. Viele Handelsunternehmen stehen dem Konzept bislang zurückhaltend gegenüber. Zum einen sind Parkplätze vieler Supermärkte bewusst für Kundinnen und Kunden reserviert. Einige Betreiber befürchten, dass eine starke Auslastung durch Nicht-Einkaufende nach außen den Eindruck eines überfüllten Marktes erwecken und dadurch potenzielle Kundschaft abschrecken könnte. Zum anderen werden häufig mögliche Schäden an den Anlagen sowie organisatorische Herausforderungen als Gründe genannt.
Gleichzeitig wächst in vielen Städten der Druck, vorhandene Flächen besser auszunutzen. Die Erfahrungen aus Potsdam und den Berliner Pilotprojekten dürften daher aufmerksam verfolgt werden. Sollten die Modelle erfolgreich sein, könnten Handelsparkplätze künftig eine größere Rolle bei der Organisation des städtischen Parkraums spielen.
Quellen: rbb, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Verkehrsinformationszentrale Berlin
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°Einige Betreiber befürchten, dass eine starke Auslastung durch Nicht-Einkaufende nach außen den Eindruck eines überfüllten Marktes
°erwecken und dadurch potenzielle Kundschaft abschrecken könnte. Zum anderen werden häufig mögliche Schäden an den Anlagen
°sowie organisatorische Herausforderungen als Gründe genannt.
Dass liesse sich einfach über den Preis regeln. Wenn zuviel Nachfrage besteht den Preis pro Nacht hochsetzen bis genügend Parkplätze freibleiben.