Beim Blankenburger Süden beginnt ein weiteres Planverfahren. Der neue Bebauungsplan 3-76E betrifft weit mehr als die künftigen Wohnflächen des Quartiers Nord. Auch Verkehr, Schulen, Gewerbe und Grünflächen müssen aufeinander abgestimmt werden.

Die Visualisierung zeigt einen begrünten Wohnbereich im geplanten „Stadtquartier Blankenburger Süden“ mit Spielplatz, Aufenthaltsflächen und Wohngebäuden. / © Visualisierung: Ildar Biganiakov / Studio RW/ Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
© Titelbild: STUDIO RW / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Im Norden von Berlin nimmt eines der größten Stadtentwicklungsprojekte der kommenden Jahre weiter Form an. Nach mehreren übergeordneten Planungen richtet sich der Blick nun stärker auf das nördliche Teilquartier des Blankenburger Südens. Dort soll nicht nur neuer Wohnraum entstehen. Vielmehr muss eine ganze Reihe von Nutzungen und Infrastrukturprojekten räumlich miteinander koordiniert werden.
- Bezirk: Pankow
- Bebauungsplan: 3-76E „Blankenburger Süden – Koordinierung Quartier Nord“
- Geplante Wohnungen in der Teilfläche Nord: rund 4.000
- Gesamtprojekt Blankenburger Süden: rund 8.600 Wohnungen
Das Amtsblatt für Berlin hat am 18. September 2026 die Aufstellung des Bebauungsplans 3-76E veröffentlicht. Das Verfahren soll die planungsrechtliche Entwicklung des Quartiers Nord koordinieren. Anders als ein Bebauungsplan für ein einzelnes Baugrundstück umfasst der Geltungsbereich zahlreiche Flächen und Infrastrukturvorhaben. Dazu gehören Bereiche westlich und östlich des S-Bahnhofs Blankenburg, Teile der Parkanlage am Ilsenburggraben sowie Flächen südlich der Bahnhofstraße.
Bebauungsplan 3-76E umfasst weit mehr als die eigentliche Wohnbaufläche
Hinzu kommen unter anderem das Gelände der ehemaligen Polizeischule und der späteren Fachhochschule für Technik und Wirtschaft, Flächen am Blankenburger Pflasterweg und an der Heinersdorfer Straße sowie Teilbereiche der Kleingartenanlagen Grabenwinkel und Feuchter Winkel West. Auch Flächen rund um die Straße Am Feuchten Winkel und westlich der S-Bahntrasse gehören zum Plangebiet. Damit reicht der Geltungsbereich über die eigentliche rund 90 Hektar große Teilfläche Nord hinaus.
Der Schritt folgt auf mehrere grundlegende Entscheidungen der vergangenen Jahre. Im April 2025 beschloss der Senat die überarbeitete Fassung des Struktur- und Nutzungskonzepts. Im Juli 2026 wurde zudem die Gebietskulisse des Blankenburger Südens angepasst. Dabei wurde das Gebiet insgesamt verkleinert und an mehreren Stellen neu zugeschnitten. An der Größenordnung des Gesamtprojekts mit rund 8.600 Wohnungen änderte sich nach Angaben des Landes nichts.
Die Teilfläche Nord selbst besteht vor allem aus dem ehemaligen Rieselfeld und dem früheren FHTW-Gelände am Blankenburger Pflasterweg. Nach dem aktuellen Struktur- und Nutzungskonzept sind dort rund 4.000 Wohnungen vorgesehen. Westlich der geplanten Straßenbahntrasse sollen vor allem Wohnflächen liegen, östlich davon Gewerbe- und Mischflächen sowie der geplante Straßenbahnbetriebshof.

Der Entwurf zeigt die geplante städtebauliche Struktur des Blankenburger Südens. Neue Wohngebäude, soziale Infrastruktur und Gewerbeflächen sollen mit Grünzügen und neuen Verkehrswegen zu einem zusammenhängenden Stadtquartier verbunden werden. / © Foto: STUDIO RW / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Quartierszentrum, Klimaanger und vier Schulen im Blankenburger Süden geplant
Ein zentraler Baustein soll das neue Quartierszentrum werden. Die Senatsverwaltung sieht dort unter anderem Lebensmittelmärkte, einen Drogeriemarkt, kleinere Geschäfte, Dienstleistungen und Gastronomie vor. Auch eine Musikschule, eine Bibliothek und eine Volkshochschule sind im bisherigen Konzept enthalten. Direkt daran soll ein langgestreckter Freiraum entstehen, der als „Klimaanger“ bezeichnet wird und zur Abkühlung des dicht bebauten Quartiers beitragen soll.
Auch die soziale Infrastruktur nimmt großen Raum ein. Im Quartier Nord sind vier Schulstandorte vorgesehen: eine Grundschule an der Heinersdorfer Straße, eine benachbarte integrierte Sekundarschule, ein Gymnasium am Blankenburger Pflasterweg und ein Förderzentrum mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung. Für die Grundschule besteht bereits Baurecht: Der Bebauungsplan 3-65 wurde Ende 2024 festgesetzt. Wann die Schule tatsächlich gebaut wird, hängt nach Angaben des Landes von der Sicherung der notwendigen Finanzierung ab.
M2-Verlängerung bleibt Voraussetzung für die Entwicklung des neuen Quartiers
Eng verknüpft bleibt die Quartiersentwicklung mit dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Die verlängerte Straßenbahnlinie M2 soll die Teilfläche Nord von Südwesten nach Nordosten durchqueren und zur zentralen ÖPNV-Achse werden. Die Umsetzung der M2-Verlängerung befindet sich allerdings noch in einem längeren Planungsprozess. Zusätzlich hält das Struktur- und Nutzungskonzept perspektivisch einen U-Bahn-Anschluss fest, sofern die dafür notwendigen Untersuchungen ein entsprechendes Ergebnis liefern.
Bevor aus den Flächen im Blankenburger Süden also konkrete Baugrundstücke werden, stehen weitere Planungsschritte an. Für die Teilfläche Nord ist weiterhin ein städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb vorgesehen. Dessen Ergebnis soll die Grundlage für die weitere Konkretisierung bilden. Die Senatsverwaltung rechnet damit, dass große Teile der späteren Bebauung durch landeseigene Wohnungsbaugesellschaften und gemeinwohlorientierte Akteure umgesetzt werden.
Blankenburger Süden – Quartier Nord
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Senatskanzlei Berlin, Bezirksamt Pankow, Amtsblatt für Berlin
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