An der Wollankstraße in Berlin-Pankow entsteht mit den „Neuen Florahöfen“ ein Neubauensemble aus Wohnungen und Gewerbeeinheiten. Doch seit Ende 2024 ruht die Baustelle weitgehend. Der Rohbau ist zwar weit fortgeschritten, doch Spuren von Bauaktivität sind kaum zu sehen.

Das Gebäude ist seit Monaten eingerüstet, ohne dass sichtbare Fortschritte erkennbar sind. Zwar sind die Fenster bereits eingesetzt, doch die Abschlussarbeiten ruhen und Bauarbeitende sind nicht vor Ort. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Auf dem Grundstück Wollankstraße 116 in Pankow sollte seit einigen Jahren ein ambitioniertes Neubauprojekt entstehen. Geplant waren 37 Wohnungen, mehrere Maisonetten sowie vier Gewerbeeinheiten. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Axthelm Rolvien, das mit großen Glasfronten einen Kontrast zu den umliegenden Altbauten setzen wollte. Ergänzt werden sollten Balkone, Terrassen und 22 Tiefgaragenplätze.
Seit Ende 2024 zeigt sich jedoch kaum Fortschritt. Das Gebäude ist eingerüstet, Baumaterialien und Plastiktüten liegen vor dem Haus. Kabel ragen aus den Wänden, die Fassade ist unverputzt. Am Eingang zum Hof versperrt ein Zaun den Zutritt. Bauarbeiter sind seit Monaten nicht mehr zu sehen, die Baustelle wirkt verlassen.
Verzögerungen bei den Florahöfen: Rohbau fertiggestellt, doch seit Monaten keine sichtbaren Baufortschritte
Bereits zum Vermarktungsstart 2018 wurde die Fertigstellung für 2020 angekündigt. Heute, fünf Jahre später, ist unklar, wann die neuen Wohnungen tatsächlich bezogen werden können. Zwar wurden Fenster eingesetzt und der Rohbau weitgehend abgeschlossen, doch der Ausbau stockt. Das Projekt wirkt, als sei es eingefroren.
Die Ursache für den Stillstand ist bislang nicht öffentlich kommuniziert. Weder Bauherren noch Vermarkter äußern sich zum Zeitplan. Beobachter im Kiez stellen fest, dass die Bautätigkeit seit Monaten ruht, obwohl die äußeren Strukturen des Neubaus weitgehend fertig erscheinen.
Nachverdichtung im Florakiez: Kritik an dichter Bebauung trifft auf hochpreisige Wohnungen für ausgewählte Zielgruppen
Das Projekt selbst ist Teil der Nachverdichtung im Florakiez, die in der Berliner Stadtentwicklung grundsätzlich befürwortet wird. Doch die dichte Bebauung führt auch zu Kritik. Anwohnerinnen und Anwohner hatten schon in der Planungsphase befürchtet, dass die zusätzlichen Häuser das Quartier enger und schattiger wirken lassen.
Die Wohnungen sollten ursprünglich zu Preisen zwischen 5.150 und 6.500 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Zielgruppe seien für die Projektverantwortlichen junge Familien, ältere Menschen und Kapitalanleger.
Stillstand an der Wollankstraße: Bauprojekt Florahöfe wird zum Symbol für Verzögerungen und wachsende Unsicherheit im Berliner Wohnungsbau
Die „Neuen Florahöfe“ stehen exemplarisch für Bauprojekte, die in Berlin ins Stocken geraten sind. Obwohl die Nachfrage nach Wohnraum hoch bleibt, führen Kostensteigerungen, Marktunsicherheiten und organisatorische Probleme immer wieder zu Verzögerungen. In Pankow zeigt sich das deutlich an der Wollankstraße.
Wie es mit der Baustelle weitergeht, bleibt offen. Klar ist nur, dass die Rohbauten seit Monaten unverändert das Straßenbild prägen. Der Stillstand sorgt für Unmut im Kiez und lässt Zweifel an einer baldigen Fertigstellung aufkommen.
Quellen: Florakiez, Architektur Urbanistik
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