Das Berliner Olympiabad soll für mögliche Olympische Spiele umfassend modernisiert werden. Geplant sind zehn Bahnen, neue Tribünen und ein Dach.

Die Visualisierung zeigt das Berliner Olympiabad vom Olympiapark aus mit historischem Natursteinbau und der geplanten leichten Dachkonstruktion über den Tribünen.

Vom Olympiapark aus bleibt der historische Charakter des Berliner Olympiabads deutlich sichtbar. Darüber spannt sich in der Planung eine neue, offene Dachkonstruktion. / © Visualisierung: LYS Architekturvisualisierung / Ingo Erik Moltzen

© Titelbild: LYS Architekturvisualisierung / Ingo Erik Moltzen

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Das Berliner Olympiabad gehört zu den bekanntesten Sportstätten der Hauptstadt. Doch der historische Bau im Olympiapark zeigt inzwischen deutliche Schäden. Im Zuge der Berliner Olympia-Bewerbung liegt nun ein Konzept vor, das weit über eine normale Sanierung hinausgeht. Aus dem heutigen Sommerbad könnte wieder eine internationale Wettkampfstätte werden.

  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Adresse: Olympischer Platz 1, 14053 Berlin
  • Projekt: Modernisierung des Sommerbads Olympiastadion
  • Projektstatus: Konzept im Rahmen der Berliner Olympia-Bewerbung
  • Geplante Investition: 106 Millionen Euro
Die Visualisierung zeigt das geplante Berliner Olympiabad im Olympiapark mit der neuen Überdachung über Schwimmbecken und historischen Tribünen sowie dem Olympiastadion im Vordergrund.

Das Berliner Olympiabad soll seinen historischen Charakter trotz der geplanten Modernisierung behalten. Die Visualisierung zeigt die neue Dachkonstruktion über den Tribünen und dem Schwimmbecken neben dem Olympiastadion. / © Visualisierung: LYS Architekturvisualisierung / Ingo Erik Moltzen

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Das Sommerbad entstand zwischen 1934 und 1936 und war Schauplatz der Schwimmwettbewerbe der Olympischen Spiele von 1936. Die beiden historischen Zuschauertribünen boten ursprünglich 7.500 Plätze und wurden damals durch hölzerne Zusatztribünen für weitere 18.500 Zuschauer ergänzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg öffnete die weitgehend unbeschädigte Anlage bereits im Juni 1945 wieder. Eine größere Modernisierung folgte zur Schwimm-Weltmeisterschaft 1978. 2015 und 2016 wurden unter anderem die Becken mit Edelstahl ausgekleidet und die Badewassertechnik erneuert.

Heute dient die Anlage weiterhin dem öffentlichen Badebetrieb sowie dem Schul-, Vereins- und Trainingssport. Das 50-Meter-Becken besitzt acht Bahnen. Hinzu kommen ein separates Sprungbecken, zwei Nichtschwimmerbecken und Liegeflächen. Die historischen Tribünen können Besucher allerdings schon länger nicht mehr nutzen.

Die Visualisierung zeigt das modernisierte Berliner Olympiabad mit zehn Schwimmbahnen, voll besetzten Tribünen und einem großen Videowürfel über dem Wettkampfbecken.

Für mögliche Olympische und Paralympische Spiele soll das Schwimmbecken im Berliner Olympiabad von acht auf zehn Bahnen erweitert werden. Während der Wettkämpfe sieht das Konzept Platz für bis zu 12.000 Zuschauer vor. / © Visualisierung: LYS Architekturvisualisierung / Ingo Erik Moltzen

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Olympiabad Berlin: Historische Tribünen verursachen hohe laufende Kosten

Vor allem die Tribünen bereiten Probleme. Beide Gebäude stehen unter aufwendigen Schutzkonstruktionen aus Stahl, Wellblech und Planen. Zwischen 2021 und 2025 kostete diese Sicherung laut rbb mehr als 4,2 Millionen Euro. Berlins Olympiabeauftragter Kaweh Niroomand beziffert die laufenden Ausgaben inzwischen auf rund 800.000 Euro pro Jahr.

Eine grundlegende Erneuerung ist deshalb schon unabhängig von der täglichen Nutzung ein Thema. Im Doppelhaushalt 2026/27 führt das Land das Sommerbad Olympiastadion ausdrücklich unter den landeseigenen Bädern auf, für die Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen vorgesehen werden können. Anders als die meisten Berliner Bäder gehört die Anlage dem Land Berlin.

Die Visualisierung zeigt das geplante Berliner Olympiabad aus Höhe des Beckenumgangs mit Schwimmbecken, überdachten Tribünen und dem Olympiastadion im Hintergrund.

Historischer Bestand und moderne Wettkampfstätte sollen im Berliner Olympiabad miteinander verbunden werden. Das denkmalgeschützte Ensemble stellt dabei besondere Anforderungen an den geplanten Umbau./ © Visualisierung: LYS Architekturvisualisierung / Ingo Erik Moltzen

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Zehn Bahnen und größere Abstände zwischen den Tribünen geplant

Die Olympia-Pläne gehen jedoch deutlich weiter. Berlin möchte sich für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Das Olympiabad soll dabei die Schwimmwettbewerbe und die Finalrunden im Wasserball aufnehmen. Weitere Wassersport-Wettbewerbe sollen in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark stattfinden.

Für internationale Wettkämpfe müsste das Schwimmbecken von acht auf zehn Bahnen erweitert werden. Dafür soll es künftig 25 Meter breit sein. Nach dem vorliegenden Entwurf würden die denkmalgeschützten Tribünen jeweils um rund zwei Meter nach außen versetzt. Außerdem soll das Becken tiefer werden. Unterirdische Gänge entlang der Längsseiten sollen Kamerafahrten bei Wettkämpfen ermöglichen.

Während der Spiele kämen zusätzliche, teilweise nur vorübergehend benötigte Bauten hinzu. Vorgesehen sind ein Einschwimmbecken, eine weitere Tribüne und ein Pressegebäude. Dadurch könnte das Schwimmstadion während der Wettkämpfe Platz für rund 12.000 Zuschauer bieten. Nach dem Rückbau der temporären Tribüne sollen etwa 5.000 Plätze verbleiben.

Die Visualisierung zeigt das geplante Berliner Olympiabad während eines Wettkampfs mit zehn Schwimmbahnen, gefüllten Tribünen, Videowürfel und olympischer Flamme.

So könnte das Berliner Olympiabad während möglicher Olympischer Spiele aussehen: Das Konzept sieht zehn Schwimmbahnen, zusätzliche Zuschauerplätze und eine Überdachung der Wettkampfstätte vor. / © Visualisierung: LYS Architekturvisualisierung / Ingo Erik Moltzen

Neues Dach könnte die Saison im Sommerbad Olympiastadion verlängern

Besonders sichtbar wäre ein neues Dach über Becken und Tribünen. Die Konstruktion orientiert sich gestalterisch am benachbarten Olympiastadion, soll das Bad aber nicht vollständig schließen. Nach Angaben der Planer spielt dabei auch der historische Naturstein eine Rolle, der nicht dauerhaft der chlorhaltigen Hallenbadluft ausgesetzt werden soll.

Das offizielle Finanzkonzept der Olympia-Bewerbung nennt für das Olympiaschwimmstadion eine mögliche Nutzung über die bisherigen Sommermonate hinaus und sogar eine Perspektive bis hin zum Ganzjahresbetrieb. Fest beschlossen ist eine solche Nutzung bislang nicht.

Die Visualisierung zeigt den Blick von einer Tribüne auf das geplante Wettkampfbecken des Berliner Olympiabads mit zehn Bahnen, Videowürfel und gegenüberliegender Zuschauertribüne.

Aus acht sollen zehn Bahnen werden: Für internationale Wettkämpfe soll das Becken des Berliner Olympiabads auf 25 Meter verbreitert und zudem vertieft werden. / © Visualisierung: LYS Architekturvisualisierung / Ingo Erik Moltzen

Für die Modernisierung des Olympiabads kalkuliert das aktuelle Konzept mit 106 Millionen Euro. Insgesamt sind nach Angaben des rbb 227 Millionen Euro für die Erneuerung der vorgesehenen Wettkampfstätten eingeplant. Damit wäre das Schwimmbad eines der größten einzelnen Sportstättenprojekte der Bewerbung.

Ob die jetzt vorgestellten Pläne tatsächlich umgesetzt werden, ist offen. Am 26. September 2026 entscheidet zunächst der Deutsche Olympische Sportbund, welches deutsche Konzept in den weiteren internationalen Bewerbungsprozess geht. Berlin tritt gegen München und die Region KölnRheinRuhr an. Erst danach könnte sich zeigen, welche der geplanten Investitionen weiter konkretisiert werden.

Die Visualisierung zeigt eine erneuerte Tribüne des Berliner Olympiabads mit Sitzplätzen, Schwimmbecken und der geplanten Dachkonstruktion.

Die historischen Tribünen des Berliner Olympiabads sollen im Zuge des geplanten Umbaus saniert und seitlich versetzt werden. Dadurch könnte Platz für ein 25 Meter breites Wettkampfbecken mit zehn Bahnen entstehen. / © Visualisierung: LYS Architekturvisualisierung / Ingo Erik Moltzen

Berliner Olympiabad: Geplante Modernisierung
Das historische Sommerbad Olympiastadion soll im Rahmen der Berliner Olympia-Bewerbung umfassend modernisiert und für internationale Schwimmwettbewerbe ausgebaut werden.

 

Quellen: rbb24, Berliner Bäder-Betriebe, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Senatsverwaltung für Inneres und Sport, BERLIN+

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One Comment

  1. Berlin Fan 8. September 2026 at 14:24 - Reply

    Die Hauptstadt Deutschlands sollte es machen.

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