Unweit des Alexanderplatzes offenbart sich ein Ort, der lange verborgen blieb: das ehemalige DDR-Gefängnis in der Keibelstraße. In der neuen Folge von „Orte Ost“ wird der Erinnerungsort als Symbol staatlicher Repression und als Mahnmal für Recht, Unrecht und Freiheit in der SED-Diktatur eingeordnet. Ab sofort ist die neue Folge, produziert vom DDR-Museum, auf dem YouTube-Kanal von ENTWICKLUNGSSTADT zu sehen.

© Foto Titelbild: DDR-Museum

 

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Mitten in Berlin, unweit des Alexanderplatzes, liegt ein Ort, der lange kaum sichtbar war: das ehemalige Polizeigefängnis in der Keibelstraße. In der vierten Folge der Doku-Reihe „Orte Ost“ rückt dieser authentische Haftort ins Zentrum der Betrachtung, als Symbol staatlicher Kontrolle und als Schauplatz individueller Schicksale in der DDR.

Die Episode beleuchtet die Geschichte der Untersuchungshaftanstalt II, die von 1951 bis 1990 dem Präsidium der Volkspolizei Berlin-Mitte unterstand. Die Keibelstraße wurde zum Synonym für Willkür, Einschüchterung und Repression.

Untersuchungshaft zwischen Alltag und politischer Verfolgung

Inhaftiert wurden hier nicht nur Menschen, denen klassische Straftaten vorgeworfen wurden. Auch politische Delikte wie „staatsfeindliche Hetze“, Fluchtversuche oder der Vorwurf der „Asozialität“ führten in die Zellen des Gefängnisses.

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Die Untersuchungshaft bedeutete oft den Einstieg in ein engmaschiges System aus Strafverfolgung, Justiz und Staatssicherheit. Besonders prägend: Die Keibelstraße war das einzige Untersuchungsgefängnis der Volkspolizei in Berlin, in dem auch Frauen inhaftiert wurden.

Einstiges Polizeigefängnis Keibelstraße in Berlin-Mitte: Vom Haftort zum Lernort

Heute ist der ehemalige Zellentrakt als Lernort Keibelstraße zugänglich. Der authentisch erhaltene Ort dient der historisch-politischen Bildung und richtet sich insbesondere an junge Menschen.

Die neue Folge von „Orte Ost“ zeigt, wie sich ein Raum der Abschreckung in einen Raum der Reflexion verwandelt hat. Zwischen Betonwänden und Zellentüren werden Fragen nach Recht, Macht und individueller Freiheit neu gestellt – und in den Kontext der SED-Diktatur eingeordnet.

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„Orte Ost“: Filmische Spurensuche im Stadtraum

Weitere Teile der Reihe sind bereits in Vorbereitung und widmen sich zusätzlichen Schauplätzen ostdeutscher Geschichte, darunter die Parteizentrale der SED oder der Rundfunk der DDR in der Nalepastraße, stets erzählt vom Historiker Sascha-Ilko Kowalczuk.

Die aufwendig produzierte Reihe verbindet historische Analyse mit heutiger Stadterfahrung und zeigt, wie sehr Berlins Stadtraum bis heute von politischen Einschreibungen geprägt ist. Auch die künftigen Folgen werden auf dem YouTube-Kanal von ENTWICKLUNGSSTADT als auch auf der Video-Plattform des DDR-Museums zu sehen sein.

Quellen: DDR Museum, Verein für die Geschichte Berlins e.V., Industriesalon Schöneweide, Deutsches Architektur Forum, berlin.de, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

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