Die PANDION AG hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, betroffen sind auch fünf weitere Gesellschaften der Kölner Unternehmensgruppe. In Berlin verfolgt der Projektentwickler derzeit vier größere Bauvorhaben.

Der Rohbau des Wohnprojekts LVL UP am Halleschen Ufer ist weit fortgeschritten. Aktuell ist das Gebäude eingerüstet, auf der Baustelle wird weiterhin gearbeitet./ © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierung Titelbild: PANDION AG
Die PANDION AG hat am 10. August 2026 beim Insolvenzgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Neben der Muttergesellschaft sind fünf weitere Unternehmen der Gruppe betroffen, darunter die PANDION Real Estate GmbH und die PANDION Vertriebsgesellschaft mbH. Als Ursache nennt das Unternehmen eine angespannte Liquiditätssituation. Demnach sei ein wesentlicher Finanzierungsbaustein entgegen den Erwartungen weggefallen, zusätzliche Mittel hätten sich anschließend nicht in ausreichendem Umfang beschaffen lassen.
Vorausgegangen war eine deutliche Korrektur der Geschäftszahlen. Noch im Dezember 2025 rechnete PANDION für das vergangene Geschäftsjahr mit einem leicht positiven Ergebnis. Im Juli 2026 folgte die Revision auf ein Minus von rund 69 Millionen Euro. Kurz darauf, Anfang August, konnte eine fällige Zinszahlung auf eine Unternehmensanleihe nicht mehr fristgerecht geleistet werden.
PANDION betont, dass die laufenden Bauvorhaben weitergeführt werden sollen. Wie belastbar diese Zusage für die einzelnen Projekte ist, muss sich nun zeigen. Ein Blick auf die Berliner Vorhaben und ihren jeweiligen Stand.
PANDION LVL UP in Kreuzberg: Baustelle läuft trotz Insolvenz weiter

So soll das Wohnprojekt „LVL UP“ am Halleschen Ufer nach seiner Fertigstellung aussehen. Geplant sind insgesamt 138 Wohnungen. / © Visualisierung: PANDION AG
Am konkretesten lässt sich die Lage bislang am Halleschen Ufer in Kreuzberg beobachten, wo PANDION unter dem Namen „LVL UP“ 138 Wohnungen baut. Dort ging die Arbeit auch am Tag nach dem Insolvenzantrag unvermindert weiter. Der Rohbau ist bereits weit fortgeschritten, das Gebäude eingerüstet, ein Kran nach wie vor im Einsatz.
Ursprünglich sollte das Gebäude erst Ende 2028 fertig sein, mittlerweile nennt PANDION selbst Ende 2027 als Termin. Ob dieser Zeitplan angesichts der Insolvenz noch zu halten ist, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Ein Baustopp ist jedenfalls nicht zu erkennen.
PANDION MIDTOWN in Friedrichshain: Drei von vier Bauabschnitten fertiggestellt
Auf dem früheren Gelände des Böhmischen Brauhauses in Friedrichshain entsteht das Quartier „PANDION MIDTOWN“ mit rund 430 Eigentumswohnungen, verteilt auf vier Bauabschnitte. Drei davon sind nach Angaben des Unternehmens bereits fertiggestellt, der vierte und letzte soll noch in diesem Sommer folgen.
Damit steht dieses Projekt kurz vor dem Abschluss, gerade als die finanziellen Probleme des Mutterkonzerns öffentlich wurden.

Auch am Baufeld des Projekts „MIDTOWN“ in Friedrichshain soll weitergebaut werden. Drei der vier geplanten Bauabschnitte sind nach Angaben von PANDION bereits fertiggestellt, der letzte Bauabschnitt ist weit fortgeschritten und soll im Sommer 2026 folgen./ © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
PANDION PINES in Zehlendorf: Luxussiedlung mit Reihen- und Mehrfamilienhäusern
Auf dem Gelände der ehemaligen Bezirksgärtnerei in Zehlendorf plante PANDION unter dem Namen „PANDION PINES“ ein Wohnquartier mit Eigentumswohnungen, Reihenhäusern und einer Kita, eingebettet in eine private Parkanlage mit altem Baumbestand.
Als Fertigstellung wird bislang das Jahr 2028 genannt. Verlässliche Informationen zum aktuellen Stand, zu bereits verkauften Einheiten oder zur Finanzierung des Projekts sind jedoch kaum verfügbar. Vor Ort zeigt sich neben dem bereits fertiggestellten Howoge-Quartier vor allem eine verwilderte Brache. Ob und wann auf dem bislang vorgesehenen PANDION-Areal tatsächlich weitergebaut wird, ist derzeit ungewiss.

Zwischen Sven-Hedin-Straße und Fischerhüttenstraße sollten in Berlin-Zehlendorf rund 150 Wohnungen von Pandion realisiert werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
OFFICEHOME DELVE in Kreuzberg: Bürocampus bleibt vorerst in der Planung
Ähnlich scheint es um das Projekt OFFICEHOME DELVE zu stehen. Auf einem rund 4.800 Quadratmeter großen Grundstück in der Prinzessinnenstraße, unweit zweier bereits realisierten PANDION-Bürogebäudes, sollte ein neuer Bürocampus mit 16.000 Quadratmetern Mietfläche entstehen.
PANDION selbst führt das Projekt bislang durchgehend als Vorhaben in der Planungsphase. Wie weit die Realisierung des Projekts bisher vorangetrieben wurde und ob sich daran durch die Insolvenz etwas ändert, bleibt unklar.
Berlins PANDION-Projekte im Ausblick: Was jetzt zu klären ist
Nach eigenen Angaben will PANDION den Geschäftsbetrieb fortführen und betont, dass die einzelnen Projektgesellschaften von den Insolvenzanträgen nicht betroffen seien. Gemeinsam mit Projekt- und Finanzierungspartnern sollen Lösungen für die weitere Umsetzung gefunden werden. Für die rund 160 Beschäftigten des Unternehmens sind die Löhne zumindest bis Oktober über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung abgesichert.
Wie belastbar diese Fortführungszusage für die vier Berliner Projekte tatsächlich ist, muss sich erst noch zeigen. Während in Kreuzberg an der Baustelle LVL UP konkret weitergearbeitet wird, fehlen zu den übrigen Vorhaben bislang öffentlich zugängliche Informationen über den genauen Stand. Aussagen eines Insolvenzverwalters liegen bisher nicht vor. Für Berlin bleibt damit vorerst offen, welche der geplanten Wohnungen und Büroflächen tatsächlich wie angekündigt fertiggestellt werden.
OFFICEHOME DELVE
PANDION PINES
LVL UP
MIDTOWN
Quellen: Deutsche Börse, PANDION AG, Studio ASH, KSP Engel, Grüntuch Ernst Architekten, Bollinger + Fehlig Architekten Berlin, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Fröbel, Grossmann & Berger, Hamburger Abendblatt
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