Am 19. und 20. Juli 2025 öffneten im Rahmen der Panke Open Studios erstmals alle drei großen Atelierhäuser entlang der Panke in Berlin-Wedding gleichzeitig ihre Türen. Neben einem Blick in über 60 offene Ateliers ermöglichte das Wochenende auch Einblicke in die bewegte Geschichte der Uferhallen als Kulturstandort.

Die Uferhallen an der Uferstraße 8 bis 11 boten im Rahmen der „Panke Open Studios“ einen offenen Zugang zu einem der bedeutendsten Kunststandorte im Berliner Stadtteil Gesundbrunnen. Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble, einst Betriebshof der Großen Berliner Straßenbahn AG, dient seit 2008 als Atelier- und Veranstaltungsort für die freie Kunstszene und war während des Kulturparcours für Besucherinnen und Besucher zugänglich. /© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Erstmals waren am Wochenende alle drei bedeutenden Atelierhäuser entlang der Panke für das Publikum geöffnet. Die „Panke Open Studios 2025“ boten einen Kulturparcours durch die Uferhallen, die Gerichtshöfe und die Chausseestraße 48. Über 60 Ateliers luden zur kostenlosen Besichtigung ein. Besucherinnen und Besucher konnten aktuelle künstlerische Arbeiten sehen, mit Kunstschaffenden ins Gespräch kommen und einen Blick hinter die Kulissen werfen.
Zugleich entstand durch die Beteiligung weiterer Kulturorte ein vielfältiger Rundgang, der Kunst, Stadtentwicklung und Geschichte miteinander verknüpfte. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch das Bezirksamt Mitte sowie Fördermittel aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“.
Kulturort mit bewegter Geschichte: Die Uferhallen zwischen Denkmalschutz und Neubauplänen
Ein besonderer Fokus lag auf den Uferhallen an der Uferstraße. Das denkmalgeschützte Ensemble war einst Betriebshof der Berliner Verkehrsbetriebe und wird seit 2008 kulturell genutzt. Heute befinden sich dort rund 80 Ateliers, Proberäume, Werkstätten und Veranstaltungsräume. 2019 gründeten die Nutzerinnen und Nutzer den Uferhallen e.V., um den Erhalt des Areals langfristig zu sichern.
Die Eigentümer – eine Investorengruppe um die Samwer-Brüder – planten zwischenzeitlich massive Neubauten. 2023 kündigten sie das Bebauungsplanverfahren mit dem Bezirk auf, was bei Künstlerinnen und Künstlern große Unsicherheit auslöste. Erst nach politischen Interventionen, unter anderem durch Kultursenator Joe Chialo, konnte eine Einigung erzielt werden. Ein Generalmietvertrag sichert nun die Bestandsateliers, während an drei Stellen Neubauten entstehen dürfen.
Kunst im Alltagsraum: Niederschwelliger Zugang und Einblicke in die Geschichte der Atelierhäuserin Wedding
Mit den „Panke Open Studios“ rückt nicht nur die kreative Arbeit, sondern auch ihre räumliche Verankerung in den Mittelpunkt. Die „Panke Open Studios“ wollen den Dialog zwischen Kunst und Stadtgesellschaft stärken, in einem Kiez, der sich stark verändert. Veranstalterin Cilia Jonda betonte im Vorfeld, dass es darum gehe, Kunst dort zu zeigen, wo sie entsteht, nicht im White Cube, sondern im Alltagsraum.
Der Zugang zur Kunst sollte dabei möglichst niederschwellig sein: Der Eintritt war an beiden Tagen frei. Die Besucherinnen und Besucher bewegten sich von Hof zu Hof, begegneten den Künstlerinnen und Künstlern auf Augenhöhe und erfuhren nebenbei auch etwas über die Architektur und Geschichte der Standorte.
Kulturförderung im Quartier: Zusammenarbeit von Bezirk, Bund und Land zur Stärkung kreativer Freiräume
Der Kulturparcours entstand in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte des Bezirks Mitte. Gefördert wurde das Vorhaben durch Bund und Land Berlin. Mit dem offenen Format solle laut Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger nicht nur der Zugang zu Kultur erleichtert, sondern auch ein Beitrag zur Stärkung des Quartiers geleistet werden.
Die Veranstaltung zeigt beispielhaft, wie Kulturorte erhalten und gleichzeitig weiterentwickelt werden können. Die Uferhallen stehen damit auch stellvertretend für die Frage, wie Berlin in Zeiten knappen Raums Orte für künstlerische Produktion sichern kann.

Auf dem 18.900 Quadratmeter großen Gelände der Uferhallen befinden sich rund 80 Ateliers und Atelierwohnungen sowie Tanz- und Proberäume, Tonstudios, eine Ausstellungshalle, Werkstätten und Räume für Gastronomie und Veranstaltungen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Der Torbogen markiert den historischen Eingang zu den Gerichtshöfen in Berlin-Gesundbrunnen und führt in den weitläufigen Innenhof mit verschiedenen Aufgängen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Mehrere Aufgänge der Gerichtshöfe waren für die „Panke Open Studios“ geöffnet und boten Zugang zu den teilnehmenden Ateliers. Ein Lageplan auf dem ausliegenden Flyer zeigte, wo welche Kunstwerke und Künstlerinnen zu finden waren. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

An der Chausseestraße 48 öffnete das dritte Atelierhaus im Rahmen der Panke Open Studios seine Türen und ermöglichte Einblicke in die dortige künstlerische Arbeit. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Bezirksamt Mitte, Uferhallen, Gerichtshöfe, Berliner Morgenpost
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