Am Ostkreuz schreitet die Neugestaltung der Vorplätze voran. Auf der Nordostseite Richtung Victoriakiez entstehen derzeit neue Pflasterflächen, Baumstandorte, Wege und Aufenthaltsbereiche.

Der Lageplan zeigt die vier Vorplätze der Neugestaltung am Ostkreuz zwischen Travekiez, Victoriakiez, Rudolfkiez und Rummelsburger Bucht. / © Grafik: Grün Berlin GmbH
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Am Ostkreuz nimmt die Neugestaltung der Vorplätze weiter Gestalt an. Während die südlichen Flächen Richtung Rudolfkiez und Rummelsburger Bucht bereits fertiggestellt sind, liegt der Schwerpunkt derzeit auf dem nordöstlichen Vorplatz Richtung Victoriakiez. Vor Ort prägen Bauzäune, gelagerte Pflastersteine, Schotterflächen und abgesperrte Wege unter den Brücken das Bild. Gleichzeitig zeigen die bereits verlegten Natursteinflächen, wie der künftige Stadtraum aussehen soll.
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Ort: Vorplätze Bahnhof Ostkreuz, Richtung Victoriakiez und Travekiez
- Kosten: ca. 11,9 Millionen Euro brutto
- Baustart Nord: Oktober/November 2024
- Aktueller Stand: Pflasterarbeiten am nordöstlichen Vorplatz laufen, Baumstandorte werden vorbereitet
Grün Berlin entwickelt die Flächen rund um den Bahnhof seit Frühjahr 2022 zu neuen öffentlichen Stadträumen. Der Bahnhof Ostkreuz gilt als wichtiger Umsteigepunkt im Südosten Berlins. Die neuen Vorplätze sollen deshalb nicht nur den Zugang zu Bahnsteigen ordnen, sondern auch die Wege in den Travekiez, die Victoriastadt, den Rudolfkiez und zur Rummelsburger Bucht verbessern. Grundlage ist ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb von Land Berlin und Deutscher Bahn aus dem Jahr 2015. Der Entwurf stammt von Planorama Landschaftsarchitektur.

Pflastersteine, Baumaterial und offene Bauflächen markieren den Umbau der Vorplätze am Ostkreuz nahe der Jugendherberge. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Nördliche Vorplätze am Ostkreuz mitten im Bau
Auf der Nordostseite des Bahnhofs Ostkreuz entsteht nun eine barrierearme Platzfläche mit hellem, großformatigem Natursteinpflaster. Die Planung sieht warme Grau- und Rottöne vor. Dazu kommen Sitzgelegenheiten aus Naturstein mit Holzauflagen, Fahrradabstellanlagen, Beleuchtung und neue Bäume.
Unter den Brücken liegen aktuell noch Paletten, Absperrgitter und Baumaterial, doch einzelne Wegeflächen sind bereits gefasst. Besonders rund um die Aufzüge und die Treppenanlagen zeigt sich, wie eng die Baustelle mit dem laufenden Bahnhofsbetrieb verbunden ist.

Bauzäune und Materialflächen prägen derzeit den nordöstlichen Vorplatz am Ostkreuz Richtung Victoriakiez. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Pflasterarbeiten am nordöstlichen Ostkreuz-Vorplatz Richtung Victoriakiez
Laut Grün Berlin war Anfang Mai 2026 rund die Hälfte der Pflasterarbeiten an den nördlichen Vorplätzen abgeschlossen. Rund 3.500 Quadratmeter Pflaster müssen noch verlegt werden.
Parallel bereiten die Bauarbeiten die Baumstandorte für die Pflanzungen im Herbst vor. Insgesamt sind 29 neue Bäume vorgesehen: zwölf auf den neuen Vorplatzflächen und 17 im öffentlichen Straßenraum im direkten Umfeld. Die Baumgruben erhalten Baumsubstrat, Belüftung und vorbereitete Konstruktionen.

Eine Visualisierung zeigt den geplanten Vorplatz am Ostkreuz mit neuen Aufenthaltsflächen, Bäumen und direkten Wegebeziehungen zum Bahnhof. / © Visualisierung: Grün Berlin GmbH
Vorplätze am Ostkreuz verbinden mehrere Nutzungen
Die Neugestaltung der Vorplätze am Ostkreuz muss mehrere Nutzungen verbinden. Auf dem nordöstlichen Vorplatz teilen sich künftig Fußverkehr, Radverkehr, ÖPNV, Lieferverkehr und Taxen den Raum.
Auch die Grundstücke der Jugendherberge und des früheren Polizeigebäudes sowie die Treppenanlagen der Kynastbrücke werden an den Platz angebunden. Die sanierte Treppe zur Kynastbrücke soll nach Fertigstellung erstmals nutzbar sein und den Fußweg von der Brücke zum Bahnhof deutlich verkürzen. Unter der Treppe bereitet Grün Berlin zudem Flächen für Fahrradabstellplätze vor.

Der Aufzug am Ostkreuz bleibt während der Bauarbeiten erreichbar und wird in die Neugestaltung der Vorplätze eingebunden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Bahnhof Ostkreuz
Quelle: Grün Berlin
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14 Kommentare
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Steigen eigentlich die Kosten für die Straßenbahn durch die ganzen Pflasterungen?
Ich gehe jeden Tag zur Arbeit und laufe durch diese Gegend. Nur ein- oder zweimal habe ich dort tatsächlich Menschen arbeiten sehen. Es ist unglaublich, dass Berliner Auftragnehmer ihre Baustellen offenbar nicht vor Ort kontrollieren – oder die Arbeiten vielleicht absichtlich hinauszögern, um mehr Geld zu verdienen. Ich lade euch alle ein, selbst hinzugehen und jemanden zu finden, der dort überhaupt irgendetwas macht. Außerdem wäre es schön, wenn die Tramlinie 21 ebenfalls direkt zum S-Bahnhof geführt würde.
Vermutlich so nicht. Das hier ist Bezirk, das Andere vermutlich eine Ebene höher und DB Infra Go.
Da werden aktuell noch gar keine Schienen verlegt. Wird dann in 5jahres alles wieder aufgerissen. Voll durchdacht…
Bedanken kann man sich hier beim Senat. Der Bezirk hat quasi endlich losgelegt. Am Hauptbahnhof kann man ja auch noch sehen, wohin Jahrzehnte infrastrukturelle Inkompetenz enden. Immerhin wird der Platz am Hbf. jetzt endlich gestaltet. Ja, der Bezirk hätte auch Schienen verlegen können, aber das war sicherlich kostentechnisch und planungsrechtlich nicht machbar.
Die Posse ist wirklich unfassbar. Und alles nur wegen zugezogenen Nimbys.
Was kann denn der Senat dafür? Das Projekt wurde vor Ewigkeiten an die BVG übergeben. Die bekommt es nicht gebacken (auch Dank der Nimbys), aber der Senat ist da raus
Ja, die Vorplätze Richtung Rummelsburger Bucht und Rudolfkiez sind ja bereits sehr „gelungen“… trostlose graue Steinwüsten, kein Fleckchen Grün (nicht mal durch die Bäume); die Sitzbänke aus Stein nicht einladend und schon komplett beschmiert; beißender Uringestank unter der gesamten Ringbahnhalle. Schon jetzt wirkt alles verwahrlost und optisch wirklich nur grau in grau aus Stein und Beton; keine Aufenthaltsqualität und leider auch kein Schatten an der Bushaltestelle.
Man hätte wahrlich die Straßenbahn schon mal von der Marktstraße zum nördlichen Vorplatz des Bahnhofs Ostkreuz verlängern können, bis die Lage in der Sonntagsstraße irgendwann mal geklärt ist. So bleibt ein jahrelanges Provisorium mit langen Fußwegen zum Umsteigen.
Absolut richtig. Gerade jetzt wo ab der Haltestelle Marktstraße sowieso Baustelle ist hätte man den Anschluss ans Ostkreuz zumindest auf der Nord-Ost-Seite gleich abschließen können… Aber so wird später wieder erneut gesperrt und alles wieder aufgerissen werden. Als ob da überhaupt keiner mit etwas Blick nach vorne auf die Planung geschaut hätte… Echt traurig.
Was ist mit der Tram Anbindung an Ostkreuz ???
Pflastern, pflastern, pflastern. Und eine Handvoll eingeengte Bäume. Immer das gleiche in dieser Stadt und wieder eine Chance für mehr Stadtgrün und Lebensqualität vertan.
Leider leben in dieser Stadt so viele kaputte Menschen, die auch ihre Umgebung mutwillig zerstören. Graffiti, Dreck, hemmungslose Partygänger und verwahrlostes Verhalten sorgt lediglich dafür, dass nur wenige Monate nach der Fertigstellung die Baumaßnahmen, wieder von vorne beginnen müssten. Ohne Kontrolle, Regeln und Konsequenzen kommt das ganze Vorhaben einer Steuerverschwendung gleich.
Ein befreundeter (sachkundiger) Bahningenieur hat mir erläutert, dass technisch eine Kopfhaltestelle und das Wiederausfahren in die Marktstraße mit dem vorhandenen Raum möglich wäre. Der Fahrer muss den Fahrstand auf die andere Seite der Bahn wechseln, was etwa 8 Minuten dauert. Dieser Umstand wäre meines Erachtens mit Rücksicht auf den wegen der zahlreichen Einwendungen der Bewohner der Sonntagstraße nicht absehbaren Planfeststellungsbeschluss zu vernachlässigen.
Von den Tramgleisen mal ganz abgesehen: Zwischen 2021 und 2025 gab es hier einen tollen Zugang zur 21 in der Marktstraße. Dann wurde zugemacht. Warum sind die mit den Pflasterarbeiten erst halb fertig, nach über einem Jahr Vollsperrung? Es sollte doch jetzt schon wiedereröffnet werden. Ich finde es unfassbar. Auf dem Weg zwischen Ostkreuz und Marktstraße waren locker 10.000 Menschen pro Tag unterwegs.