Die Hansestadt Hamburg treibt die Planungen für ein neues Opernhaus in der Hafencity voran. Auf dem Baakenhöft soll bis 2034 ein Neubau entstehen, den die Stadt gemeinsam mit der Kühne-Stiftung realisieren will. Während Senat und Kultursenator Brosda von einem „herausragenden Projekt“ sprechen, gibt es auch Kritik an Kosten und Zeitplan.

Der Baakenhöft in der Hamburger Hafencity ist als Standort für das neue Opernhaus vorgesehen. Die markante Landzunge zwischen Norderelbe und Baakenhafen soll sich zu einem öffentlichen Kulturort entwickeln, der Architektur und Stadtgesellschaft verbindet. / © Foto: Martin Elsen
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Raimond Spekking, CC BY-SA 4.0
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Die Pläne für ein neues Opernhaus in Hamburg nehmen Gestalt an. Der Senat hat den Weg frei gemacht, um auf dem Baakenhöft in der Hafencity ein neues Operngebäude zu errichten. Kultursenator Carsten Brosda erklärte, die Stadt habe die Chance auf ein architektonisch herausragendes Haus, das Musiktheater und kulturellen Austausch fördern könne. Auch Bürgermeister Peter Tschentscher sprach von einem „Projekt von Weltrang“, wie der NDR berichtet.
Mit dem Neubau würde Hamburg an zentraler Stelle direkt an der Elbe ein Opernhaus erhalten, das sowohl städtebaulich als auch kulturell Strahlkraft entfalten soll. Das Bestandsgebäude an der Dammtorstraße soll bis zur Eröffnung weiter betrieben werden. Dafür hat der Senat die Bürgerschaft gebeten, zusätzliche Mittel in Höhe von 95 Millionen Euro freizugeben.
Finanzierung zwischen Stadt Hamburg und Kühne-Stiftung: Kostendeckel für neues Opernhaus sorgt für Diskussionen
Das Projekt basiert auf einem Vertrag zwischen der Stadt Hamburg und der Kühne-Stiftung, der im Februar 2025 geschlossen wurde. Demnach wird eine Projektgesellschaft gegründet, an der Stadt, Stiftung und Hamburgische Staatsoper beteiligt sind. Die Stadt übernimmt standortspezifische Kosten in Höhe von 147,5 Millionen Euro, etwa für Gründung und Flutschutz. Dieser Betrag soll nach Angaben des Senats gedeckelt bleiben.
Die Kühne-Stiftung will bis zu 330 Millionen Euro bereitstellen. Nach Abschluss des Baus sollen Gebäude und Gesellschaftsanteile an die Stadt übergehen. Der Senat sieht darin einen wichtigen Beitrag für Hamburgs Kulturlandschaft. Kritiker wie der Steuerzahlerbund zweifeln jedoch, dass die Kosten im vorgegebenen Rahmen bleiben. In der Vergangenheit hätten ähnliche Projekte mehrfach die gesetzten Obergrenzen überschritten.
Architekturwettbewerb und Zeitplan rund um neues Opernhaus Hamburg: Entscheidung über Finanzierung erst 2028
Parallel zur politischen Entscheidung läuft ein architektonisches Qualifizierungsverfahren. Fünf ausgewählte Büros sollen bis Ende 2025 Entwürfe erarbeiten. Eine Jury, in der Vertreterinnen und Vertreter öffentlicher Interessen die Mehrheit haben, entscheidet im November über den Siegerentwurf. Erst danach kann eine verbindliche Kostenschätzung erstellt werden.
Nach aktuellem Stand soll die Stiftung im ersten Quartal 2028 über die endgültige Finanzierung entscheiden. Ein Baubeginn wäre ab 2030 möglich, die Fertigstellung ist für Mitte 2034 vorgesehen. Der Senat betont, dass ein reibungsloser Ablauf Voraussetzung sei. Ob sich der Zeitplan einhalten lässt, bleibt vorerst offen.
Moderner Opernbetrieb und öffentlicher Treffpunkt in der Hansestadt Hamburg: Anspruch und offene Fragen
Das geplante Gebäude soll Platz für einen modernen Opernbetrieb bieten. Neben dem großen Zuschauerraum mit optimierter Akustik sind Neben- und Probenbühnen, ein Chorsaal sowie Räume für Orchester und Ballett vorgesehen. Eine Studiobühne ergänzt das Angebot. Auch großzügige Foyerflächen und Gastronomie sollen das Haus beleben.
Das Opernhaus soll damit nicht nur Spielstätte, sondern auch ein Ort der Begegnung werden. Senat und Stiftung betonen den Anspruch, die jahrhundertelange Operntradition Hamburgs fortzuführen und gleichzeitig neue Formate zu ermöglichen. Kritikerinnen und Kritiker verweisen dagegen auf offene Fragen bei Kosten und Transparenz.
Quellen: NDR, Hamburg.de, hafencity.com, Deutschlandfunk Kultur, Welt, Hamburger Abendblatt
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