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Der Umbau des sogenannten Lok-Zirkus in Potsdam-Babelsberg ist abgeschlossen. Das Industriedenkmal wurde unter dem Namen „Paradome Potsdam“ zu einem Büro- und Verwaltungsgebäude umgestaltet. Das Gebäude wird bereits an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben vermietet und soll künftig vom Hauptzollamt genutzt werden.
Die Darstellung zeigt die sanierte Halle mit Kuppel und Glasfassaden, eingerahmt von Bäumen und Passanten im Vordergrund.

Visualisierung des fertiggestellten „Paradome Potsdam“: Die sechseckige Halle mit der imposanten Kuppelkonstruktion wurde umfassend modernisiert und bietet heute rund 16.000 Quadratmeter Bürofläche. / © Visualisierung: DRIVEN Investment

© Visualisierung Titelbild: euroluftbild.de / Robert Grahn

 

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In Potsdam-Babelsberg ist die Sanierung der markanten Lokomotivmontagehalle abgeschlossen worden. Das Industriedenkmal, das seit vielen Jahren unter dem Namen „Lok-Zirkus“ bekannt ist, wurde zu einem modernen Büro- und Verwaltungsgebäude umgestaltet. Auf einer Fläche von rund 16.000 Quadratmetern sind etwa 540 Arbeitsplätze entstanden, die künftig vom Hauptzollamt Potsdam genutzt werden. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat den Bau bereits angemietet und stellt die Räume der Bundesbehörde zur Verfügung.

Die Planung des Projekts übernahm das Berliner Architekturbüro Bollinger + Fehlig Architekten, das gemeinsam mit den Partnern UndKraussConsult und Kniepkamp Architekten arbeitete. Der Auftrag kam im Jahr 2021 von DRIVEN Investment, die als Vertreter einer Investorengemeinschaft agierten. Ziel der Sanierung war es, ein Baudenkmal zu erhalten, das zuvor schon für den Abriss vorgesehen war, und gleichzeitig die Anforderungen einer zeitgemäßen Verwaltung zu erfüllen.

Geschichte der Lokomotivmontagehalle in Potsdam: Von der Lokomotivfabrik bis zur Filmkulisse

Die Lokomotivmontagehalle wurde in den Jahren 1898 bis 1899 errichtet und gehörte zur Fabrik Drewitz des Unternehmens Orenstein & Koppel. Bis 1976 entstanden hier Lokomotiven, später wurden Kälteanlagen und Drehkräne produziert. Nach der endgültigen Stilllegung der Produktion im Jahr 1992 verfielen die meisten Hallen, während der sechseckige Ziegelbau mit der markanten Schwedler-Kuppel erhalten blieb.

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In den folgenden Jahren diente die Halle nur noch sporadisch als Filmkulisse oder Veranstaltungsort. Obwohl sie jahrzehntelang leer stand, blieb die architektonische Bedeutung des Gebäudes erhalten. Mit dem nun erfolgten Umbau ist das Industriedenkmal langfristig gesichert und wird einer dauerhaften Nutzung zugeführt.

Sanierung der Montagehalle zum „Paradome Potsdam“: Kombination aus Erhalt und moderner Nutzung

Bei der Sanierung wurde darauf geachtet, die historische Substanz mit den Anforderungen eines modernen Verwaltungsstandortes zu verbinden. Die ehemalige Durchfahrt dient heute als Haupteingang, der Besucher in ein neu geschaffenes Foyer führt. Unter der 20 Meter hohen Schwedler-Kuppel wurde ein eingeschossiger Baukörper in den Boden eingelassen, dessen Dach begehbar ist. Damit konnte die Großzügigkeit des Raumes bewahrt werden, obwohl neue Flächen geschaffen wurden.

Die historische Ziegelfassade blieb erhalten, wurde jedoch durch neue Fensteröffnungen ergänzt, die eine natürliche Belichtung und Belüftung der Büroräume ermöglichen. Die alte Sheddachkonstruktion aus Stahl wurde durch ein Dach aus Stahlbeton ersetzt, das die ursprüngliche Form aufgreift und zugleich neu interpretiert. Neben den Büros entstanden Archivflächen, Besprechungsräume und Lagerräume, die größtenteils ebenfalls über Tageslicht verfügen. Zusätzlich wurden eine Tiefgarage mit 118 Stellplätzen sowie weitere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen.

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Auszeichnung und Bedeutung: Sanierung als Beispiel moderner Denkmalpflege

Das Projekt wurde 2024 mit einem Sonderpreis des Brownfield Award ausgezeichnet. Damit gilt die Sanierung des „Paradome Potsdam“ als Beispiel für die erfolgreiche Umnutzung industrieller Bestandsgebäude in Brandenburg. Durch die neue Funktion als Hauptzollamt ist nicht nur die bauliche Erhaltung gesichert, sondern auch eine langfristige und funktionale Nutzung gewährleistet.

Zu sehen ist eine großflächige Industrieanlage mit Fabrikhallen, Schornsteinen und der markanten Kuppelhalle im Zentrum.

Historische Ansicht der Lokomotivfabrik Drewitz um 1900: Die sechseckige Montagehalle mit Schwedler-Kuppel, im Volksmund „Lok-Zirkus“ genannt, war Herzstück der Produktionsanlagen von Orenstein & Koppel. Hier wurden bis 1976 Lokomotiven gefertigt. / © Abbild: Wikimedia Commons, Benno Orenstein, Public domain

Quellen: Bollinger + Fehlig Architekten Berlin, Driven Investment, Kniepkamp Architekten, 

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One Comment

  1. a.tirpitz 2. September 2025 at 14:27 - Reply

    Klasse! Jetzt kann Berlin mit seinen ähnlichen Teilen mal nachziehen…;)

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